ÜT 2017

…oder: „…und jetzt nachdem ich ausgeschlafen [und geduscht] bin könnte ich direkt wieder hinfahren“ (Helge the Schmelge Popelge aka. ich-lauf-erstmal-ne halbe-Stunde-zum-Bulli).

Tja Helge, dass wird vermutlich nicht allzu bald geschehen 🙁

Eigentlich war ich froh als ich stinkend zur Haustür reinkam und eigentlich konnten einige von uns auch der ausgiebigen Körperpflege nachgehen. Und eigentlich haben wir vermutlich alle das selbe gedacht wie Helge. Aber ich hau an dieser Stelle erstmal nur ein paar Impressionen in Form von Bildern raus, alles andere würde jetzt meinen Rahmen sprengen. Aber vielleicht sieht es jemand als Aufhänger ein paar seiner Gedanken in Worte zu fassen. Vielleicht auch ich selber, aber das braucht noch ein paar Tage. Ich fasel jetzt einfach noch ein paar Schlagworte raus die mir in den Sinn kommen und alles weitere gibt es dann fertig verdaut an anderer Stelle: Alte Heringe, die meinem Wanderschuh eine derbe Narbe zugefügt haben, 2000 andere irgendwie bündisch orientierte, Sonne – richtig heißt, Regen (REGEN!) am Tag des Abbaus – richtig scheiße, Pinte, Pinte ohne Alkohol, Pinte, Pinte, Lehmofen, Bierbrauen, Schmieden, Kochen, Kochen, Kochen, Kochen, 50 Silberfischchen, Unterlager, Lagerlied, Hamburger, Tische bauen, MARKTZELT, im Marktzelt aushelfen, Mike Essen bringen weil er oder Roffe schon wieder im Marktzelt stehen, was macht die Spinne in meinem Bierkrug, neue Schenkenkarte besorgen, Kochen, Essen, Lachen, ein bisschen Weinen, Schuhe binden, Ökotiolette besuchen, ÜTrinen bestaunen, Mädels verwundert anstarren die die Pissrinne für die ÜTrine halten und auch so behandeln, Schlafsack einpacken und mich über die um halb 8 angetrunkenen Oktoberfestmenschen am Bahnhof freuen…

Danke an Pucho für die Bilder!

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Daily Life in Camphill Community California

Hey Leute,

Ich lebe und arbeite jetzt seit über einem Monat in der Camphill Community California und wollte euch mal ein paar Dinge über mein tägliches Leben hier erzählen.

Nach den ersten Tagen zum Eingewöhnen fand für alle neuen Co-Worker eine Orientation Week statt. In dieser Woche wurde uns einiges zur Geschichte der Einrichtung, den philosophischen und pädagogischen Ansichten aber auch viel zu der Umgebung hier in Santa Cruz erzählt. Es waren sehr interessante Tage an denen ich auch die Menschen hier besser kennen lernen konnte.

Jetzt habe ich seit ein paar Wochen einen meist festen und strukturierten Tagesablauf. Mein Tag beginnt hier fast immer um 07:00 Uhr. Vor dem gemeinsamen Frühstück mit den Menschen in meinem Haus werden ein paar Verse aus dem neuen Testament vorgelesen. Ich kann dazu nur so viel sagen, dass ich meistens nichts verstehe was dort vorlesen wird. Nach einem ausgiebigen Breakfast mache ich mich fertig für den Tag und um 09:00 Uhr haben wir einen sogenannten Morning-Cirle in einer sehr großen Halle. Dort kommen alle Menschen aus den verschiedenen Häusern zusammen. Es wird in der Mitte des Kreises eine Kerze angezündet und gemeinsam ein Sprichwort gesprochen. Danach werden tägliche Termine zusammen durchgegangen und häufig zum Schluss noch ein Lied gesungen, dass mit dem Klavier begleitet wird. Nach dem morgendlichen Zusammentreffen beginnen die Workshops. Ich bin so gut wie jeden Tag in der Ishi Garden Crew. Ishi ist der Name von einem Haus hier in der Community, dass einen sehr großen Garten hat. Meine Aufgabe ist es hier sowohl die pädagogische Anleitung der Menschen, die hier im Garten arbeiten als auch das mitarbeiten und Unterstützen. Im Prinzip ist unsere Aufgabe hier, die eines Landschaftsgärtners. Wir entfernen Unkraut und abgestorbene Pflanzen, schneiden Büsche und die Äste von Bäumen, pflanzen, ernten und machen alles was zum Gärtner dazu gehört.

Nach dem Workshop gibt es Lunch in einem der sieben Häuser. Danach habe ich meistens eine Rest Hour wo ich ein kleines Schläfchen machen kann. Ab 15:00Uhr haben wir eine Stunde Art Program. Es gibt Yoga, Eurythmie, Sport, Singen etc.. Yoga macht mir sehr viel Spaß.

Das Afternoon Program ist genauso vielseitig wie das Art Program. Ich nehme einmal die Woche am Veggie Pick Up teil, wo wir frisches Obst und Gemüse aus den Gärten aber auch von einem Bio-Großhändler für unsere Häuser besorgen. Zum Essen: Es wird hier jeden Tag frisch gekocht und es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Es ist einfach nur herrlich! Sonst unterstütze ich einen Menschen hier Nachmittags beim Säubern seines Raums und Freitags habe ich immer einen Paper-making Workshop, der mir sehr viel Spaß macht und ich meine Kreativität ausleben kann.

Um 18Uhr gibt es für gewöhnlich Dinner. Dort sitzen wir wieder mit allen Menschen in meinem Haus zusammen, essen und unterhalten uns über das tägliche Leben. Nach dem Abendessen ist in meinem Haus meistens nur noch gemeinsames entspannen angesagt.

Dienstags ist mein Day Off, an dem ich meistens nach Santa Cruz fahre und dort eine schöne Zeit in einem Café, Buchshop oder am Strand verbringe. Alle Menschen die hier arbeiten haben das Recht auf eine bezahlte Gym Membership, so kann man mich auch vier mal die Woche in diesem klasse Oldschool Gym mit Swimming Pool, Sauna und Hot Tub antreffen. Sonntags haben wir immer ein Outing. Dort machen wir mit den Menschen in meinem Haus einen Ausflug in die nähere Umgebung der Community und krönen das ganze mit einem Lunch in einem Restaurant. Wir waren u.a. schon in einem Waldstück mit einem buddhistischen Zentrum, haben von den Klippen aus Wale beobachtet, haben am Strand gesessen, Spaziergänge durch Santa Cruz Downtown gemacht oder waren im Freizeitpark, dem Beachboardwalk. Zum Lunch gab es bisher schon Fish and Fries, unglaublich gute Burger and Fries, mexikanischen Burrito und vieles mehr.

Natürlich gehört zu meinem täglichen Leben hier noch viel mehr von dem ich euch aber mal wann anders erzählen werde. Nach einem Monat kann ich sagen: Das Leben was ich hier führe ist schöner als jeder Traum…

Sonnige Grüße aus California,

euer Moritz

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First Day’s In Cali

Hey Leute,

Am 20.06.2017 bin ich von Frankfurt über Manchester nach San Francisco geflogen. Der Flug verlief ziemlich reibungslos, jedoch konnte ich in den 17 Stunden im Flugzeug so gut wie überhaupt nicht schlafen. Kurz bevor ich dann amerikanischen Boden unter den Füßen hatte wurde ich in der US Costom and Border Protection für fast drei Stunden festgehalten, befragt und musste nach der ersten Kontrolle noch zu einer Weiteren gehen und dort gefühlte Ewigkeiten warten um mein Visa anerkennen zu lassen.

Nach dem der bürokratische Teil des Tages erledigt war, hat mich ein sehr netter junger Co-Worker am Flughafen abgeholt. Und was macht man als erstes wenn man in Cali gelandet ist? Natürlich erstmal zu Starbucks gehen und einen Iced Coffee bestellen. Serviert wird das ganze im durchsichten Plastikbecher mit Strohalm und dann ganz lässig in der einen Hand den Koffer hinterher ziehen und in der Anderen das kalte schwarze Getränk halten.

Nach dem wir unseren silbernen SUV auf dem Parkdeck, zwischen den anderen riesigen Autos gefunden haben, haben wir uns dann auf den Highway begeben Richtung Soquel. Der Highway führt vorbei an grünbewachsenen Hügeln mit mediterranen Pflanzen, riesigen Seen und Bäumen, die über die breite Straße ragen. Mein erster Eindruck: Es sieht hier genauso aus wie in Italien nur mit größeren Autos.

Als wir in Santa Cruz angekommen sind (Fun Fact: Hier hat bis zu seinem Tod vor ein paar Wochen der Surfer Jack O’Neill gelebt, welcher der Gründer der gleichnamigen Marke ist) haben wir erstmal bei einem Five Guys gehalten. Dort habe ich mir um alle Klischees zu erfüllen einen ziemlich leckeren Cheeseburger mit spiced Fries besorgt. Dazu kann man sich noch eine Schale Erdnüsse mitnehmen. Geschmacklich einfach nur ein absoluter Traum.

Abends sind wir dann in meinem neuen Zuhause angekommen. Hier Leben Co-Worker, Friends (People With Special Needs) und ein Householder zusammen. Das Haus ist sehr groß und jeder hat sein eigenes Zimmer um sich zurückziehen zu können. Es gibt ein sehr großes Wohnzimmer mit Kamin und offener Küche. Wir haben einen Garten mit Hängematte und BBQ-Grill und dazu noch Anbauflächen für Obst und Gemüse. Chrysalis, das Haus in dem ich lebe, ist eins von fünf Häusern, die am Fairwaydrive entlang verteilt sind. Es gibt z.B. noch ein größeres Haus mit einer großen Halle für Festivitäten und einer riesigen Anbaufläche, sowie einem Vineyard und einem Swimming Pool.

In den letzten Tagen habe ich schon sehr viele neue Menschen kennengelernt, die auch in meinem Alter sind und hier die Community unterstützen. Ich bin schon sehr gespannt was die Zeit hier noch bringt und werde ab und zu hier den ein oder anderen Beitrag veröffentlichen. Eins sei schon mal gesagt: Die Umgebung hier ist ein absoluter Traum.

Euer Moritz

 

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