Meißner 2013 – Ein kleiner Bericht

Nach den Fotos hier noch ein kleiner Bericht von meiner Seite der in dieser Form auch in der Sternschnuppe landen wird….

 

Meißner 2013 – 100 Jahre Freideutscher Jugendtag

 

Ähnlich wie vielen der jüngeren Generation ging es auch mir beim ersten lesen des Titels dieses Lagers. Damals vor 100 Jahren trafen sich Jugendliche um ihrer Stimme ein Forum zu schenken und auch um gegen die Einweihung des Völkerschlacht-Denkmals, auf ihre eigene Art, zu demonstrieren.

Aber was hat uns dabei zu erwarten, das ganze ist immerhin hundert Jahre her.

Einen ersten Eindruck bekam man vielleicht bei der Holzmachaktion Anfang dieses Jahres, bei der einige andere und ich dabei waren. Viele Pfadis, Leute der Waldjugend und andere die scheinbar Unmengen an Kothen und Jurten Stangen schlagen und Tonnenweise Holz stapeln. Aber das alles sollte noch nichts sein gegen das was uns erwartete.

Am Donnerstag reisten wir zum hohen Meißner um schon aus weiter Ferne einen Lagerplatz zu sehen wie die Meisten von euch wahrscheinlich noch keinen gesehen haben. Das Bild wurde nur umso stärker umso näher wir dem Platz kamen. Ein Platz unterteilt in verschiedene Foren mit großen Jurtenburgen und unzähligen Kothen. Während wir so über den Lagerplatz liefen um uns zu erkundigen wo wir denn eigentlich unsere Kothe hochziehen können, trafen wir bereits die ersten bekannten Gesichter der Grauen Reiter.

Aber nicht nur diese sahen wir sondern auch viele andere uns größtenteils unbekannte Gesichter. Mein erster Eindruck war der, eines großen Festivals, nur eben komplett mit Kothen und nicht mit Iglozelten und weißen Baumarkt-Pavillions.

Nach einigem hin und her bauten wir unser Lager auf der so genannten Gästewiese auf, nicht direkt im Zentrum des Geschehens aber mit genug Platz für uns alle.

Da es inzwischen Abend wurde entzündeten wir uns ein kleines Feuer um darauf unser Abendessen zu kochen. Währenddessen wurde schon viel gelacht und erzählt. Während wir unser Essen zu uns nahmen wurde es inzwischen dunkel. Also hieß es zu schauen wo man hier denn eine nette Singerunde finden könnte. Lange mussten wir nicht suchen da jedes der fünf Foren eine eigene Jurtenburg besaß wo in der einen mehr in der anderen weniger gesungen wurde. Wo nicht gesungen wurde saß oder stand man zusammen und unterhielt sich. Viele neue Gesichter haben wir an diesem Abend kennengelernt und es wurde gesungen und gelacht bis spät in die Nacht hinein.

Der nächste morgen kam und da es am Abend doch recht spät wurde schälten wir uns alle erst recht spät aus unseren Schlafsäcken um zu frühstücken. Währenddessen war das Lager bereits im vollen Gange und an verschiedensten Ecken wurde musiziert, getanzt, gewerkelt, Kaffee und Kuchen ausgeschenkt oder einfach nur sich unterhalten.

Den Tag brachte wir damit zu uns einen allgemeinen Eindruck vom Lagergeschehen zu machen. Um am frühen Abend uns gemeinsam dem Festakt anzuschließen bei dem verschiedene Reden gehalten wurde und die Teilnehmenden Bünde „vorgestellt“ wurden. Im Anschluss daran wurde noch symbolisch ein großes Feuer entzündet an dem einige Lieder gesungen wurden. Mehr und mehr leerte sich jedoch dieser Platz und man ging zurück zu den Jurtenburgen der verschiedenen Foren. Einige von uns, mich eingeschlossen, schauten sich noch den Auftritt der „Heckenkapelle“ an. Eine Gruppe bestehend aus sechs Damen, die verschiedene eigene Lieder und einige zB georgische Lieder vortrugen.

In den Foren bei Gesang und Unterhaltungen endete auch dieser Abend. Für mich war es leider der letzte Abend da ich am nächsten Tag abreiste.

Aber ein Eindruck bleibt, es war ein sehr schönes Lager das trotz seiner große in keinster Form erdrückend oder ähnliches wirkte und sehr viel Spaß gemacht hat. Ich hoffe, dass ich in 25 Jahren wieder mit dabei seien kann. Vielleicht ja auch der eine oder andere von euch!?

Moge, SF

 

Eine kleine Schar in den Nebelbergen…

… oder auf dem Dörnberg.

Doch beginnen wir am Anfang !

Anfang Januar, kurz nach Winterlager und Silverstersause im Landheim mit all den guten Freunden und mächtig viel Trubel und wenig Ruhe für sich selbst, sprangen einige Unermüdliche nochmal in die Wanderstiefel um einige wenige Tage die Natur, die Kothe, das Lagerfeuer und alles weitere was zu einer Fahrt dazu gehört in sich aufnehmen zu können. Die Tippelgemeinschaft bestand diesmal aus Clara, Max, Roffe, Henner und mir.

Mit allen trafen wir uns am 3. Januar am Hüttchen des Stammes um die Kotheplanen in die Affenrollen zu integrieren, die Vorräte, die größtenteils noch vom Lager übrig geblieben waren, aufzuteilen und gemeinsam die Fahrt richtung Dörnberg zu starten. Damit sollte Maxes sehnlicher Fahrtenwunsch in Kassels Umgebung endlich gestillt werden. Aber auch wir anderen waren begeistert von dem Gedanken auf den Helfensteinen zu stehen und von dort das schöne Umland zu betrachten.

So ging es also los ohne Stock aber dafür mit Hut. Auf in den Habichtswald richtung Gaststätte Silbersee, wo wir auch nach einem kurzen stop am Erlenloch in der Dämmerung ankamen. Die Kothe wollten wir nach einer kleinen Erfrischung in dem Waldgasthaus auf dem Gelände der „Hütte“ ganz in der Nähe aufschlagen. Also rinn in die gute Stube und nen Schoppen genehmeigt. Als dann gegen 19 uhr von der Wirtin angekündigt wurde, dass wir doch langsam austrinken sollten machten wir uns auch daran.  Wir waren dann auch schon so fast am aufbrechen als der nette Wirt einen Teller nach dem anderen mit den schönsten Sahnetorten, Krebbeln und Baumkuchen vor uns hinstellte und meinte das könnten wir vor der kalten nacht draußen sicherlich gebrauchen. Stimmt, dachten wir uns bedankten uns heiter grinsend mehrmals und ließen es uns sehr schmecken. Danke Gaststätte Silbersee!

Mit angefütterten Mägen machten wir uns mit unsicherem Schritt im stockfinsteren Wald auf den kurzen Weg zur „Hütte“. Nach ca. 10 minuten kamen wir dort an, zündeten eine Kerze an legten die Sachen nieder und knüpften im schwachen Lichtschein die Kothe zusammen. Schnell war noch ein Kothenbaum im Wald abgehauen und die kothe auf dem feuchten Waldboden aufgeschlagen. Ohne viel Gerede wusste jeder was zu tun war. Der eine räumt die Ponchos und Felle eine der andere holt die Rucksäcke an den Eingang. Der Nächste sucht Steine für die Feuerstelle während der letzte sich um das Feuerholz kümmert.

Nachdem alle ihr Plätzchen im Zelt gefunden hatten das Feuer knisterte und qualmte, die Stiefel ausgezogen waren, da viel von uns allen der Streß der letzten Tage ab. Es wurde zünftig gespeist mit Brot, welches am feuer geröstet wurde belegt mit Wurst, Käse, Avocado und vielem mehr. Dazu schlürften wir ein Weinchen. Auch ein Pfeiffchen in Ehren kann niemand verwehren! Gut gesättigt krochen wir in die Schlafsäcke. Clara hatte den „Hobbit“ mitgenommen und so wurde da ein wenig draus vorgelesen  und nach nicht allzu langer zeit schliefen wir alle ein mit dem Gedanken morgen auf den Dörnberg zu steigen, vlt sogar in Nebelschwaden oder auch im Sonnenschein. Wie auch immer. Auf jedenfall bestätigten wir uns alle darin, dass es wundervoll ist mit seinen Freunden für kurze Zeit der Hecktik und Enge des Alltags zu entfliehen und auf seine eigen gestaltet Fahrt zu gehen. Ein bisschen Abenteuer.  Ein bisschen wie die Zwerge und Herr Beutlin auf ihrer Reise zu Smaug und dem einsamen Berg.

Am nächsten Morgen ging es nicht allzu früh los. Nachdem die klammen Kothenbahnen und alle anderen Sachen eingepackt waren machten wir uns auf den Weg zum Dörnberg, aber nicht ohne zuvor noch die Trinkflaschen beim Gasthaus aufgefüllt zu haben.

Der weg führte uns in diesiger, nebliger Witterung durch den Habichtswald richtung Dörnberg (Ort) wo wir noch dies und jenes für den Abend besorgten. Auch dort wurden wir vom Ladeninhaber mit Gebäckstückchen beschenkt. Von dort gings dann stetig hinauf auf den Großen Dörnberg welcher in Nebelschwaden vor uns lag. Alle Geräusche verschluckend umwaberte auch bald uns der Nebel zwischen den alten Buchen und endlich waren wir oben. Uns erwartet natürlich keine grandiose Aussicht sondern eine dichte undurchdringliche Suppe. Doch nach einiger Zeit wehte der starke Wind die Schwaden weg und wir konnten das Umland betrachten. nach einer kurzen Rast an einer Schutzhütte begaben wir uns zu den Helfensteinen, welche aus alten Basaltgestein bestehen und durch erosion zu Tage getreten sind. Nach kurzer Lagerplatzsuche im unterhalb liegenden Waldstück fanden wir nen lauschiges Plätzchen zwischen Fichten mit wintzigem Bächlein in der nähe. So ging das abendliche wortkarge Prozedere erneut los. Holz wurde gesammelt, Kothenbahnen geknüpft…. In der langsam sich anschleichenden Nacht knisterte das Feuer in der Kothe und ein schmackhaftes Süppchen wurde zubereitet. Nach dem ersten Durchgang folgt bald darauf ein zweiter woraufhin wir alle satt waren. Ein paar Lieder gesungen ein wenig aus dem Hobbit vorgelesen und schon waren alle wieder am ratzen.  In der Nacht stürmte es ganz wacker, was zu einem mehr oder minder unruhigem Schlaf führte.

So wachten wir am Morgen auch wieder später wie geplant auf und packten deshalb relativ fix die Sachen und kehrten für nen frühschoppen und kaffee in ein nahes Gasthaus ein. Diesmal gabs keine Gebäckstücke geschenkt! nachdem alle wieder halbwegs aufgewärmt waren gings fort über die ebenen des Dörnbergs nach Zierenberg. Wieder waren wir von Nebel eingehüllt. Am Fuße des Berges angekommen noch die letzten Vorräte aufgebraucht und schon war die Fahrt am Zierenberger Bahnhof zu Ende.Sehr schön wars mal wieder !

Und da sieht man mal weider, nicht lange oder weit muss man weg um die Freiheit zu spüren.

 

Horridoh, Robert