Firenze – Ein Reisebericht: Tag 1 oder Tag 0?

 

EinFidschi. Eine Winnie. Und 1000km voruns gen Süden. Dochwiekann man eineReisebesserbeginnenalsmiteinemZwischenstopp in Stuttgart? Klingtkomisch, istaber so.

Gut vorbereitet mit voll gepackten Rucksäcken und der neusten Nachricht Fidschis, dass er soeben vom Kirschenfest von unserer verehrten Burg zurückgekehrt war (und deshalb mit großer Eifersucht darüber meinerseits) begann das Abenteuer: Florenz.

Mit Haferschleim, festgeschnürten Rucksäcken und einer großen Portion Fernweh in den Gliedern erreichten wir per pedes den Marburger Hbf. Und dank unserem sensationellen Semestertickets 😉 begaben wir uns dekadent (und noch gut riechend) in den IC nach Heidelberg. Dort angekommen versuchten wir uns bestes, spontan Mitfahrer zu finden, die genau wie wir in das Herz der Schwaben wollten, nach Stuttgart.

Mit wenig bis null Erfolg kauften wir uns schließlich brav wie wir sind ein Ticket und fuhren mit ein paar Minuten Verspätung im Gepäck in BaWüs Metropole. Wie hätte es auch anders kommen können, kontrolliert wurden wir natürlich NICHT! Von Vorfreude auf ein kaltes Radler gepackt, freuten wir uns im größten Bauskandalgebiet (ja, Stuttgart21) anzukommen und zahlreich empfangen zu werden. Mein Onkel Wolfi mit Freundin Bärbel und Cousine Evelyn und Cousin Lennert empfingen uns mit feuchten Händedrücken und herzlichen Umarmungen. G‘schwind (wie der Schwabe sagt 😉 ) die Rucksäcke im Jaguar verstaut, fanden wir uns plötzlich in engen Gässchen wieder, mit Kopfsteinpflaster und mit Fensterläden eingerahmten Augen schöner filigraner Häuser. Waren wir plötzlich wieder in unserem kleinen Marburg? Nein, wir waren in der Altstadt Stuttgarts mit Biergärten und vielen modevollgekleideten Menschen setzten wir uns auf eine nette Außenterasse, beobachteten den süddeutschen Laufsteg, der um uns wimmelte und lechzten nach dem Bier. Auch nach der langen Zeit, die vergangen war, seitdem wir uns als Familie zum letzten Mal gesehen hatten, waren wir wieder vereint wie eh und je. Und der andere Nordhesse passte super und ohne große Einweisung in die Schwabenrunde. Die Runde war voll Bier und guter Gespräche, Gelächter und Baguette. Nachdem wir alle unsere Bäuche vollgestopft hatten, wie Kaninchen mit Grünzeug, musste Evelyn zurück zum Bahnhof und ihre Mitfahrer für die Fahrt nach Nürnberg abholen. Aber dies ist eine andere Geschichte, und da waren‘s nur noch fünf. So spendabel wie ein Onkel nur sein kann lud er uns (nachdem er schon das Essen bezahlt hatte) auf ein Eis ein. Ach, die Sonne schien noch, kaum ermüdet und wir schleckten glücklich und mehr als zufrieden an unserer Kaltcremespeise. Kurz darauf brachten wir Lenni zum Zug, und da waren‘s nur noch vier. Wir vier machten uns zur nächsten kulinarischen „Aktion“ auf, diesmal Flüssiges. Es gab Bier mit Aussicht. Aussicht über die, wie wir feststellen mussten, doch recht hübsche Stadt. Wie die ganz Großen, wie fast richtige Erwachsene fielen die spannenden Gesprächsthemen auf die Treppe auf der wir saßen.

Und dann sollte es in unser Künstleraparment gehen. Viel war uns nicht versprochen worden. Es wären vorher Gäste darin gewesen und alles in allem sehr einfach gehalten. Von wegen! Im Merlin, einem Kulturhaus (das Bärbel leitet) quartierten wir uns im 2. Stock ein. Ein schönes Zimmer mit 2 Betten und ordentlichen Sanitäranlagen. Also da, haben wir wirklichen schon Schlimmeres gesehen. Wir freuten uns riesig, bedankten uns unnachgiebig und fielen dann, nach den letzten organisatorischen Dingen, volltrunken vor Freude über diesen gelungen ersten (oder nullten?) Tag, in die gemütlichen Betten.

 

Das einzige Manko: Meine Sonnenbrille ist mal wieder zu Beginn der Fahrt kaputt gegangen. Aber nach so einem gelungenen Tag, kann ich getrost darüber hinwegsehen.

(Winnie)