First Day’s In Cali

Hey Leute,

Am 20.06.2017 bin ich von Frankfurt über Manchester nach San Francisco geflogen. Der Flug verlief ziemlich reibungslos, jedoch konnte ich in den 17 Stunden im Flugzeug so gut wie überhaupt nicht schlafen. Kurz bevor ich dann amerikanischen Boden unter den Füßen hatte wurde ich in der US Costom and Border Protection für fast drei Stunden festgehalten, befragt und musste nach der ersten Kontrolle noch zu einer Weiteren gehen und dort gefühlte Ewigkeiten warten um mein Visa anerkennen zu lassen.

Nach dem der bürokratische Teil des Tages erledigt war, hat mich ein sehr netter junger Co-Worker am Flughafen abgeholt. Und was macht man als erstes wenn man in Cali gelandet ist? Natürlich erstmal zu Starbucks gehen und einen Iced Coffee bestellen. Serviert wird das ganze im durchsichten Plastikbecher mit Strohalm und dann ganz lässig in der einen Hand den Koffer hinterher ziehen und in der Anderen das kalte schwarze Getränk halten.

Nach dem wir unseren silbernen SUV auf dem Parkdeck, zwischen den anderen riesigen Autos gefunden haben, haben wir uns dann auf den Highway begeben Richtung Soquel. Der Highway führt vorbei an grünbewachsenen Hügeln mit mediterranen Pflanzen, riesigen Seen und Bäumen, die über die breite Straße ragen. Mein erster Eindruck: Es sieht hier genauso aus wie in Italien nur mit größeren Autos.

Als wir in Santa Cruz angekommen sind (Fun Fact: Hier hat bis zu seinem Tod vor ein paar Wochen der Surfer Jack O’Neill gelebt, welcher der Gründer der gleichnamigen Marke ist) haben wir erstmal bei einem Five Guys gehalten. Dort habe ich mir um alle Klischees zu erfüllen einen ziemlich leckeren Cheeseburger mit spiced Fries besorgt. Dazu kann man sich noch eine Schale Erdnüsse mitnehmen. Geschmacklich einfach nur ein absoluter Traum.

Abends sind wir dann in meinem neuen Zuhause angekommen. Hier Leben Co-Worker, Friends (People With Special Needs) und ein Householder zusammen. Das Haus ist sehr groß und jeder hat sein eigenes Zimmer um sich zurückziehen zu können. Es gibt ein sehr großes Wohnzimmer mit Kamin und offener Küche. Wir haben einen Garten mit Hängematte und BBQ-Grill und dazu noch Anbauflächen für Obst und Gemüse. Chrysalis, das Haus in dem ich lebe, ist eins von fünf Häusern, die am Fairwaydrive entlang verteilt sind. Es gibt z.B. noch ein größeres Haus mit einer großen Halle für Festivitäten und einer riesigen Anbaufläche, sowie einem Vineyard und einem Swimming Pool.

In den letzten Tagen habe ich schon sehr viele neue Menschen kennengelernt, die auch in meinem Alter sind und hier die Community unterstützen. Ich bin schon sehr gespannt was die Zeit hier noch bringt und werde ab und zu hier den ein oder anderen Beitrag veröffentlichen. Eins sei schon mal gesagt: Die Umgebung hier ist ein absoluter Traum.

Euer Moritz

 

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Melken


    1. Fünf Uhr morgends der wecker klingelt. Heute ist Freitag. Freitag ist Melktag.

      Ich stehe auf, suche meine klamotten zusammen und gehe los, Es ist dunkel aber der helle mond scheint und so kann ich gerade die Kühe erkennen, die mich freundlich anmuhen. Leider sind sie morgends nicht allzufreundlich. Jedenfalls wollen sie nicht aufstehen. Es dauert eine gute weile bis ich alle Kühe im vorhof der Molkerei habe. In genau diesem Moment kommt Jaques. ER hätte eigentlich helfen sollen, ist aber wie immer zu spät In der hand hält er eine Blume. Ich spare mir das schimpfen und mache lieber die Maschine an. Das vertraute saugen und stampfen erklingt und Gregory lässt die Kühe rein. Wim kommt aus der Käserei wo er gerade doch den großen Milchbehälter gesaübert hat, ER lacht mich an und begüßt mich mit einem fröhlichen „Good morning clara“. Die Kühe stapfen in ihre Boxen und wir säubern ihre warmen vollen Euter. Dann melken wir ein bisschen mit der Hand an, es ist ein gutes gefühl, wie der Milchstahl inzwischen ohne anstrenung aus der zitzte schießt.

      Ich kenne inzwischen jedu Kuh beim namen, habe jede Kuh mit ihrem Kalb erlebt und melke inzwischen auch ohne Problem Eva, die Kuh die jedesmal austritt.

      In den Melkständen iwird es warm. Die Kühe sind ruhig ud morgends sind die Fliegen auch noch nicht wach.

      Sogar jaques und gregoy sind zu müde um zu zanken und so läuft es sehr friedlich ab. Die ersten Kühe sind gemolken, die Eimer sind fast voll und wenn mir danach ist melke ich mir noch einen eigenen becher mit milch aus den fast ausgemolkenen Kühen heraus. Die frische Milch ist genau richtig warm und sättigt ganz gut, falls sich das hungergefühl noch beim melken meldet.

      Nach dem melken müssen wir dann die Kühe rausbringen und die Kälbchen separieren. Das ist immer purer stress oft müssen wir die knuffigen kälbchen bei ohren und schwanz packen um sie von ihren müttern zu trennen. Aber es nützt nichts. Tun wir das nicht gehen sie auf den weiten Felder verloren.

      Das Kühe rausbringen ist mein liebster Teil des melkens. Die Felder sind oft recht weit weg und so geht es erst mal auf einen halbstündigen Spaziergang. Auf dem Hinweg muss man noch nach den Kühen rufen aber das hindert einen nicht nach vorne zu schauen und in einen jeden Tag anderen Sonnenuntergang zu laufen. Auf dem Rückweg, wenn die Kühe im Feld sind und das Frühstück mit selbstgemolkener Milch und selbstgemachtem Joghurt auf einen wartet, bietet der Weg auch immer etwas neues faszinierendes.

      Mal steht ein Regenbogen über den Felder oder der ganze Himmel ist pink, mal ist die Sicht klar und man kann in weiter Ferne den Tafelberg sehen. An anderen Tagen lugt die Sonne nur duch einzelne stellen durch die Woclken oder der Nebel steht noch in den Feldern und lässt einen das gefühl für weg und Zeit verlieren.

Jeden Freitagmorgen den Sonnenaufgang beim Muhen der Kühe beobachten, das ist mein Alltag.

Krank sein


Krank sein gibt es nicht. Man wird im Camphill einfach nicht krank. Das ist die Regel. Wer trotzdem Husten hat, oder sich angematscht fühlt geht zu Renate. Renate ist 80 Jahre alt und färt immer noch Fahrad. Sie pflegt ihren 82ig jährigen Ehemann und leitet nebenbei noch das Therapiecenter des Camphills.

Während dem Chor passiert es also, dass ich dreimal kurz huste, und mir raten jedesmal fünf residents zu Renate zu gehen. Die habe Salbeitee. Salbeitee kann nicht schaden, denke ich und gehe auf dem Heimweg gerne bei ihr vor bei. Salbeitee hat sie zwar keinen aber sie pflückt mir fast eine ganze salbeipflanze aus ihrem garten und rät mir nebenbei noch thymian im garten zu pflücken und nach Honig aus dem Foodprocessing zu fragen.

Am gleichen Abend sitzte ich also mit einem Becher salbeitte mit honig und einem Thymianaufguss im Zimmer. Man wird ja nicht krank. Und außerdem ist Ostern. Da hat keiner Zeit meine Arbeit zu machen. Morgen habe ich eine Theateraufführung, ich muss kochen, eier färben und verstecken und nebenbei noch die Hühner füttern. Zwei Tage macht mein Körper noch mit, die Theateraufführung überstehe ich nur ohne Naseputzen durch eine Überdosis japanisches Heilpflanzenöl, mit dessen Mentholgeruch ich mir vorher fast die Nasenhaute weggeblasen habe.

Dann färbe ich Eier und fütter die Hühner. Alles ist anstrengend und als ich mit dem Kochen anfange bin ich mir sicher Fieber zu haben. Aber im Camphill brechen Krankheiten ja nicht aus.

Doch langsam fange ich mir einzugestehen, dass dies wohl ein ausnahmefall ist. Auch meine Hausmutter stellt das gerade fest. Und schickt mich noch bevor ich zuende gekocht habe ins Bett. Den ganzen Ostersonntag liege ich im Bett. Irgendwie funktioniert es auchohne mich ich bekomme sogar zimmersevice. Abwechslend von meinem Residents. und irgendwie schaffen es Johanna und Mayte ungefähr alle 3 stunden mit irgendwelchen Naturheilmitteln von ihren Hausmüttern aufzukreuzen und mit zu erzählen wie schön Ostern im Camphill ist. Abends kann ich nicht schlafen, da ich tagsüber zu viel geschlafen habe und wieder tauchen johanna und Mayte aus den Nichs mit einem kartenspiel auf. Als ich erwähne, dass ich morgen Wsohl aufstehen muss um die Hüher zu füttern, da ale anderen von der Farm haussitten müssen, bietet sich johanna promt zum Haussitten bei Ann- christin und mayte als fahrer an.

Ich bleibe auch Montag im bett. Und wieder habe ich viel besuch und ich erhole mich gut. Mittags mache ich einen kleinen Spaziergang zum Nachbarhaus, wo Lisa eine kleine Vidiothek hat, ich erkläre Hendrik dass ich mich Dienstag noch nicht auf die Farm wagen möchte und kann mit dem kochen im Haus helfen. Alle sind froh, dass ich wieder auf den Beinen bin. Hilton erzählt mir er habe mich auf der Farm vermisst und Mittwoch ist Esme krank.

Macht ja nichts, ich bin ja wieder fit, ich mache irgendwie auch ihre Arbeit und auch sie bekommt das essen ans bett geliefert.

Aber im Camphill wird man ja nicht krank.

Das das ganze Dorf genesungstipps, heilmiietlchen und seine liebe sendet wenn man krank ist, oder gleich selbst vorbeikommt, das ist schon schön.

Die Sache mit den Musicals

Wenn ich mal zu müde bin zum Lesen oder wir mal eine Harry Potter-Pause brauchen. Dann schauen wir DVDs.

Und da mein Haus keine gewalttätigen oder nicht jugendfreie Filme schauen darf besitzen wir zwei Arten von Filmen. Kinderfilme und Musicals.

Die Kinderfilme sind zwar ganz niedlich und ich habe jetzt auch endlich mal Madagaskar gesehen aber was mein Haus viel lieber mag sind die Musicals. Und so liegt mindestens jede zweite Woche ein Musical im DVD.Spieler wenn ich haussitte.

Die Auswahl ist jedoch gering. Wir haben Greese, Cats, Hairspay, High School Musical 1 und MAMMA MIA. Die ersten drei habe ich jetzt ungefär schon 3 mal gesehen. Das hält sich in Grenzen aber die lezten beiden, vorallem Mamma Mia haben wir so oft gesehen, das ich fast jedes einzelne Lied auswendig mitsingen kann.

Es klingt komisch. Aber obwohl es grotten schlechte Filme sind liebe ich es mit meinem Haus diese DVDs zu schauen. Jeder kann mittsingen und wozu gibt es eine sing-along-version. Dann tanze ich mit Gloria durchs wohnzimmer und jung (Gloria 24 ) und Alt (Hanna 80) ist begeißtert.

Außerdem weiß ich genau wann welcher Gag kommt und jeder von uns kann auf die Sekunde genau voraussagen wenn Donnas kleine Freundin ins Waschbecken fällt. Und jedesmal lachen wir drüber.

Ich glaube man liebt jeden Film, wenn man ihn oft genug gesehen hat. Und nur noch auf die Kleinigkeiten achtet.

Das lerne ich hier im Camphill, mich selbst über die winzig kleinsten Freuden zu freuen.

Shoppen gehen


Keine Angst Jungs, es geht hier nicht um Klamotten oder Schuhe, sondern das wöchentliche Abenteuer unser Haus mit 11 Menschen zu versorgen.

Unser Budget sind dabei 1500 R. Das entspricht mehr oder weniger 140 €. Das hört sich jetz erst mal verdammt wenig an. Aber wenn man weiß wie man einzukaufen hat. Dann kann man dafür gut und lecker leben.

Jden Dienstag fahren deswegen, je ein vertreter von drei bis vier Häusern mit einem Bus zur nächten größeren Stadt.

Im Sar dort sind wir bekannt und wir stürmen den Laden immer auf die gleiche Weise. Am Eingang gibt Lisa uns unsere Checks und nachdem wir uns einen Einkaufswagen gesichert haben stürtzen wir uns auf die Früchteabteilung. Der Wagen wird vollgeladen mit Äpfeln, Birnen, Papayas,Honigmelonen, Pflaumen und Orangen und wenn ich schnell bin kann ich noch die letzen paar Ananas direkt vor Lisas Nase wegscnappen. Dafür ist sie dann blöderweise schneller bein den Weintrauben und als ich zu den Bananen komme, hat natürlich Ninja schon alle nicht angematschen für Roikraans herausgefischt.

Weiter geht’s zum Gemüse, wo wir und mit Karotten, Brokoli, Bohnen, Mais, Kartoffeln, Gurken, paprika und Salat eindecken. Aber auch mit etwas südafrikanischeren sachen. wie Süßkartoffeln, (Bäh) Butternut (eine art Kürbis, der zwar ganz lecker ist, den ich inzwischen aber schon zu viel gegessen haben) und Sqash ( perfekt runde, grüne Kürbisse, die ich ganz gerne habe).

Danach liefern wir uns jedesmal ein kleines Wettrennen wer zu erst an der waage ist, denn zu warten bis der vor einem einen ganzen Einkaufswagen, Gemüse und Früchte gewogen hat, das will eigentlich keiner.

Der erste wagen ist voll und so wird er vorne an der Kasse abgestellt, wo wir beten, dass keine neuen Angestellten, die uns noch nicht kennen unsere Wagen irgendwo anders parken, und schnappen uns den nächsten Wagen.

Jetzt wird alles andere eingekauft und immer das billigste. Mit ein bisschen Genugtuung sehe ich den anderen zu wie sie über den Fleischpreisen verzweifeln, mich interessiert das Fleisch nicht, das bekommt mein Haus nämlich gespendet. Dafür kann ich ein wenig mehr Käse kaufen und das zweilagige Toilettenpapier. Eine Stunde später, ich habe die nächsten zwei Einkaufswagen mit Nudeln, Reis, Butter, Cornflakes, Porridge, Tee,Brotaufstichen, Zucker Putzmitteln… und allem was man so für eine Woche braucht gefüllt, stehen Lisa, Ninja, Nettie und ich synchon an der Kasse und blockieren 4 komplette Reihen. Es dauert ewig, bis wir den Menschen an der Kasse erklärt haben, wie unsere Tüten einzupacken sind (das macht man hier nicht selber, Teil der Arbeitslosenbekämpfung) und die Neuen verstehen wie sie unseren Rabatt eintippen müssen. Als wir uns darauf konzentrieren ja keinen Fehler in den Check einzubauen, der bei der kleinsten Korrektur schon ungültig ist, dreimal nach dem Datum fragen, und uns darauf konzentrieren keine (deutsche) eins zu malen, sondern einfach nur einen geraden Strich zu machen, werden unsere Einkaufswagen mit den vollgepakten Tüten an der Wand aufgereiht und hinter jeden zweiten, postioniert sich ein Sparhelfer um uns zu helfen die Wagen zum Bus zu transportieren.

Dort angekommen wird der Bus nach strengem System verladen. Die Häuser die im Camphill, als leztes angefahren werden, müssen sich auf die Rückbank quetschen. Acacia kommt danach, auf die zweite Bank kommt Roikraans und auf der ersten ist Platz für die Kühlboxen, Nettie und mich.

Vollgepackt bis an die Decke geht es auf den Heimweg.

Das auspacken in Acacia übernehmen Hilton und Michael und ich räume noch schnell vor dem Mittagsessen die Speisekammern voll.

Die Kühlschränke sind jetzt wieder schön voll und ich sehe, dass ich wirklich etwas getan habe.

Ich mag Hausshopping, aber vielleicht auch nur, weil ich es nur selten mache, eben immer nur dann, wenn Esme verhindert ist. Es ist jedenfalls immer eine wilkommene Abwechslung.

Kochen mit Gloria

Gloria

Es ist Samstagmorgen 8.30. Gloria sollte eigentlich gerade den Frühstückstisch abräumen aber naturlich tut sie das nicht. Sie steht in der Küche und erzählt Hanna das sie heute mit mir kocht. In ihren Augen funkelt Stolz und Aufregung und ein enormer wille zu lernen. Ich lache in mich rein, ich habe Gloria noch gar nicht versprochen mit ihr zu kochen. Aber wer könnte bei so einer Vorfreude schon nein sagen. Allerdings muss sie jetzt erstmal dein Tisch sauber machen und ich fange sowiso frühestens um zehn an zu kochen. Ich setzte mich also mit meinen Sudokus ins Wohnzimmer um ein wenig Nichts zu tun. Doch vergeblich. Gloria strahlt mich mit diesen hoffnungsvollen tiefbraunen Hundeaugen an und hört nicht auf allen vom kochen zu erzählen. Schhließlich erweicht sie mich. Vielleicht können wir ja schon mal um halb zehn anfangen.

Heute koche ich Rosmarinkartoffeln mit Frikadellen und Karottensalat. Den Karottensalat mache ich nur wegen Gloria, damit sie etwas tun kann. Karotten reiben, das kann sie nämlich währen alles andere trozt hohem enthusiasmus eher weniger gut klappt.

Gloria reibt Karotten und Äpfel, während ich Kartoffeln achtel und mit Öl und Rosmarin bestreue. Dann fange ich an Zwiebeln zu schneiden. Gloria redet und redet, von ihrem späteren leben mit lukas in capetown. Wo sie ihm dann auch Frikadellen kochen wird und ihm erzählen will, das sie dies von mir gelernt hat. In der anderen sekunde, macht ihre Schwester auch immer Frikadellen, nur für sie. Gloria lebt in einer traumwelt, zwar gibt es ihren freund lukas, der ist allerdings epileptiker und es es unmöglich, dass die beiden jemals zusammenleben und ihre schwester hat sie seit fast 10 jahren nicht mehr gesehen.

Sie redet und redet und idt dabei so glücklich, das ich ihr nachsehe, dass sie so langsam ist. Hinter ihrem Rücken reibe ich schnell nochmal die doppelte anzahl von karotten und gebe salz und essig hinzu. Sie merkt es nicht, sie ist zu beschäftigt mir von ihrem Bruder zu erzählen.

Dann darf sie die Brötchen, eier und gewürze mit dem hackfleisch zusammenkneten und wir singen dabei, egal was. Meistens Abba.( siehe die sache mit den musicals)

Sie kann inzwischen auch schon die frikadellen alleine formen und als sie damit fertig ist, darf sie die Frikadellen zum ersten mal wenden. Sie macht das gut, drehr und wendet die frikadellen mit einer unvorstellbaren zärtlichkeit und redent jetzt mit den frikadellen. Erzählt ihene, dass sie gut werdem müssen und fragt sie ob sie das auch gut macht. Ich stehe lächelnd in der Küche es ist schön jemanden so glücklich zu machen.

Wie erwartet sind wir viel zu früh fertig. In der verbliebenen Zeit machen wir Breadpudding. Gloria schmiert die Brote ich mache den Teig. Wir sind glücklich.

Ich liebe es mit Gloria zu kochen und mein Haus liebt es auch. Wir haben dann immer Nachtisch.

Rezept für Breadpudding ( typisch südafrikanisch)

für 4 personen.

6 scheiben altes Brot

Aprikosenmarmelade ( oder der süße aufstrich der gerade im Regal steht)

Butter

130g Mehl

1 Ei

100ml Milch

Zucker nach geschmack

irgendetwas was man sonst noch lecker findet ( Äpfel, Rosinen….)

Man buttert die Brotscheiben und bestreicht sie mit der Marmelade. Dann legt man drei scheiben in eine kleine auflaufform nebeneinander. Streut man geschnittene Apfel oder Rosinen oder.. darf und schichtet die anderen drei brote mit der marmelade nach unten darüber.

Man rührt Mehl, Eier Zucker und Milch in einer seperaten Schüssel zusammen und gießt die Masse in die Auflaufform, über die geschmierten brote.

Das ganze Backt man bei mitterer Hitzte ca. eine Stunde im Backofen und serviert es heiß oder kalt mit Vanilesauce

Paul

Da war Paul noch fit.

Als ich zum ersten Mal ganz am Anfang des Jahres Acacia betrete, stellt mir Esme gelich nach Halcot, Paul vor. Er habe Downsyndrom und Alzheimer in fortgeschrittenem Stadium und es würde von nun an wohl bergab mit ihm gehen. Aber erst Mal war Paul ganz fit. Bis Punkt 17. uhr war er leise aber dann redete er den ganzen rest des Tages. Radio Atlantis nannten wir das. Jeder war Pauls Freund, er umarmte jeden mit Freude und liebte es mit uns vorm Fernseher zu tanzen. Ich lernete ihn zu lieben. Aber es wurde immer schwieriger mit ihm. Er weinte oft stundenlang, weil er merte, dass er sich zum Beispiel die schürsenkel nicht mehr binden konnte und im November verlor er den Sinn für den Raum um ihn her. Er traute sich nicht mehr ohne Hand durch die Gänge und weigerte sich strickt das Esszimmer zu betreten, da ihm der Durchgang zu eng und dunkel war.

Er schlief Nachts nicht mehr durch, wanderte herum und fiel regelmäßig aus dem Bett. Er räumte jede Nacht sein Zimmer ub, zog sein Bett ab und fing bald auch an alle Klamotten einfach von ihm zu reißen. Es war eine Menge Arbeit. Aber Paul hatte diese Art, dich einfach anzulächeln und die ganze Welt war in Ordnung. Er flitete immer noch mit allen weiblichen Lebewesen und wenn Paul lachte, dann war es als ob ihm Nichts auf der Welt lieber wäre, als genau da zu sein wo er ist, mit genau den Menschen die gerade da waren. Ich gewönte mir an ihm jedesmal wenn ich nach Hause kam einen Kuss auf die Stirn zu geben und er dankte es mir immer mit einem Lächeln oder einem für ihn so typischen. „I like you. Your my friend“.

Als er irgenwann im Dezember verlernte zu essen, meinte Esme er würde nicht mehr lange bei uns bleiben. Am 25. 12 hatte er seinen ersten Schlaganfall. Er schlief den ganzen Tag durch und konnte danach auch nicht mehr laufen. Am 2.01 kam dann der zweite und diesmal dachten wir es sei vorbei. Er war jetzt halbseitig gelähmt, konnte nicht mehr schlucken und er war so schwach, dass wir die Prieserin für die letzte Ölung riefen. Da auf die schnelle niemand zum messdienern da war, bot ich an es zu tun. Und in seinem stillen Zimmer mit Kerzenschein hielt ich das Öl währen die Priesterin die Gebete sprach. Es war ein schöner firdvoller Moment der Ruhe, und auch Paul bekam etwas ruhiger. Wir wacjten die nächsten zwei nächte an seinem Bett, wir würden ihn nicht allein gehen lassen. Doch Paul wurde stärker. Wie wissen wir nicht. Wir bekamen kaum essen in ihn hinerin. Seine schwester war nun fast jeden tag da. Wir verbrachten stunden um ihm einen becher joghurt einzuflößen und Paul wurde stärker. SO stark, dass er wieder lächen konnte, und wenn man sich zu ihm runterbeugte bekam man immer ein küsschen aud die wange.

Paul blieb im bett. Wir schliefen nachts abwechselnd bei ihm im zimmer um ihn alle 3 stunden zu drehen. Damit keine bettwunden entstünden. Seine Zunge blieb gelähmt. Schlucken war schwer. Alles wurde püriert. Immer saß jemand bei ihm. Tagsüber die anderen Residents im haus, Nachts wir. Wir wurden müde, aber was half sich zu beklagen. Man kam nach Hause und das erste was man tat war zu sehen ob Paul noch da war. Es ist nichts unheimliches einen sterbenden menschen im Haus zu haben. Es bringt Ruhe und Freiden und eine gewisse Portion Nachdenklichkeit mit ins Haus.

Mitten in dieser Zeit war mein urlaub geplant. Ich fuhr trotzdem. Der tote Paul würde es mir nicht verdenken. Aber als ich zurückkam war paul immer noch da. Aber viel schwächer. Abgemagert bis auf das lezte gramm fett. Er hatte die letzte woche nichts gegessen. Die Priesterin kam nun jeden Tag. Wir mochten sie nicht, Paul auch nicht. Jeden Abend rieten wir ihm in der Nacht zu sterben denn morgen sei reglind wieder da, und zählten ihm auf wer dort oben alles auf ihn wartete. Aber es half nichts. Paul ist ja auch taub.

Alle sin Acacia drehte sich nur noch um Paul, alles lief auf Sparflamme. Und dann eines Tages merkten wir, dass es nun wirklich zu ende ging. Zwei weitere Nächte wachten wir ale zusammen an seinem Bett. Füllten die Nächte mit Erinnerungen an den gesunden Paul und unsere Bäuche mit Mitternachtspfannkuchen.

Dann in der Mittagspause, ich telefonierte gerade mit Winnies mama, weil ich winnie eigentlich fragen wollte wie die erste Abiprüfung gelaufen war. Rief esme er sei gegangen. Dem war nicht so, weitere 10 minuten, saßen Esme Grita und ich an seinem Bett, hielten seine Hände und begleiteten ihn bei den lezten verzweifelten Atemzügen. Paul hat gekäpmft, gekämft bis zur letzten sekunde. Es war nicht schön mit anzusehen, er ist nicht friedlich gestorben. Geweint hat keiner. Wir hatten inm den letzten 3 Monaten Zeit genug gehabt und mental zu verabschieden. Der Tod war eine Erlösung, nicht nur für ihn auch für uns. So mies es klingt.

Wir wuschen ihn, und schlossen seinen Mund und seine Augen. Wir bekamen es nicht hin, dass er friedlich ausah. Einer seiner Zähne schaute immer hervor. Der Sarg wurde mit Thymian, rosmarin und Lavender ausgestoft und trotzdem beschlossen wir ihn noch vor ablauf der üblichen 3 tage aufbahrungszeit zu beerdigen.

Die beeredingung war sehr schön. Wir alle kamen in alltagsklamotten, wir hörten tolle geschichten über paul und ich schaufelte das Grab so lange zu, bis mir ein paar tränen kamen. Sie taten gut aber sie wären nicht nötig gewesen. Paul weiß auch ohne Tränen, dass ich ihn geliebt habe.

Das du mir gelehrt hast die Angst voem Altern und vorm Tod zu verlieren, dafür danke ich dir, Paul.

Essen in Malachite


Manchmal, wenn einer der Residents es wirlich schafft noch Nachmittags daran zu denken, dass er einen zum Essen eingeladen hat, schafft es einer sogar seine Hausmutter zu fragen ob das geht.

Letzte Woche, war wiedermal eine dieser seltenen Begebenheiten und so ging ich Monatag zum Essen nach Malachite.

Malachite ist momentan ein sehr stressiges Haus, dort sind gerade neue Hauseltern eingezogen, die die Residents noch nicht kennen, ein Baby wurde geboren und auch Mayte wohnt dort erst seit ein paar Wochen.

Ich war also recht erstaunt, wie gut das Abendessen wurde.

Als ich ankam, setzten sich auch alle gleich an den Tisch und bevor ich richtig hinsehen konnte war meine Teetasse voll, drei Brotscheiben lagen auf meinem Teller und Anke hielt mir Butter, Marmelade, Labaneh, und Käse ungefähr alles gleichzeitig vors Gesicht.

Ich entschied mich vorerst für den Käse und bedankte mich artig, als mir Jaques schon den Kuchen von gestern auf meinen Teller.

Ich fand mich also damit ab heute gemästet zu werden und lächelte in mich hinein über so viel Übereifer.

Gleich zwei Minuten später wurde ich Zeuge einer mir schon von Mayte beschrieben, offensichtlich jeden Tag erneut passierenden Szene. Jaques hatte sein brot getoastet und verbrannte sich beim Toast herausnehmen seine Finger. Unverzüglich fing er lauthals, auf abwechselnd Afrikaans und Englisch, zu fluchen und regte sich erst beim zweiten gegessenen toast etwas ab. In dem Moment war die zweite Portion aber schon im Toaster und die Szene wiederholte scih erneut.

Keiner schenkte ihm Beachtung, aber ich konnte nicht umhin mich zu wundern, wie er bei soviel Ärger jeden Abend nicht schon an einem Herzinfakt gestorben war.

Auf der anderen Seite gab Rosline Befehle, Das tut sie gerne. Aber sie soll es nicht und Karin ist deswegen sauer. Um Mayte bein schlichten zu helfen und nebenbei Rosline den Mund halten zu lassen, frage ich Rosline nach dem Tee.

Sie hört nicht. Ich frage lauter. Nach ein zwei weiteren versuchen. Schreit nun auch Mayte, direkt in Roslines Ohr. „Rosline, tea please.“ während sie sich vor Lachen den Bauch hält, weil sie mein Ablenkungsmanöver genießt. Leider nimmt das die ernsthaftigkeint aus dem ganzen Schlichtungsversuch. Aber der Streit ist jetzt erst mal vergessen, da jeder interessiert die total verwirrte Rosline, anschaute, die von der Situation der beiden in Lachen aufgelösten Co-Worker neben ihr, plus der Aufgabe, den tee zu reichen vollkommen überfordert war.

Irgendwie war ich jetzt in Stimmung und nur um sie aus ihrer erstarrung zu wecken nahm ich die Butterschale und tat so, als würde ich es ihr ins gesicht patschen.

Jedenfalls war das der Plan. Allerdings löste sich Rosline schon vorher aus der Erstarrung und landete mit der nase in der Butterschale.

Der ganze Tisch platzte vor Lachen auch Rosline.

Mich selbst in Entschuldigungen üb erschlagend, während ich kaum Luft holen konnte vor Lachen, und gleichzeitig Rosline die Butter aus dem Gesicht wischend beobachtete ich mit zunehmender Besorgnis Lizzys Gesicht, das die Farbe einer Aubergine annahm während sie ununterbrochen in ihren Teller giggelte und einfach vergass Luft zu holen.

Mayte die das anscheinend schon kannte winkte ab, Gefahr bestehe, erst wenn sie gräulich anlaufen würde.

Einige Minuten später verstand Rosline, dass sie einen viel größeren Vorteil aus der Situation ziehen würde, wenn sie wütend spielen würde, als wenn sie lacht. Sie spielte beleidigte leberwurst. Aber ich machte da nicht mit. Bei jeder spitzen bemerkung gegen mich, wurde sie einfach durchgekitzelt und darüber vergaß sie schnell das beleidigt sein und das Abendessen wurde weiterhin durchgelacht, und Jaques fluchte zwischendurch.

Lizzy giggelte sogar noch beim Abwasch, aber ihr Gesicht behielt konstant Auberginefarben. Es bestand also kein Gruund zur Sorge.

Eurythmie

Jedes Jahr im Sommer kommen Eva-Maria und Bonnie ins Camphill und das ganze Camphill ist schon im Vorfeld aufgeregt. Eva Maria und Bonnie sind Eurythmisten und sie kommen jedes Jahr von ihrem englischen Camphill um bei uns Eurythmietherapie zu geben. Zur gleichen Zeit kommt Christina ins Camphill auch sie ist Eurythmistin und besucht hier ihren Sohn. Doch was sollte mich das kümmern, das geht mich doch nichts an. Von wegen. Im nächsten Young-Co-Workermeeting kündet Uta uns an, dass wir von nun an abwechselnd mit Eva-Maria und Christina Eurythmie machen werden. 10 wochen lang, je eine Stunde. Soweit so gut. Ein bisschen Namen tanzen kann ja ganz lustig werden. Die erste Eurythmiestunde ist sehr verwirrend und äußerst seltsam. Wir geben Äpfel im Takt herum, tanzen Intervalle, obwohl vielleicht dreiviertel der Leute nicht weiß, was ein Intervall ist und sollen ständig eine 8 tanzen, die ich beim besten willen in der Bewegung, die wir machen, nicht nachvollziehen kann. Nächste Woche Freitag kündigt uns Hendrik an, dass uns nach dem Frühstück eine Überraschung erwartet und wieder allen Spekulationen über harte oder eklige Arbeit fährt er uns zum Therapiecenter und das Farmteam hat jetzt einmal die Woche Eurythmie. Aber der Unterschied, Farmeurythmie orientiert sich an den Residents. Wir tanzen zu Spache, lernen die Buschstaben, werfen metallstäbe rum und haben eine Menge spaß. Vorallem als wir ein Gedicht mit einer Menge südafrikanischer Tiere tanzen und alle ein Tier sind. Sogar Hendrik tanzt mit. Als ich diesen Tag nach Hause komme ruft mich Esme in ihr Zimmer, Eva-Maria hätte angerufen, ob sie mich als Unterstützung für die Eurythmieaufführung haben kann. Proben seien jeden Dienstag. Soviel also, zu Eurythmie wird mich schon nichts angehen. Inerhalb einer woche habe ich erfahren, dass ich in den nächsten wochen 3 mal wöchentlich Eurythmiestunden habe. Zweimal mit Residents, davon einmal als Vortänzer und einmal für Co-Worker. Ich lerne wie man Buchstaben, Intervalle, Töne, Stimmungen, Sprache, Gedichte, Fugen, Geometrie und, und, und tanzt. Nach dem ich bei der 4. Eurythmie immer noch nicht verstehe welche 8 wir tanzen erzählt mir Eva-Maria als sei es das selbstverständlischste der Welt, dass wir eine HARMONISCHE ACHT tanzen. Aha. Eine harmonische Acht hat ungefähr die Form einer Bohne, aber das hätte ich auch wissen können. Ab dem Moment verstehe ich etwas. Ich stolper nicht mehr ständig über meine Füße kann mich jetzt auf meine Arme konzentrieren und ich werde gut. Ich scheine ein Talent für Eurythmie zu haben und es macht mir Spaß. Es macht mir einen heiden Spaß. Ich bin richtig traurig, als wir nach vier Wochen keine Farmeurythmie mehr haben. Aber langsam wird die Aufführung die ich Dienstags vorbereite richtig gut. Wir tanzen zu Sprache ein Märchen von Engeln die ihre Augen geklaut bekommen. Es ist recht blutrünstig und ich habe 3 verschiedene Rollen. Ich habe nach jeder Stnde mehr Muskelkater in den Armen, als nach jeder Farmarbeit da ich meine Arme ungefähr eine Stunde lang, fast ununterbrochen, oben halte. Aber es macht Spaß. Mein Körper lernt die Bewegungen, ich baue Muskeln auf, bewege mich bedachter, auch im normalen Leben und meine Rückenschmerzen schrumpfen zu einem Minimum zusammen. Nach drei Monaten Probe, führen wir auf. Es ist ein Spaß. Die Residents können die Bewegungen immer noch nicht, stolpern hilflos hinter mir und johanna hinterher und versuchen unsere Bewegungen zu immitieren. Dabe haben wir alle Eurythmiekleidchen an. Es muss super süß aussehen und Johanna und ich fliegen beide ,in pinken Kitteln mit weißen Samthemdchen, unablässig über die Bühne kommen gar nicht hinterher mit dem Umkleiden und sind völlig außer Atem als beim letzten Satz Monte einen kleinen Epileptschen Anfall hat und einfach umkippt. Die Aufführung war ein voller Erfolg, man verscuht mich und Johanna zu überreden doch Eurythmie zu studieren damit wir hier zurückkommen und Therapien übers ganze Jahr halten können. Es fällt mir fast schwer, mein auf diese Frage üblisches „No ways“, zu sagen. Ich bin wirklich traurig, das Eva-Maria und Bonnie schon gehen. Eurythmie hat mir gut getan, ich werde es vermissen.

In pinken Kitteln und Eurythmieschuhen, als Rabe und Engel, über die Bühne zu fliegen, das das ist hier das Normalsteder Welt und es macht glücklich.

Die Fotos sind leider, leider alle unscharf geworden, aber ich sehe mal was ich machen kann.

Ein Heldenbericht

Die drei Oberhelden

Offiziell machen wir hier ja einen Freiwiligendienst. Tatsächlich jedoch retten wir täglich heldenhaft die Welt. Sei es, weil das Teewasser 10 Minuten vor dem Frühstück noch nicht kocht, die Butter zu hart ist, um sie in die Butterschale zu füllen, das Handy nicht funktionieren will, weil der Akku leer ist oder der Pferdeschwanz zersaust ist. Jeder Tag hat seine eigene Katastrophe, die von den Yong Co-Workern gelöst werden will. Jeden Tag stürzen wir uns furchtlos wie Superman, selbstlos wie Mutter Theresa und stets gut gelaunt wie Horst Schlemmer auf das Leid dieser Welt.

Als ich nun gerade dabei bin meinen heldenhaften Pudding zu retten, der mir wegen einer anderen heldenhaften Unterbrechung anzubrennen droht, ruft meine Hausmutter. Feuer! Hendrik und Wim stehen tatsächlich an unserer Wasserpumpe und füllen den Wassertanker.

Ich schnelle sofort auf, gehört es doch zur Aufgabe eines Heldens bei jedem Feuer anwesend zu sein. Den Pudding vergesse ich, soll sich ein anderer Held darum kümmern.

Mit den ungünstigsten Klamotten, das Supermankostüm befand sich auf der Farm, viel zu weit weg, schwinge ich mich also auf den Wassertanker und sitze wie ein König auf dem Thron.

Wim erklärt mir am Eingangstor solle sich ein kleines Feuer befinden. Da rast der Traktor auch schon mit gnadenlosen 30km/h die Straße entlang.

30km/h, das soll schnell sein? Doch ich versichere euch, bei unseren Straßen, die eigentlich nur aus Schlaglöchern bestehen, ist 30 km/h schon fast lebensmüde. Vorallem wenn man auf einem Wassertanker trohnt.

Es ruckelt und zuckelt und ich habe es nur meinen Superheldenkräfen zu verdanken nicht sofort herunterzufallen. Das Wasser sprizt mich von hinten nass und dann sind wir auch schon am Tor. Wir finden kein Feuer und auch als wir mit gediegenen 20km/h durch das halbe Dorf zuckeln können unsere Heldenaugen kein bisschen Rauch erspähen.

Ich sage noch zu Wim, dass der Wassertanker jetzt wenigstens voll ist und wir damit im Falle eines wirklichen Heldeneinsatzes auch noch heldenhaft schnell sind.

Dann rieche ich den angebrannten Pudding.

Eine dicke Kruste verziert den Topfboden und die nächste Stunde verbringe ich heldenhaft mit schrubben.

Zwei Tage später es ist fast 5 Uhr. Ich rieche Rauch. Auch Silvia riecht Rauch. Wir gehen einmal durch die Farm, nichts raucht. Und setzten uns zum alltäglichen Heldentreff vor die Farm und chatten.

Dann ein Schrei aus dem Garten. Feuer.

Alle rennen hin. Das Altpapierlager direkt neben dem Farmgebäude steht lichteloh in Flammen. Samt Schuppen und Wellblechdach.

Meine Aufgabe war (wie doch schon so oft in meinem Leben) die gnadenlos guten Einfälle zu haben und sie dann nicht durchsetzen zu können, da ein anderer Held darauf beharrt die bessere Idee zu haben und den Ruhm zu ernten. Aber Held, der ich nunmal bin, mache ich mir da ja nichts daraus. Entschuldigt, ich schweife vom Thema ab (als Held, muss man zu jeder Zeit in alle moeglichen Richtungen gleichzeitig denken und sich doch zugleich auf das wesentliche konzentrieren. Schriftlich diesen imensen Gedankestrom festzuhalten faellt demnach aeusserst schwer, da die mehrschichtigen Ueberlegungen auf einem imaginaeren zweidimensionalen Gebilde zusammengetragen werden wollen)

Mein genialer Gedanke. Der vor drei Tagen heldenhaft gefüllte Wassertanker.

Aber nein, auf meinem Weg dorthin ruft mich Hendrik zurück, ich müsse ihm mit dem großen Wassertanker helfen. „Aber Hendrik, der kleine ist doch schon voll!!“. Er hört mich nicht. Der Traktor ist schon eingeschaltet und ich renne hinterher um den großen Wassertanker anzuhängen während Hendrik sich auf dem Traktor gemütlich eine Zigarette anzündet. Die Arbeit ist hart aber schließich ist sie heldenhaft gemeistert und wir düsen los zur Molkerei. Der heldenhafte Plan Hendriks, ist das Wasser aus der Abwasserdrain der Molkerei zu pumpen.

Doch auch Helden werden mal nervös und Hendrik ist es. Er bracht ca. 20 Anläufe um den Wassertanker vernünftig rückwärts zu manövrieren und ich raufe mir in den 10 Minuten heldenhaft das Haar und denke an den kleinen vollen Wassertanker. Von weitem sehe ich die anderen Helden. Die kleinen Helferhelden, die Wasseketten bilden und Wassereimer für Wassereimer auf das riesige Feuer zu schütten. Es scheint keinen Unterschied zu machen. Nebenbei stehen die anderen zwei Oberhelden. Ganz gechillt mit den dünnen Wasserschläuchen, beide ebenfalls mit Fluppe im Mund.

Dann endlich hat der dritte Oberheld richtig eingeparkt und ich kann mich an die Absaugarbeit machen. Weitere 3 Minuten später ist der Tanker voll und wir düsen zum Feuer. Ich heldenhaft winkend.

Die Ladung Wasser reicht. Das Feuer ist aus. Heldenhaft ziehe ich die anderen Helden, aus dem Strahl aus Abwasser.

Es qualmt nur noch ein bisschen. Die Gefahr ist heldenhaft gemeistert. Und uns bleibt nur noch, Schicht für Schicht, die glühenden Papierberge anzutragen und zu durchtränken.

Die Oberhelden sind verschwunden.

Wir arbeiten noch einer gute Stunde weiter.

Zu Hause werden wir heldenhaft empfangen. Auch die Hilfshelden und zur Feier des Tages nimmt mir mein Hausmutterheld das Abendessen machen ab und schickt mich ins Bad.

Der kleine volle Wassertanker muss wohl bis zur nächsten Baumbewässerungsaktion warten. Auch er wird, wie auch ich, wohl erstmal nicht den ofiziellen Heldenstatus bekommen. Dafür muss man ja beim Feuerlöschen nämlich rauchen.