Der Alltag

Hey, da bin ich wieder und diesmal mit etwas Zeit.

Heute schreibe ich etwas über mein Leben hier im Camphill, meine Erfahrungen mit Kapstadt, den Transportmitteln und der zweitgrößten Shoppingmall Afrikas müssen bis zum nächsten Artikel warten.

Heute ist nämlich mein freier Abend, da meine Hausmutter meint sie ist zu alt um am Wochenende feiern zu gehen und deswegen kann ich das dann ja tun. Das ist natürlich super nett aber leider ist sie die einzige die so denkt, und deswegen müssen die anderen Young-Co-Worker alle Haussitten.

Ich habe beschlossen, dass es langweilig ist die alten Mail nochmal reinzustellen also bekommt ihr einen völlig neuen Text.

Manchen dürfte euch aber schon bekannt vorkommen, da ich keine AHnung habe, was ich in den Mails schon geschrieben habe.

Ich lebe hier in einem Haus mit 7 Residents, meiner Hausmutter Esme, die wirklich cool ist und einer Caregiverin.

Letztere wechselt aber jede Woche. Sie ist dafür da die Residents mogends fertigzumachen, sie zu baden, aufs Klo zu bringen und ins Bett zu bringen. Ich lebe hier nämlich in einem Carehaus.  Das bedeutet mit den schwerer behinderten Menschen. Ich habe immer noch nicht ganz rausgefunden was für Behinderungen sie haben.  Aber ich glaube, dass liegt daran das es keine klaren Bezeichnungen dafür gibt und es oft mehrere Probleme gleichzeitig sind. Paul hat zum Beisspiel Trisomie 21 und Alzheimer.

Ich habe hier ein nettes kleines Zimmer, was ich mir frei einrichten kann und auch schon recht persönlich gestaltet habe, und habe ein Bad nur für mich und meine Hausmutter. Wir haben nur eine Badewanne aber ich kann die Dusche von einem der Residents mitbenutzen.

Meine Aufgaben im Haus bestehen darin die Tabletten zu geben und einzusortieren, das Taschengeld zu verwalten, die gemeinsamen Abendessen vorzubereiten, am Wochenende zu kochen, abzuwaschen und jeden zweiten Abend Haussitten. Früstüchk muss ich nicht machen, da ich immer schon arbeiten muss wenn das Haus frühstückt.

Nichts davon fühlt sich wie Arbeit an, es ist mehr ein zusammen wohnen. Aber da es sich so anfühlt ist es schwer sich an den freien Abenden auch mal frei zu nehemen.

Im Moment esse ich jeden Tag in einem anderen Haus zu Mittag um alle aus dem Camphill kennen zu lernen. Es ist wiklich ein kleines Dorf mit Tante Emma Laden, Coffeshop, Billardraum richtigen Straßen (in ziemlich schlechtem Zustand, aber dazu später mehr) und ebenfalls eigenem Wasseranschluss. Unser eigenes Wasser schmeckt sogar reiner als das was man kaufen kann. Ich kenne jetzt ca ein 1/4 der Rresidents mit Namen und auch schon die Namen von ein paar Kühen und Hunden. (Hunde gibt es hier in rauen Massen)

Die Residents im meinem Haus sind super, aber man muss auf ein paar Dinge achtgeben. Gloria geht zum Beispiel mal ganz gerne an der Wäscheleine shoppen. Die Freiwillige vor mir hat dadurch 18 Unterhosen verloren und so manch ein T-schirt.  Gloria ist auch der Grund, warum ich immer mein Zimmer abschließen muss. Eine andere sache ist, dass ich mich nie, nie , nie neben Paul setzen darf, sonst fängt er aus unerfindlichen Gründen an zu weinen. Esme sagt das sei Sympathie und wenn man bei Halcot nicht aufpasst wenn er schlechte Laune hat, bekommt man gut und gerne mal eine gewischt. Außerdem muss ich jedes bisschen Essen wegschließen, weil wir eine Diabetikerin im Haus haben, die ihre Finger nicht vom Essen lassen kann. Es ist sogar so schlimm, dass sie in einem gesonderten Raum essen muss.

Momentan machen wir uns riesige Sorgen um Halcot, den King und Troublemaker. Er hat im Moment heftige Probleme mit seiner Lunge und ist viel zu schwach um aufzustehen. Esme glaubt er könnte im sterben liegen, für mich wäre das richtig schlimm, weil ich ihn schon richtig ins Herz geschlossen habe. Esme will ihn aber auch nicht in ein Krankenhaus geben, weil er bei fremden Leuten nur um sich schlägt und die Atemmaske immer und immer wieder abziehen würde.

Nun das wars erst mal von meinem Haus. Kommen wir zu meiner Arbeit.

Ich arbeite wie Max auf der Farm. Aber bei uns geht es hauptsächlich um Kühe. Ich muss jede Woche und jedes dritte Wochenende melken und das heißt jedes mal um 5.00 Uhr aufstehen. Ansonsten geht es erst um 7 Uhr los. Um 8 Uhr ist dann Meeting, wo wir im Kreis stehen und jeden Tag ein anderer Text vorgelesen wird. Es sind sehr christliche Danksagungen und um 10 Uhr ist dann schon wieder bis 10.30 Uhr Teetime. Wenn man gemolken hat hat man nach dem Meeting sogar noch Früstückspause. Um 12.00 Uhr geht man zum Lunch um dann von 14-17 Uhr zur abwechslung mal ohne Pause zu arbeiten.

Die Arbeitszeiten sind vielleicht gant gechillt, aber die Arbeit ist nicht ohne und vor allem körperlich der anstrengend.

Montags machen wir immer Kompost und nachdem man drei ganze Felder voll Heu auf einen misthaufen geschaufelt hat, merkt man was man getan hat. Auch das Waldroden, was wir im Moment ständig machen erfordert verdammt viel Kraft, die ich eigentlich noch nicht habe, und ist zudem auch noch gefährlich. Ich habe schon einen baum auf den Kopf bekommen und Kathrin, die andere Co-Workerin auf der Farm mit der ich mich nebenbei blenden verstehe, hat sogar schon zwei Bäume abgekriegt.

Außerdem muss das ganze Holz an Ort und Stelle verbrannt werden und da ich am besten Feuer machen kann, sitze ich immer mitten in den riesigen, teil nassen, Holzhaufen und habe mir jetzt schon mindesten 10 mal die Hände verbrannt. Gestern ist plötzlich Wind aufgekommen und wir mussten einige lebendige Bäume notfällen, weil sie ebenfalls Feuer gefangen hatten.

Melken ist dagegen echt eine ruhige Arbeit und macht mir einen riesigen Spaß. ich liebe das Geräusch der Melkmaschine und den Geruch und die Wärme der Kühe. Aber beim Kühe zusammen treiben muss man immer auf den Bullen Acht geben. Heute hat er mich zum ersten Mal angegriffen, aber ich war schnell genug und die Kühe treten bein melken ordentlich aus. Vorallem bei fremden Händen, also bei mir. Ich habe schon ziemlich blaue Beine aber bis jetzt hatte ich Glück.  Die Co-Worker vor uns haben schon mal einen Zahn verloren oder sind so fest getreten worden, dass sie unter der nächsten Kuh lagen.

Ihr merkt, ich kann nur froh sein wenn ich lebend zurückkomme, aber es ist alles gar nicht so schlimm wie es klingt. Die kleinen Blessuren gehören zur Arbeit dazu, genauso wie das ständig in Kuhscheiße rumlaufen. Aber es macht reisigen Spaß und die Residents die auf der Farm arbeiten sind ziemlich fit. Es ist schön auch etwas mit den weniger schwer behinderten Menschen zu tun zu haben. Und es gibt schon einige runniggags. Chuck fragt jedenfalls jeden, zu jeder Zeit ob man ihn heiratet( at 6 o´clock at the chapel) und somit bin ich jetzt bei meinem gefühlten 100ten Heiratsantrag und David ist ständig am tanzen. Außerdem müssen Kathrin und ich uns alle 10 min Witze über unsere nicht vorhandenen Muskeln anhören.

Die Hälfte der Arbeitszeit verbringt man hinten auf der Ladefläche des Farmpickups. Es ist ein riesen Spaß mit all den lustigen Farmleuten hinten zu sitzen, sich den Wind ins Gesicht wehen zu lassen und jedesmal die Weite des Landes zu spüren. Hinzukommt, dass man alle zwei Meter durch tiefe Schlaglöcher bzw. Krater fährt und jedesmal in die Luft fliegt. Man muss sich in jedem Fall gut festhalten. Und nätürlich ist die Arbeit mit den Schweinen, Babyschweinen, Hühnern und Kälbchen immer super. Nächste Woche kommen wahrscheinlich wieder drei neue Kälbchen zur Welt.

Farmarbeit zusammengefasst bedeutet, melken, mist schaufeln, Zäune aufstellen, mist schaufeln, baüme verbrennen, feuerholz machen,mist schaufeln, bäume verbrennen, Tiere füttern, melken, mist schaufeln, Abwassertanks auspumpen, mistschaufeln…………

Gut ich hoffe ihr habt eine grobe Vorstelung meiner Arbeit hier.

Wie gesagt Berichte über Kapstadt, Menschen, Verkehsmittel andere Co-Worker………. und Fotos werden nachkommen

Bis dahin

Clara

ieder

Halli Hallo

Hey, test , test

ich bin jetzt auch hier.

Und es schein zu klappen. Leider habe ich gerade sehr wenig Zeit, weil ich jetzt gleich in einem anderen Haus zum Essen eingeladen (Juhuu, das ist ein Haus in dem ale Zähne haben, das heißt ich muss keine Matsche essen) bin und dann ganz schnell auf die Farm muss.

Aber es ist ja bald Wochenende und da kann ich dann ein bisschen mehr schreiben und zumindest die alten Mails reinstellen. Aber erwartet nicht zu viel. Es ist Marktwochende und ich muss Gemüseputzen und von die Nacht von Samstag auf Sonntag Brot/Kuchen backen und wenn ich Pech hab muss ich morgen früh melken.

Mir geht es hier immer noch fantastisch.

Ja der Rest kommt später.

Viele liebe Grüße Clara