Rund um den Krähen

Wunderbare Aussicht vom Krähen
Wunderbare Aussicht vom Krähen
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Aufbau unseres Nachtlagers
Aufbau unseres Nachtlagers
Voller Tatendrang den Weg entlang
Voller Tatendrang den Weg entlang
"Ein Jäger hoch am Himmel.."
„Ein Jäger hoch am Himmel..“
Gemeinsames Gruppenfoto nach einem langen anstrengenden Aufstieg
Gemeinsames Gruppenfoto nach einem langen anstrengenden Aufstieg
Knietiefer Schnee
Knietiefer Schnee
Eiszeitpfad
Eiszeitpfad
Endlos lang ein Weg durch Schnee
Endlos lang ein Weg durch Schnee
Zu Gast bei netten Bauern
Zu Gast bei netten Bauern

Mittlerweile viel zu Lange ist es her das sich eine kleine Gruppe auf den Weg machte um Sylvester auf dem Hohenkrähen zu verbringen. Ein kleiner Bericht mit ein paar Fotos soll trotzdem noch geschrieben sein….

Die Reise begann am Jungfernkopf während alles noch schläft stiefeln wir voll bepackt zur Bushaltestelle um von dort mit Öffis die Reise Richtung Tuttlingen anzutreten. Soweit ging auch alles gut und wir kamen nach schier endlosem Bahn fahren an. Aber wie geht´s jetzt weiter? Wirkliche einen Plan hatten wir nicht und so suchten wir uns den nächstbesten Weg der uns grob in die Richtung führte die wir wollten zum Krähen. Eine lange Wanderung sollte es an diesem Tag aber nicht mehr sein, da wir noch kein Nachtlager hatten. Auch haben wir den Tiefschnee zum Teil ein wenig unterschätzt. In einem nahen Waldstück fanden wir dann einen Ort wo wir unsere Kothe aufstellen konnten und sogar ein kleines Feuer machen. Auf diesem wurde gekocht und sich gewärmt um die, wie wir im Nachhinein erfahren haben, angeblich kälteste Nacht seit ’63 zu überleben.

Der nächste Morgen verlief dann wie gewohnt mit Klamotten zusammenpacken, Frühstücken und weiter geht die Reise. Weiter ging unsere Wanderung durch den Wald und über Felder. Eine Mittagspause mit etwas warmen zu Essen sollte unser nächstes Ziel sein. Gestärkt mit Flädlesuppe und oder Käsespätzle zogen wir nun von Hattingen nach Talmühle wo wir das Glück hatten bei ein paar Milchbauern unterzukommen. Diese erlaubten uns eine Nacht in ihrem Partyraum zu nächtigen. Als kleinen Dank haben wir geholfen die Kühe zu füttern und ein wenig Schnee zu räumen.

Der dritte Tag, unser Ziel für heute war klar. Wir kommen heute zum Krähen. Gesagt, getan. Es war ein anstrengender Weg der uns zum Teil durch knie hohen Schnee führte und über Wege die wohl nicht umsonst den Titel Eiszeitpfad tragen. Manche ließen einen zum Teil grübeln ob man noch auf dem Feldweg läuft oder bereits auf dem Feld daneben. Bei vielen keimte aber auch immer mehr der Wunsch endlich nicht mehr Bergauf zu stiefeln mit Schnee, Wind und Eis im Gesicht.

Trotzdem haben wir es geschafft und konnten mit der Dämmerung am Krähen ankommen. Dort genossen wir eine richtige Matratze und andere Annehmlichkeiten.

Der Sylvester Tag wurde dann damit verbracht die Ruine zu erkunden, sich über eine unglaubliche Aussicht zu freuen und bei Vorbereitungen für ein gemeinsames Sylvesterfest zu helfen.

Dies sollten wir dann auch haben mit ~120 Gleichgesinnten gemeinsam auf dem Hohenkrähen.

Vielen Dank noch einmal für die Einladung und dieses schöne Erlebnis!

 

BOSNA!

                                   Älterenfahrt Bosnien

 

Der folgende Fahrtenbericht beschreibt eine Fahrt im weniger herkömmlichen Sinne.

Zuerst muss ich ein wenig ausholen. Max und Roffes Eltern sind gut mit einer bosnischen Familie befreundet welche  vor dem Krieg in Ex- Jugoslawien geflohen war und deshalb einige Jahre in Deutschland lebte. Nach Ende des Konflikts kehrte die Familie zurück nach Bosnien.

Nun ist es so, dass einige Menschen im Stamm Silberfuchs schon seit geraumer Zeit wild auf eine Fahrt im Großraum Balkan waren und sich mit der bosnischen Familie nun ein guter Anlaufpunkt bot. Max nahm Kontakt auf und nach einer Weile hatte sich ein Plan entwickelt der so aussah, dass wir im kleinen Kreise Ende September nach Bosnien aufbrachen mit dem Ziel einige Tage bei der Familie zu verbringen um die Kultur und das normale Leben aus erster Hand zu erfahren. Anschließend sollten noch weitere Tage mit der Erkundung des Una Nationalparks verbracht werden.

So startete also die kleine aber feine Gefährtenschaft bestehend aus Max, Roffe, Winnie und mir am 22. September per Zug richtung Zenica im Herzen Bosnien und Herzegowinas auf. Erstes Etappenziel war München von wo es nach einigem warten im Oktoberfesttrubel mit dem Euroliner zum Ziel ging.

Ziemlich übermüdet aber guter Dinge kamen wir also in Zenica an. Jetzt stellt euch vor Ihr steigt früh morgens  völlig zerknetscht aus dem Reisebus und es ist neblig, kühl, der Blick fällt auf graue Gebäude, Plattenbauten und den Busbahnhof. Einige Menschen laufen die Straße auf und ab und Rudel von wilden Hunden durchstöbern die  Straßenzüge nach jedem bisschen Essen das sie ergattern können. So war der Erste Eindruck.

Etwas eingeschüchtert kontaktierten wir die Familie, dass wir angekommen waren und das ca. 4 Stunden früher als geplant. Wir dachten wir müssten jetzt noch warten an diesem ungemütlichen Ort, aber da hatten wir uns getäuscht! Nach 10 Minuten kam Almira, die Mutter der Familie, mit einem eigens für die Abholung geliehenen Auto angedüst und da begann für uns mit einer herzlichen Umarmung die Fahrt im Land der Gastfreundschaft und des Sliwowitz.

Im Haus der Familie angekommen gab es erstmal leckeren türkischen Kaffee und eine noch leckerere bosnische Suppe. Nach und nach trafen die drei Töchter ein die noch in der Schule gewesen waren und man lernte sich näher kennen. Da wir noch fertig waren von der Anreise ruhten wir uns dann erstmal ne weile aus. Wir fragten nach einem Platz für die Kothe, aber das wurde sozusagen mit einem Lächeln abgetan, denn die Gesamte Familie war für den Zeitraum unseres Besuchs in das benachbarte Haus der Großeltern umgezogen. Wir konnten es fast nicht glauben, dass uns da so ohne weiteres, das gesamte Haus zur Verfügung gestellt wurde. Dieses zuvorkommende und selbstverständlich gastfreundliche Verhalten sollte auch bis zur Abreise nicht aufhören. Im Haushalt durfte man nur nach wehementem Bitten und mit starkem Durchsetzungsvermögen helfen, auch wurde uns zweimal am Tag ein warmes bosnisches Gericht zubereitet was dann zusammen eingenommen wurde. Um nochmal auf den ersten Eindruck am Busbahnhof zurück zu kommen. Dieser war nach sehr kurzer Zeit von einem Gefühl des Willkommen seins  und guter Laune abgelöst.   In den weiteren Tagen lernten wir die Stadt kennen, schauten uns die allgegenwertigen Moscheen mit den Minaretten an,hörten den Muezzin beten und tranken viel guten türkischen Kaffee.

Roffe war relativ stark  erkältet und so entschlossen wir uns einen Tag verschiedenen Aktivitäten zu unternehmen während Roffe zu Hause blieb und von Almira mit frischer Hühnerbrühe und Tee gesund  gepflegt wurde. Max und ich machten eine kleine Wanderung auf einen nahen Berg und erkundeten so die umliegende Natur während Winnie mit der jüngsten Tochter das Kino besuchte.

Einen Abend wurde draußen im Kupferkessel überm Feuer ein leckerer Eintopf geköchelt und wir gaben einige unserer Lieder zum Besten. Am nächsten Tag fuhren Max, Winnie und ich mit dem Bus nach Sarajewo. Diese Stadt ließ mit dem alten orientalisch stark geprägten Marktviertel einen starken Eindruck bei mir zurück, sodass ich gedenke durchaus nochmal dorthin zurück zu kehren.

Am letzten Abend kam noch der Vater der Familie nach Hause, sodass wir auch die Ehre hatten ihn kennenlernen zu dürfen.

Auch die schönste Zeit geht mal vorbei und am nächsten  Tag mussten wir uns von unserer grandiosen Gastfamilie verabschieden, in Richtung Una Nationalpark. Dieser war ca 200 km entfernt und unsere Pläne dort mit dem Bus hinzu tuckern wurde von unserer lieben Familie vereitelt indem alle Hebel in Bewegung gesetzt wurden und Freunde, Geschwister, Cousins, und Freunde von Cousins angerufen wurden mit der Bitte uns mit einem Auto dort hin zu chauffieren. So geschah es dann auch und wir wurden für einen sehr geringen Geldbetrag plus 15 Euro Aufwandsentschädigung für den Fahrer bis in den Nationalpark kutschiert. Der Abschied war nach nur 5 Tagen des Kennenlernens tränenreich, was doch wirklich außergewöhnlich ist, oder ?

Wir kamen also nach einigem Hin und Hergegurke auf einem kleinen Camp  an. Ein älterer Mann mit freundlichem Grinsen und einer Zigarette im Mundwinkel begrüßte uns und führte uns auf dem eigentlich schon geschlossenen Camp rum und zeigte uns wo wir das Zelt aufbauen konnten. Als nächstes wurden wir zu einer Runde Sliwowitz eingeladen und dann zu noch einer. Dann begannen wir zu Kochen was allerdings überflüssig gewesen wäre, da der gute Mann nach einer Weile mit einer guten warmen bosnisch, deftigen Suppe angeschlurft kam die wir aufzuessen hatten.  Das Camp befand sich direkt am wunderschönen und klaren Fluss Una um den herum sich der Nationalpark erstreckt. Wir hatten eine Feuerstelle, trockenes Holz, und die Aussicht auf eine alte Burgruine. Weiterhin waren wir über die Tage dort die einzigen Gäste. Da Roffe immer noch nicht gesund war entschlossen wir uns die nächsten Tage nur Tagestouren zu machen und nicht wie geplant durch den Nationalpark zu wandern. Auch spielte das Wetter nicht so ganz mit und einen Tag Dauerregen harrten wir am Feuer in der Kothe aus. Unsere ständigen Gäste, eine kleiner ausgewachsener streunender Hund, Wurst genannt, eine noch viel kleinerer Hundewelpe, Schorsche genannt, eine Katzenmama, Muschka gennant und ihr junges Kätzchen, Mischka getauft  ließen es nie langweilig werden und brachten uns große Erheiterung. Eine Tagestour führte uns auf den Gipfel des Berges mit der Burgruine die wir vom Camp aus sahen, eine weitere zu einem imposanten Wasserfall im Herzen des Parks. Wir erlebten einige schöne Tage in denen viele Einladungen Sliwowitz zu trinken nicht ausgeschlagen werden konnten. Am 2. Oktober machten wir uns auf den Rückweg mit Bus und Bahn und kamen am 3. Oktober mit vielen neuen, ausschließlich schönen Eindrücken zurück. Eine andere Kultur hatte sich uns geöffnet und fordert einen erneuten Besuch heraus der garantiert folgen wird!

In Deutschland angekommen ging es nach einigen Stunden des Ausruhens aufs Meißnerlager.

Ahoi und Horridoh ,Robert

( Den Artikel habe ich für die Sternschnuppe geschrieben. wenn jemand der beteiligten was gegen den abdruck oder änderungsvorschläge hat, melden und rumheulen 😉 )

Rumpeln in der Rhön III

… wir wachten auf unserer kleinen Wetterspitze mit dem Ziel vor Augen auf: Der Kreuzberg ! An diesem Tag also sollte der Berg erklommen werden.

Nachdem wir die letzten Reste des überaus leckeren, vielfälltigen Allerleis des veganen / vegatarischen Streichshits mit ner juten Knifte runtergeschluckt hatte, stiefelten wir also los. Vorbei an Oberweißenbrunn und damit auch „Lemon’s Scheunenbrand“ zur ersten Erhebung. Obwohl wir normalerweise, egal wo wir sind, darauf verweisen, dass es ja aussähe wie am Edersee, kam uns diesmal der Dörnberg in Erinnerung: Eine beachtliche Anhöhe, ohne großen Baumbestand, dafür umso mehr Heide und Gräser. Wir folgten also dem Pfad über diese Erhebung und wurden schließlich am Fuße des Kreuzbergs von seinem Wald eingenommen. Diese steile Passage wurde zügig mit der Aussicht auf das Klostergasthaus und dem phänomenalen Ausblick in Richtung Wasserkuppe bewältigt. Die bisherige Gastfreundschaft der Nordbayern, besser Unterfranken !!!, beflügelte uns den Versuch zu wagen auf musikalische Weise den Touristen den einen oder anderen Taler aus der Tasche zu ziehen. Gesagt getan. Nach etwa einer halben Stunde wurde unser Musikantenstadl dann doch relativ schroff vom Wirt und seinen beiden Schergen im Hintergrund mit der Begründung „hier auf dem Klostergelände ist BETTELN und MUSIZIEREN verboten“ des Hofes verwiesen. Naja sei es drum. Ein paar mitleidige Passanten drückten uns rasch noch ein wenig Klimpergeld in die Taschen und wir tippelten auf dem Kamm des Kreuzberges zu einer gastfreundlicheren Lokalität. So schnell wie wir das Geld verdient hatten, war es auch direkt schon wieder in Maß investiert wurden. Zu unserem Glück fanden wir zudem unterhalb der Gaststätte einen perfekten Lagerplatz, mit Feuerstelle und Quelle. Das im Rucksack vor sich hin gärende Gemüse wurde nun endlich zu einem feinen Eintopf verwandelt und wir ließen Max’s Geburtstag gehörig ausklingen …

(Nach dem Maß ist vor dem Maß)

Rumpeln in der Rhön

Teil I

– Helges Geburtstag-

 

Unsere diesjährige, schon Tradition gewordene, Fahrt über die Geburtstagstage von Max und Helge brachte uns in die schöne Röhn im Grenzgebiet von Hessen und Bayern. Die Tippeltruppe bestand diesmal aus Clara, Winnie, Lukas, Max, Henne, Helge, Mike und Robert, wobei Mike einen Tag später anreiste.

Per Zug ging es also vom Heimathafen aus nach Gersfeld in der Hessischen Röhn wo wir abends gegen 20 Uhr im strömenden Regen ankamen. Das machte uns aber gar nüscht ! Stoisch warteten wir einige Zeit unter dem Bahnhofsvordach erkundigten uns bei Eingeborenen nach der nächsten Kaschemme und fassten den Entschluss eine solche möglichst bald aufzusuchen, da heute schließlich in Helges  Geburtstag reingefeiert werden sollte. Zapp zarapp saßen wir in einer Kneipe im Dorfkern in der die einzigen Gäste die Wirtin selbst und ne Hand voll anderer Menschen waren die grade ein fröhliches Trinklied sangen als wir durch die Tür traten. Jetzt mag man sich denken OHO uff gehts, mitgesungen und nen Bier oder ne warme Suppe abstauben. Falsch gedacht. Nach einigen Liedern unsererseits und einem getrunkenen Bier wurde uns klar gemacht, dass wir doch nicht stören und bitte nicht so laut sein sollen. ( an dieser Stelle sol lder Name dieser sehr ungastlichen Kneipe nicht unerwähnt bleiben: „Futterkiste“). Gut, dann eben nicht! Ha wäre ja gelacht wenn wir nicht ne anständige Kneipe finden in der unserer Engelsgesang gebührend belohnt wird. Rucksäcke auf und hinein in die regnerische Nacht. Nach kurzem rumirren fanden wir eine noch geöffnete loungähnliche Bar. Hier war das Personal freundlicher und die Gäste auch. Eine nette Dame, die Ihre Tuba!!! dabei hatte erklärte uns sogar wo wir für die Nacht ein ruhiges trockenes Fleckchen finden könnten. Dieses Fleckchen war eine Tunnelunterführung die wie für uns geschaffen war. An diesem Ort wurde also Helges 24. Geburtstag begossen. Einen Geburtstag an einem solchen Plätzchen zu verbringen kann man jedem kaffeekränzchenstandardgeburstag Geplagtem stark empfehlen!

-Robert-

(WER SCHREIBT DEN NÄCHSTEN TEIL???)

Firenze – Ein Reisebericht: Tag 1 oder Tag 0?

 

EinFidschi. Eine Winnie. Und 1000km voruns gen Süden. Dochwiekann man eineReisebesserbeginnenalsmiteinemZwischenstopp in Stuttgart? Klingtkomisch, istaber so.

Gut vorbereitet mit voll gepackten Rucksäcken und der neusten Nachricht Fidschis, dass er soeben vom Kirschenfest von unserer verehrten Burg zurückgekehrt war (und deshalb mit großer Eifersucht darüber meinerseits) begann das Abenteuer: Florenz.

Mit Haferschleim, festgeschnürten Rucksäcken und einer großen Portion Fernweh in den Gliedern erreichten wir per pedes den Marburger Hbf. Und dank unserem sensationellen Semestertickets 😉 begaben wir uns dekadent (und noch gut riechend) in den IC nach Heidelberg. Dort angekommen versuchten wir uns bestes, spontan Mitfahrer zu finden, die genau wie wir in das Herz der Schwaben wollten, nach Stuttgart.

Mit wenig bis null Erfolg kauften wir uns schließlich brav wie wir sind ein Ticket und fuhren mit ein paar Minuten Verspätung im Gepäck in BaWüs Metropole. Wie hätte es auch anders kommen können, kontrolliert wurden wir natürlich NICHT! Von Vorfreude auf ein kaltes Radler gepackt, freuten wir uns im größten Bauskandalgebiet (ja, Stuttgart21) anzukommen und zahlreich empfangen zu werden. Mein Onkel Wolfi mit Freundin Bärbel und Cousine Evelyn und Cousin Lennert empfingen uns mit feuchten Händedrücken und herzlichen Umarmungen. G‘schwind (wie der Schwabe sagt 😉 ) die Rucksäcke im Jaguar verstaut, fanden wir uns plötzlich in engen Gässchen wieder, mit Kopfsteinpflaster und mit Fensterläden eingerahmten Augen schöner filigraner Häuser. Waren wir plötzlich wieder in unserem kleinen Marburg? Nein, wir waren in der Altstadt Stuttgarts mit Biergärten und vielen modevollgekleideten Menschen setzten wir uns auf eine nette Außenterasse, beobachteten den süddeutschen Laufsteg, der um uns wimmelte und lechzten nach dem Bier. Auch nach der langen Zeit, die vergangen war, seitdem wir uns als Familie zum letzten Mal gesehen hatten, waren wir wieder vereint wie eh und je. Und der andere Nordhesse passte super und ohne große Einweisung in die Schwabenrunde. Die Runde war voll Bier und guter Gespräche, Gelächter und Baguette. Nachdem wir alle unsere Bäuche vollgestopft hatten, wie Kaninchen mit Grünzeug, musste Evelyn zurück zum Bahnhof und ihre Mitfahrer für die Fahrt nach Nürnberg abholen. Aber dies ist eine andere Geschichte, und da waren‘s nur noch fünf. So spendabel wie ein Onkel nur sein kann lud er uns (nachdem er schon das Essen bezahlt hatte) auf ein Eis ein. Ach, die Sonne schien noch, kaum ermüdet und wir schleckten glücklich und mehr als zufrieden an unserer Kaltcremespeise. Kurz darauf brachten wir Lenni zum Zug, und da waren‘s nur noch vier. Wir vier machten uns zur nächsten kulinarischen „Aktion“ auf, diesmal Flüssiges. Es gab Bier mit Aussicht. Aussicht über die, wie wir feststellen mussten, doch recht hübsche Stadt. Wie die ganz Großen, wie fast richtige Erwachsene fielen die spannenden Gesprächsthemen auf die Treppe auf der wir saßen.

Und dann sollte es in unser Künstleraparment gehen. Viel war uns nicht versprochen worden. Es wären vorher Gäste darin gewesen und alles in allem sehr einfach gehalten. Von wegen! Im Merlin, einem Kulturhaus (das Bärbel leitet) quartierten wir uns im 2. Stock ein. Ein schönes Zimmer mit 2 Betten und ordentlichen Sanitäranlagen. Also da, haben wir wirklichen schon Schlimmeres gesehen. Wir freuten uns riesig, bedankten uns unnachgiebig und fielen dann, nach den letzten organisatorischen Dingen, volltrunken vor Freude über diesen gelungen ersten (oder nullten?) Tag, in die gemütlichen Betten.

 

Das einzige Manko: Meine Sonnenbrille ist mal wieder zu Beginn der Fahrt kaputt gegangen. Aber nach so einem gelungenen Tag, kann ich getrost darüber hinwegsehen.

(Winnie)

 

Von Heli zur Luwi

Und wieder einmal gibt es einen kleinen Fahrtenbericht . Vom 5.3 bis zum 10.3 waren wir mit kurzer Unterbrechung in Witzenhausen unterwegs . Die Fahrtengruppe bestand diesmal, recht ungewöhnlich, aus drei Weibsbildern ( Winnie, Julia, Clara) und mir (Robert).

Gestartet sind wir Vier in Hessisch Lichtenau, in der Nähe von Kassel, mit dem Ziel Witzenhausen bzw. Jugendburg Ludwigstein.

Im schönsten Wetter was der März bieten konnte gings also wie so oft los am Pfadihüttchen der Silberfüchse, wo das Allgemeinmaterial zusammengesucht und aufgeteilt wurde. Weiter mit der Tram nach Heli. Dort kauften wir Proviant für die kommenden Tage und schon gings im Sonnenschein und gefühlten 20 °C raus aus dem Ort und hinaus in die hügelige Nordhessische Landschaft. Auf Feldwegen und am Waldrand entlang schoben wir uns den ersten Hügel hinauf von dem aus wir eine grandiose Aussicht auf die sonnenbeschienenen mit Schneeflecken übersähten Lande hatten . Eine kurze Pause um alles in sich aufzunehmen und weiter auf dem Feldweg über den Eisenberg zum nächsten bewaldeten Hügel. Da wir erst nachmittags gestartet waren und es gegen halb 7 schon dunkel werden würde suchten wir uns auf halber Höhe des Hügels einen Schlafplatz um die Kothe aufzustellen. Das war schnell getan. Ebenso flux entfachten wir ein Feuer außerhalb der Kothe auf dem wir uns dann eine warme Mahlzeit zubereiteten. Als die letzten Sonnenstrahlen hinter der Kothe verschwunden waren und es merklich kühler und dunkel wurde, verfrachteten wir das Feuer ins Zelt und aßen warm eingepackt unser Essen. Mit einer kleinen Singerunde und anschließendem Vorlesen aus Hesses Steppenwolf kam die erste doch recht kalte Nacht auf Fahrt.

Am nächsten Morgen wachten wir mit steifen Gliedern auf und bedauerten es keinen Tee eingepackt zu haben. So entfachten wir draußen das feuer um uns etwas aufzuwärmen und packten danach alles zusammen. Weiter gings ohne Frühstück das wir nach einiger Weile Laufen auf einer Wiese in der Sonne zu uns nahmen . Das Wetter war uns auch heute noch wohlgesonnen, sodass wir einen weiteren schönen Tag in der Sonne tippeln konnten. Ohne besondere Vorkommnisse gings gemütlich weiter über Felder, Hügel, durch Schnee, Matsch und das ein oder andere Dorf.

Wir fassten den Entschluss die heutige Nacht in einer Scheune verbringen zu wollen. Dieser Wunsch erfüllte sich allerdings nicht , aufgrund wenig gastfreundlicher Nordhessen!

So wurde also im Letzten Licht des Tages die Kothe auf einer Schafsweide im Wald ein wenig außerhalb eines Dorfes aufgeschlagen. Trockenes Feuerholz für die Nacht gab es hier glücklicherweise genug , sodass wir aufs sammeln desselben keine Zeit vergäuden mussten bevor die Nacht ganz über uns hereingebrochen war. Ein Fläschen Wein, das Feuer und ein Chilli sin carne mit Nudeln bereitete eine recht gute Grundlage für diese wieder sehr kalte Nacht. Auch die Körperwärme des neben sich liegenden ist nicht zu verachten. In der Nacht waren alle irgendwann mal wach und schürten das Feuerchen erneut an.

Die Nacht überlebten alle unbeschadet, was dazu führte das wir unseren Weg Richtung Witzenhausen fortführten konnten. Unser Plan für diesen Tag sah so aus, dass wir auf den nächsten Berg hinaufsteigen wollten auf dem sich eine Waldgasstätte befand um dort einige Stunden zu singen und das ein oder andere Getränk abzustauben.

Der Plan schlug fehl! Das Wetter war heute nicht so schön wie die letzten Tage und auf dem Weg hoch merkten wir schnell, das in höheren Lagen der Schnee noch etwas höher liegt. Hinzu kam, dass wir auf halben Weg hoch von einem holzhackenenden Menschen gesagt bekamen, dass das Gasthaus heute nicht geöffnet habe. Mit weniger Motivation wie zuvor stapften wir trotzdem weiter durch den Schnee.

Nach einer Weile verließ uns Julia, die wieder in die Welt der Verpflichtungen entschwand. Jetzt nur noch zu dritt gings weiter , den Berg wieder hinab. Vorbei an Gut Farenbach zum nächsten Dorf in dem wir uns eine Hopfenkaltschale genehmigten. Nach dem kurzen Aufwärmen im Gasthaus kam dann die letzte Etappe nach Witzenhausen in die Wg von Clara. Wir waren letztendlich einen Tag zu früh angekommen. Der Große Plan war nämlich, dass wir uns am Freitag, also einen Tag später, hier mit einem großen Teil der restlichen Truppe treffen wollten um dann am Samstag zum Beräunertreffen auf die Luwi zu tapern.

So kochten wir uns also das Essen, das wir sowiso für den letzten Abend der Fahrt gekauft hatten und machten nen Gemütlichen.

Am nächsten Tag trafen dann also Max, Mike, Zivi Nico, Schnitzel, Lukas, und Roffe ein. Mit reichlich Getränken für Bespaßung und guter Laune im Gepäck. Später am Abend stieß noch Benni aus Göttingen dazu. Ein sehr spaßiger Abend mit dem ganzen Haufen bereitete die Grundlage für den nächsten Tag auf dem Beräuner- Singewettstreit.

So wanderte also die ganze Rotte von Witzenhausen zur Burg um einen klasse Abend zwischen einem überwiegend lustigem und buntem Haufen von Leuten zu verbringen.

Dort angekommen bauten wir schnell die Kothe auf und schauten uns nach kurzem verschnaufen und einem Schoppen ( OHHHH das ist aber sau Unmeißner !!!!!!! ;-)) die Beiträge der Einzelsänger an, Die Gruppen hatten wir leider verpasst. Bei den Einzelsängern waren ein paar sehr gute Beiträge dabei. Besonders ein auf die bündische Jugend usw. bezogener selbstkritischer, satierischer Text von Malte war überaus gut!

Die auf den Singewettstreit überall auf der Burg stattfindenden Singerunden kann man nicht beschrieben. Das muss man selbst erleben! Aber wie letztes Jahr auch war es einfach nur ein heiden Spaß mit gefühlten 10 gitarren diversen anderen Instrumenten und 100 leuten in nem Gewölberaum auf ner Burg zu singen. Und obwohl alle Leute von überall aus Deutschland kommen und in den unterschiedlichsten Bünden groß geworden sind ist das Liedgut oft sehr ähnlich zu dem eigenen, sodass man aus voller Kehle mitmachen kann. Naja wie gesagt, schwer zu beschrieben.

Eins bleibt noch zu sagen : *kein Platz in unsren Kothen für völkische Idioten * !!!!!

Am nächsten Tag gings dann per Tramp zurück nach Witzenhausen und von da nach Kassel.

Mädels, war ne schöne Fahrt!

Horridoh, Robert

 

 

Als Gummitramps zum Bodensee

GUMMITRAMPS

Für uns als Kenner von „Into the wild“ wurde für die Lumpenbrüder und Schwestern die Definition des Ledertramps immer unseren Fahrten und Touren an die verschiedensten Orte gerecht.
Doch bei dieser Tour wählten wir uns, Henner, Max, Robert und ich (Winnie) einen doch altbewährten, aber für uns neuen Weg, die Kilometer der Asphaltwüsten der deutschen Autobahn zurückzulegen. „Wir wollen TRAMPEN!“ (Gummitrampen, wie man es in amerikanischen Expertenkreisen nennt.) Erzählten wir zu anfangs noch mit stolzem Übermut. Aber das Abenteuer „Gummitramps“ wollte uns als gerade zurückgekehrte Leichtmatrosen auf die Probe stellen…

 

Mit einem guten Schluck angetrunkenen Mutes, dem ersten augustlichen Trullalla (es war der 13. August, Helges Geburtstag) und gefühlter Trueness in den Stiefeln, begaben sich die vier Gestalten auf das erste Rastplatz-, Parkplatz-, Haltebuchtmoped. (Undefinierbar!) Es war eine Ansammlung von Zwangspause-LKW-Fahrern, ein paar durchrauschenden Alleinfahrern, die uns mit typischen „Ich würd ja gerne, kann aber nicht“, oder „muss nächste Ausfahrt raus, Sorry“-Tramper-Blicken straften. Nach mehreren Versuchen, gaben die Schildwedeler auf und beschlossen am nächsten Tag die großen Kilometer gen Süden zurückzulegen. Von der Sonne und stinkender Abgase geknechtet, doch den Enthusiasmus noch immer in den Gesichtern liegend, wurde nicht lange überlegt und ein Grünstreifen zwischen LKW-Ladestation und Autobahnparkplatz zum Schlafplatz umfunktioniert. Dies alles nur wenige Kilometer von den Kasseler Betten entfernt. Nun, auf den 13. August folgt ja für gewöhnlich der 14. Und so wurde mit Pils, Radler und BurgerKing-Burgern das nächste Trullalla eingeleitet. ALLES GUTE, Max! (Bleibt sicherlich ein unvergesslicher Geburtstag! 😉 )

Am nächsten Morgen sollte es das Glück nun besser mit den jungen Weltenbummlern meinen. Zu mindestens mit zwei von ihnen. Ein herzensguter LKW-Fahrer, weichgeredet mit jungendlichem Charme, befreite Max und Winnie schließlich aus der Tramperhölle und brachte sie kurzerhand mit 30 Jahren LKW-Geschichte und Tonnen von gekühltem Blut im Ladeverdeck 20Km weiter zum nächsten Rastplatz. Von hieran hatten Wetter und PKW-Fahrer ein Herz für die müden Reisenden. Und während Team 1 (M&W) stetig vorankamen, war Team 2 (H&R) noch immer in der Hölle gefangen. Mit tramperfreundlicher Weiblichkeit gesegnet, begegnete Team 1 spannendsten Lebensgeschichten, guter Musik und schrägen Gestalten, um irgendwann die erlösende SMS zu erhalten: „Wir sind losgekommen. Sind bald in Würzburg. Robert“ Und so trafen sich die Teams und waren für einen kurzen, gemeinsamen Snack am Würzburger Rastplatz vereint. Für das erste konkrete Ziel hatten die Lumpenbrüder und Schwester Wien angepeilt, doch merken sie rechtzeitig genug, dass der Übermut und die Realität der deutschen Tramperfreunde nicht zusammenpassten. Flexibel und spontan wurde das Ziel umdisponiert und so blieb es zwar der Süden, doch immer noch auf deutscher Seite. Der BODENSEE!

Schnell wieder losgekommen, doch beide Gruppen auf verschiedenen Autobahnen Richtung Wasser transportiert, glaubten sie kaum noch an ein abendliches Wiedersehen. Doch wie es der Zufall so will und das beschißende, zum Glück von Bier spendenden portugiesischen Lastfahrern besiedelte Ulmer Autobahndreieck, ermöglichte eine Konstanzer Wiedervereinigung. So legte Team 1 die letzten zu überwindenden km per Zug nach Konstanz zurück, während Team 2 mit der Fähre den Teich nach K-town überquerte. Sie hatten es geschafft!

 

BODENSEE

Nach der Ankunft und freundlichen Geistern aus der Vergangenheit (Marie und Vanny, zwei Freunde von mir, begrüßten uns spontan am Bahnhof) begann unsere Tour und endete Max‘ Geburtstag mit einem Wumms. Der Hafen bot an diesem sommerlichen Abend nicht nur touristisches Sonnenuntergangsambiente, sondern eine musikalische Darbietung, die passender hätte nicht sein können. Sechs bis sieben junge Leute aus den verschiedensten Nationen, mit Instrumenten, Feuerpois und den schönsten Singstimmen gesegnet, hatten unsere ganze Aufmerksamkeit. Sie verkörperten, dass was wir alle lieben: Musik machen, frei und immer unterwegs sein. Nach dem offiziellen Auftritt beschnupperten wir uns alle ein bisschen und es entstand plötzlich eine verrückte Runde aus unsern Gipsy-Musikern, einer Hippi-Lady, zwei stadtbekannten Straßenbummlern und uns dazwischen, als „so was ähnliches wie Pfadfinder, aber ohne Kinder, joa so wandern und so. Ja, und true, halt, ne?!“ Es wurde gesungen, und erzählt, philosophiert und sich ausgetauscht. Was für ein schöner Abend!

Unser Nachtasyl wurde das Ufer des Bodensees. Ein Meter vor dem Wasser breiteten wir unsere Sachen aus und sanken nach kurzer Zeit in einen beseelten Schlaf, wenn da nicht der nächtliche Besuch des Fuchses gewesen wäre, nicht wahr, Robert? 😉

Die Sonne weckte uns mit ihrer warmen Güte und nach aaliger Morgengrüße genossen wir die großartige Lage des Schlafplatzes und waren nach nur drei Schritten und erfrischenden Ausrufen mit Kopf und Fuss im Wasser.

Von der Hitze und der Schönheit Konstanz‘ betäubt, blieben wir an unserem naja, mäßig abgelegenen Örtchen noch einen Tag, bewegten uns nur wenn wir eine Abkühlung brauchten, und krochen dann auf allen Vieren in den klaren und doch von urindurchsetzten See. Es hätte nicht schöner sein können. Doch dann des Nachts, nach einer gepflegten Runde Bier mit alten und neuen Freunden, versetzte ein doch nicht vorbeiziehender Regen die Szenerie in einen sehr nassen Albtraum. Ja, es wollte kein Ende nehmen, und dann ergoss sich gefühlt der gesamte Inhalt des Bodensees über unsere Klamotten, Felle, Kothenplanen… Doch es dauerte eine Weile bis wir uns eingestanden: Hier können wir nicht bleiben! Also rasch die Sachen zusammengepackt und noch rascher den Weg zurück in die Stadt gelaufen, fanden wir uns im Trockenen und mit einer Tasse Kaffee wieder. Wir nahmen den nächsten Zug und machten uns auf die andere Seite des Sees. Nach Lindau. Kaum waren wir dort angekommen, unsere Gemüter noch von Regen durchnässt, grinste uns die Sonne wieder schadenfreudig entgegen. Die Sachen schnell getrocknet und das Nötigste besorgt, verließen wir das Touristenparadies und kehrten in einem Waldstück ein. Gut gegessen und mit trockenen Planen über unseren Köpfen endete der dritte Tag.

Der vierte Tag kündigte das Ende einer bisher sehr entspannten Tour an. Schon am frühen Morgen machten wir uns auf den Weg. Und bald befanden wir Wanderer uns in den Feldern der deutschen Obstlieferanten. Rechts und links vom Weg standen Apfel-, Trauben- und Birnenbäume. Am Horizont erstreckten sich die Alpen, zu ihren Füßen lag still der Bodensee, um den es wimmelte. Was für ein Panorama! Zwar von der Sonne verlangsamt, denn der Schweiß trieb uns nur langsam voran, verbrachten wir auch die nächsten Tage zwischen Apfelplantagen und Waldgebieten. Wir genossen die Aussichten und tippten hin und wieder unsere Zehen in das große Nass, das Zentrum unserer Reise.

Nach einem gediegenen Abschlussessen und einer strapazenreichen Heimfahrt, erreichten wir nach acht Tagen Sonne (und einer Nacht im Regen) unser Kassel. Schweißgebadet und doch von Freiheit und Natur beflügelt, nahmen wir gedanklich Abschied vom Bodensee, und von einander…