Rund um den Krähen

Wunderbare Aussicht vom Krähen
Wunderbare Aussicht vom Krähen
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Aufbau unseres Nachtlagers
Aufbau unseres Nachtlagers
Voller Tatendrang den Weg entlang
Voller Tatendrang den Weg entlang
"Ein Jäger hoch am Himmel.."
„Ein Jäger hoch am Himmel..“
Gemeinsames Gruppenfoto nach einem langen anstrengenden Aufstieg
Gemeinsames Gruppenfoto nach einem langen anstrengenden Aufstieg
Knietiefer Schnee
Knietiefer Schnee
Eiszeitpfad
Eiszeitpfad
Endlos lang ein Weg durch Schnee
Endlos lang ein Weg durch Schnee
Zu Gast bei netten Bauern
Zu Gast bei netten Bauern

Mittlerweile viel zu Lange ist es her das sich eine kleine Gruppe auf den Weg machte um Sylvester auf dem Hohenkrähen zu verbringen. Ein kleiner Bericht mit ein paar Fotos soll trotzdem noch geschrieben sein….

Die Reise begann am Jungfernkopf während alles noch schläft stiefeln wir voll bepackt zur Bushaltestelle um von dort mit Öffis die Reise Richtung Tuttlingen anzutreten. Soweit ging auch alles gut und wir kamen nach schier endlosem Bahn fahren an. Aber wie geht´s jetzt weiter? Wirkliche einen Plan hatten wir nicht und so suchten wir uns den nächstbesten Weg der uns grob in die Richtung führte die wir wollten zum Krähen. Eine lange Wanderung sollte es an diesem Tag aber nicht mehr sein, da wir noch kein Nachtlager hatten. Auch haben wir den Tiefschnee zum Teil ein wenig unterschätzt. In einem nahen Waldstück fanden wir dann einen Ort wo wir unsere Kothe aufstellen konnten und sogar ein kleines Feuer machen. Auf diesem wurde gekocht und sich gewärmt um die, wie wir im Nachhinein erfahren haben, angeblich kälteste Nacht seit ’63 zu überleben.

Der nächste Morgen verlief dann wie gewohnt mit Klamotten zusammenpacken, Frühstücken und weiter geht die Reise. Weiter ging unsere Wanderung durch den Wald und über Felder. Eine Mittagspause mit etwas warmen zu Essen sollte unser nächstes Ziel sein. Gestärkt mit Flädlesuppe und oder Käsespätzle zogen wir nun von Hattingen nach Talmühle wo wir das Glück hatten bei ein paar Milchbauern unterzukommen. Diese erlaubten uns eine Nacht in ihrem Partyraum zu nächtigen. Als kleinen Dank haben wir geholfen die Kühe zu füttern und ein wenig Schnee zu räumen.

Der dritte Tag, unser Ziel für heute war klar. Wir kommen heute zum Krähen. Gesagt, getan. Es war ein anstrengender Weg der uns zum Teil durch knie hohen Schnee führte und über Wege die wohl nicht umsonst den Titel Eiszeitpfad tragen. Manche ließen einen zum Teil grübeln ob man noch auf dem Feldweg läuft oder bereits auf dem Feld daneben. Bei vielen keimte aber auch immer mehr der Wunsch endlich nicht mehr Bergauf zu stiefeln mit Schnee, Wind und Eis im Gesicht.

Trotzdem haben wir es geschafft und konnten mit der Dämmerung am Krähen ankommen. Dort genossen wir eine richtige Matratze und andere Annehmlichkeiten.

Der Sylvester Tag wurde dann damit verbracht die Ruine zu erkunden, sich über eine unglaubliche Aussicht zu freuen und bei Vorbereitungen für ein gemeinsames Sylvesterfest zu helfen.

Dies sollten wir dann auch haben mit ~120 Gleichgesinnten gemeinsam auf dem Hohenkrähen.

Vielen Dank noch einmal für die Einladung und dieses schöne Erlebnis!

 

Paddeln auf der Oker

Inzwischen liegt dieser Tagesausflug zwar schon ein paar Tage zurück trotzdem möchte ich euch gerne daran teilhaben lassen!

Eigentlich begann alles recht harmlos ein Freund und Arbeitskollege wollte mit seinem Sohn und einer Freundin einen mehrtägigen Paddelausflug machen, von Braunschweig die Oker hinab. Dazu hatte er uns(mich und noch einige weitere Kollegen) eingeladen. Um wie er sagte „Sicherzustellen, dass ich auch wirklich weg bin!“.

Da ich sowieso Zeit hatte und es ein schöner Tag war trafen wir uns also am Vormittag an der Okercabana, um von dort mit den Booten zu starten. Die Strecke im Braunschweiger Stadtgebiet ist mir recht gut bekannt und von daher eher langweilig. Doch bereits als wir am Ölper Wehr ankamen die erste Überraschung.

Die Bootsrutsche stand komplett unter Wasser. Wo eigentlich ein Höhenunterschied von gut einem Meter ist war eine glatte Fläche Wasser. Das Hochwasser war also doch noch nicht ganz abgeflossen.

Weiter ging also die gemütliche Fahrt , immer mal wieder mussten wir unter Bäumen und Ästen durchfahren. Bis wir an die nächste spannende Ecke kamen wo ein Baum komplett quer im Wasser lag. Da kommen wir nicht links und nicht rechts dran vorbei, drunter durch geht auch nicht – also auf den Ast balancieren und die Boote rüberhiefen…

Kurze Zeit später wurde uns bewusst, dass wir eigentlich jetzt umkehren müssen wenn wir es irgendwie noch zurück schaffen wollen! Hierbei noch einmal ein ganz herzliches Dankeschön an PP, der seinen Feierabend/freien Tag geopfert hat uns später wieder einzusammeln!!!!

So ging die Fahrt wieder weiter bis wir plötzlich vor dem nächsten Hindernis standen. Eine dicke undurchdringliche Wand. Kein rüber drunter oder sonstewas. Da half nur die Boote aus dem Wasser zu ziehen und durch ein Meer von Mücken umzutragen.

Da wir ab da bis Wattenbüttel doch recht gut durchkamen, beschlossen wir dort eine kleine Rast einzulegen um ein paar Fressalien zu besorgen. Immerhin hatten wir eigentlich nicht geplant bis zum Abend komplett mit den anderen Unterwegs zu sein. Kurz nach der Pause kamen wir dann am Mittellandkanal an. Dort hieß es ein weiteres mal umtragen, allerdings mussten wir vorher eine geeigneten Moment abpassen, der uns nicht zwischen großen Lastenschiffen und deren Bugwellen kentern lässt. Das alles ohne Probleme gemeistert zogen wir weiter. Ein Teil von uns beschloss kurz danach ihr Nachtlager aufzuschlagen. Und wir anderen paddelten noch bis Rothemühle weiter, wo wir nach einem langen teilweise recht anstrengenden, aber alles in allem sehr witzigen Tag von unserem lieben Kollegen eingesammelt wurden. Um gegen zehn Uhr Abends in Ruhe den Hänger wieder zu verstauen.

Grüße aus Braunschweig

Moge

Meißner 2013 – Ein kleiner Bericht

Nach den Fotos hier noch ein kleiner Bericht von meiner Seite der in dieser Form auch in der Sternschnuppe landen wird….

 

Meißner 2013 – 100 Jahre Freideutscher Jugendtag

 

Ähnlich wie vielen der jüngeren Generation ging es auch mir beim ersten lesen des Titels dieses Lagers. Damals vor 100 Jahren trafen sich Jugendliche um ihrer Stimme ein Forum zu schenken und auch um gegen die Einweihung des Völkerschlacht-Denkmals, auf ihre eigene Art, zu demonstrieren.

Aber was hat uns dabei zu erwarten, das ganze ist immerhin hundert Jahre her.

Einen ersten Eindruck bekam man vielleicht bei der Holzmachaktion Anfang dieses Jahres, bei der einige andere und ich dabei waren. Viele Pfadis, Leute der Waldjugend und andere die scheinbar Unmengen an Kothen und Jurten Stangen schlagen und Tonnenweise Holz stapeln. Aber das alles sollte noch nichts sein gegen das was uns erwartete.

Am Donnerstag reisten wir zum hohen Meißner um schon aus weiter Ferne einen Lagerplatz zu sehen wie die Meisten von euch wahrscheinlich noch keinen gesehen haben. Das Bild wurde nur umso stärker umso näher wir dem Platz kamen. Ein Platz unterteilt in verschiedene Foren mit großen Jurtenburgen und unzähligen Kothen. Während wir so über den Lagerplatz liefen um uns zu erkundigen wo wir denn eigentlich unsere Kothe hochziehen können, trafen wir bereits die ersten bekannten Gesichter der Grauen Reiter.

Aber nicht nur diese sahen wir sondern auch viele andere uns größtenteils unbekannte Gesichter. Mein erster Eindruck war der, eines großen Festivals, nur eben komplett mit Kothen und nicht mit Iglozelten und weißen Baumarkt-Pavillions.

Nach einigem hin und her bauten wir unser Lager auf der so genannten Gästewiese auf, nicht direkt im Zentrum des Geschehens aber mit genug Platz für uns alle.

Da es inzwischen Abend wurde entzündeten wir uns ein kleines Feuer um darauf unser Abendessen zu kochen. Währenddessen wurde schon viel gelacht und erzählt. Während wir unser Essen zu uns nahmen wurde es inzwischen dunkel. Also hieß es zu schauen wo man hier denn eine nette Singerunde finden könnte. Lange mussten wir nicht suchen da jedes der fünf Foren eine eigene Jurtenburg besaß wo in der einen mehr in der anderen weniger gesungen wurde. Wo nicht gesungen wurde saß oder stand man zusammen und unterhielt sich. Viele neue Gesichter haben wir an diesem Abend kennengelernt und es wurde gesungen und gelacht bis spät in die Nacht hinein.

Der nächste morgen kam und da es am Abend doch recht spät wurde schälten wir uns alle erst recht spät aus unseren Schlafsäcken um zu frühstücken. Währenddessen war das Lager bereits im vollen Gange und an verschiedensten Ecken wurde musiziert, getanzt, gewerkelt, Kaffee und Kuchen ausgeschenkt oder einfach nur sich unterhalten.

Den Tag brachte wir damit zu uns einen allgemeinen Eindruck vom Lagergeschehen zu machen. Um am frühen Abend uns gemeinsam dem Festakt anzuschließen bei dem verschiedene Reden gehalten wurde und die Teilnehmenden Bünde „vorgestellt“ wurden. Im Anschluss daran wurde noch symbolisch ein großes Feuer entzündet an dem einige Lieder gesungen wurden. Mehr und mehr leerte sich jedoch dieser Platz und man ging zurück zu den Jurtenburgen der verschiedenen Foren. Einige von uns, mich eingeschlossen, schauten sich noch den Auftritt der „Heckenkapelle“ an. Eine Gruppe bestehend aus sechs Damen, die verschiedene eigene Lieder und einige zB georgische Lieder vortrugen.

In den Foren bei Gesang und Unterhaltungen endete auch dieser Abend. Für mich war es leider der letzte Abend da ich am nächsten Tag abreiste.

Aber ein Eindruck bleibt, es war ein sehr schönes Lager das trotz seiner große in keinster Form erdrückend oder ähnliches wirkte und sehr viel Spaß gemacht hat. Ich hoffe, dass ich in 25 Jahren wieder mit dabei seien kann. Vielleicht ja auch der eine oder andere von euch!?

Moge, SF

 

Die Harzer Hexe …

Nach langem Hin und Her, wo denn die nächste Tippelei der Lumpen hin gehen möge, tätigte Moge einen weisen Vorschlag: „Der Harzer Hexenstieg“

Los ging es also am 4.4. in Osterode, wobei sich die verschieden Lumpenfetzen zunächst erst einmal dort bündeln mussten, da sie von überall her kamen.

Schnell die nötigen Einkäufe im lokalen Netto-Markendiscount erledigt, war unsere Gruppe heiß drauf endlich wieder, in einer neuen Besetzung, auf Fahrt zu gehen.

Alt eingesessene Vagabundenbrüder wie Max und Robert (ab Torfhaus) führten die noch weitesgehend unerfahren Lumpenlehrlinge Clara, Moge, Henner und meine Wenigkeit in die Kunst des unbeschwerten, freien, fröhlichen, angeheiterten, aber sowie immer chronisch unterhopften Tippelns ein …

Osterode zeigte sich von einer sehr urtümlichen Art und Weise, gespickt mit allerlei schönem Fachwerk, wobei der Weg natürlich möglichst schnell aus dieser regionalen Metropole hinein in den Wunderwald Harz führte.

Erschöpft von langer Anfahrt und der Blick auf die Uhr zwangen uns bereits nach wenigen Kilometern eine Köte mit dem herrlichen Namen: „Oberförster“ als nächtliche Behausung aufzusuchen.

Schnaps, Hopfenkaltschale und ein warmes Abendessen ließen uns gut und lange razzen, bis am nächsten Morgen, ein Förster uns relativ deutlich klar machte, dass die Übernachtung geduldet wurde, aber es doch besser sein würde, sich bald wieder auf zu machen …

Sodann kämpften wir uns weiter bergauf voran und lernten in einem anderen Holzunterstand, wo eine Brotzeit mit Meisterschütz als flüssige Beilage, uns sättigte, zwei Wanderer kennen, welche uns noch die ganze Tour über immer wieder begegnen sollten.

Der Weg zeigte nach und nach was er an Vielfältigkeit zu bieten hatte und nach einem ordentlichen Marsch schlugen wir schließlich unweit von Altenau das erste Mal die gute alte Kothe auf und heizten uns mit einem geselligen Kothenlagerfeuer (den Schnaps nicht zu vergessen, Wodka und Irish Whiskey waren auch in der Minibar verfügbar) zur kleinen Singrunde ordentlich an.

Der nächste Tag deutete bereits einen kälteren Wetterumschwung an und die müden Knochen knackten als wir die Kothe zusammenlegten und uns auf nach Altenau machten, um das Frühstück einzunehmen und die sich bedrohlich leerende Minibar wieder aufzufüllen.

Nachdem wir aus einem Gasthaus verwiesen wurden, wo wir lediglich zu einem heißen Tee unsere Brotzeit einnehmen wollten (es sollte nicht das erste und letzte Mal gewesen sein), wurde uns das Kurzentrum als warmer Unterstand empfohlen.

Moge und ich besorgten ein paar lecker Brötchen und nen heißen Kaffee to – Mitnehmen und schon war die erste Mahlzeit des Tages gerettet.

Nach dem Frühstück musste Clara leider feststellen, dass die Hufte nicht ganz mitspielen wollte uns so trennten wir uns schmerzhaft auf dem Weg nach Torfhaus, unsere nächste Station, wo Robert dazu stoßen sollte.

Auf drei verschiedenen Wegen, Clara als Tramperin, Robert sehnsüchtig in Bahn und Bus aus Münster anreisend und der Rest der glorreichen Halunken im Wald stolzierend, trafen wir fast zur gleichen Zeit an der „Bavaria Alm“ in Torfhaus ein.

Der Weg von Altenau nach Torfhaus sollte sich nach anfänglichem unspektakulärem Anstieg, als einer der schönsten Strecken der ganzen Tour herausstellen.

Ein bisschen was von Schweden, Norwegen und der Slowakei war dort zu finden und es tauchten bereits die ersten Schneefelder auf, während die Temperaturen immer weiter sanken, Torfhaus lag bereits auf knapp 800m Höhe.

Gestärkt mit einem Liter eiskaltem Löwenbräu liefen wir von nun an zu sechst weiter und die Landschaft verwandelte sich zunehmend zu einem Abbild Skandinaviens. Seen taten sich hinter den Kieferwäldern auf und wir hatten teilweise Probleme nicht zu stolpern, da der Blick in die Ferne ragte, aber die wackligen Beine teilweise nicht gehorchen wollten. Wir waren allesamt schlichtweg besoffen von dem Bier auf nüchternem Magen. Auch die ein oder andere Schnapspause konnte an dem Zustand nichts ändern ; )

Ausgezehrt und vor allem hungrig fanden wir schließlich in der Nähe eines weiteren Unterstands im Wald ein lauschiges Plätzen. Routiniert wurde die Kothe hochgezogen, Feuerholz gesammelt und in handliche Stückchen gebrochen, das Nudelwasser aufgesetzt und der ein oder andere Kurze getrunken.

Wir beschlossen eine Nachtwache einzuführen um die Kothe die ganze Nacht über heizen zu können, die Temperaturen waren mittlerweile unter null gefallen.

Mitten in der Nacht fielen dann die ersten weißen Kristalle durchs Kothendach und ein Blick nach draußen bestätigte unsere Vermutung, es fing richtig an zu schneien, am nächsten Morgen lagen 10 – 15 cm Neuschnee, das war für mich persönlich und für die meisten anderen die erste Nacht mit einer Kothe im absoluten Weiß.

Von nun an wechselten wir immer 2 Stunden wandern und 2 Stunden Einkehr in Wirtshäusern entlang des Weges ab, um wieder Wärme aufzutanken.

Es war wirklich ein Genuss im verschneiten Harz zu wandern, allerdings durfte man nicht stehen bleiben, die Kälte setzte uns schon ordentlich zu …

Der Ostersonntag wurde trotz Kälte standesgemäß mit dem Suchen bunter Genussmittel angegangen. Wir schafften es endlich den uralten Plan umzusetzen Klopfer im Wald zu suchen. Clara als legitimierte Osterfee bemühte sich gute Verstecke zu finden, aber Robert und Max, angelockt von vorgegaukelter Wärme der Miniaturschnäpse, jagten aus der Kothe raus und macht sich unverzüglich auf die Suche. Bevor Moge, Henner und Ich lange überlegen konnten sprangen auch wir in unsere Stiefel und fielen aus der Kothe. Es wurde ein kurzes aber lustiges Besäufnis, morgens gegen 11.

Wir einigten uns darauf am letzten Tag ein urtümliches Gasthaus aufzusuchen und original Harzer Küche zu kosten. Diese Gelegenheit ergab sich also in Braunlage.

Nachdem ein freundlicher alter Mann mit den Worten „isch komme jedes Johr hier her und esse stets, usser montags, hier“ uns die Entscheidung abnahm und auch noch extra mit dem Satz „herzhafte Küche für acht Mark neunzig, kann man nix sagen“ zurückkam, betraten wir also dieses Gasthaus, nass geschwitzt und nach Feuer stinkend („ach deshalb riecht ihr wie unsere Köhler“).

Wir Lumpen ließen uns überhaupt nicht lumpen und bestellten Schmaus und Trank für ca. 30 Takken pro Kopf, ohne uns daran zu stören.

Dieses Essen setzte den Schlusspunkt einer sehr gelungenen, abwechslungsreichen, einzigartigen Fahrt in den Harz und ich ahne, dass wir im Balde wiederkommen werden …

Horridoh,

Helge

 

Maoris, Siedler und Touristen…

…sie alle nutzten den Whanganui River. Fuer die Maoris war es der Strom aus dem sie Nahrung bekamen und fuer die ersten Siedler eine wichtige Hauptverkehrsstrasse und natuerlich auch Quelle fuer Nahrung. Heutige Touris nutzen ihn hauptsaechlich als „bespassung“. Einer der Great Walks liegt genauer gesagt auf diesem Fluss und da wir auf unserem Weg in Richtung Norden noch ein wenig Zeit hatten und noch eine kleine Tour machen wollten entschlossen wir uns noch einmal richtig paddeln zu gehen – also nicht nur mal so 1-2 Stunden aufm See.

Also angekommen in Whanganui hiess es fuer uns erst einmal wieder Informationen einholen wo man denn hier den besten/guenstigsten Kanu -Anbierter hat. Natuerlich nicht dort in der Stadt sondern in einem kleinen Nest namens Ohakune. Also dorthin und auf dem Weg schon von der Strasse aus einen Blick erhalten auf den Strom auf den wir uns fuer drei Tage begeben wollten. Die Aussicht auf die Vegetation und den Fluss erfuellte uns mit Vorfreude.

Endlich in Ohakune angekommen suchten wir uns dann auch einen Kanu-Anbieter heraus. Wir entschieden uns fuer Yeti-Tours (wenn der Name nicht schon ueberzeugt ;)) Also jeder drei Plastiktonnen in die Hand gedrueckt und mit den Worten wir sehen uns dann morgen frueh um 07:30Uhr an unserer Aussenstelle war es das dann auch schon.

Der naechste morgen ging also sehr frueh los. 6Uhr aufstehen, allen Kram den man so braucht in die Faesser einladen und mit den Tonnen in der Hand und dem Rucksack auf dem Ruecken zu deren Aussenstelle, die vom Campingplatz, Gott sei Dank, nicht sonderlich weit entfernt war. Dort angekommen haben wir dann die Tonnen in den Bus verladen und unsere Rucksaecke in deren Lagerhalle in eine Ecke gestellt. Und dann hiess es noch einmal gut 2 Stunden mit dem Bus fahren ehe wir nach Whakahoro kamen wo wir „ins Wasser gelassen“ worden. Der grosse Schock zur fruehen Stunde kam schon dort. Eine schaetzungsweise >20Mann grosse Schulklasse die sich auch von dort auf den Weg begeben sollte. Also wir schnell das Kanu beladen und ab ging die Post. Unser Busfahrer hat auf eine weitere Einleitung verzichtet, nachdem wir ihm versichert haben, dass das nicht unsere erste Tour mit Kanus ist und wir daher schon einiges an Erfahrung haben.

Geplant war also dann fuer diesen Tag eine 4-6 Stunden Etappe (laut Brochure). Da wir aber keine Lust hatten Abends diese Schulklasse am Hals zu haben planten wir unsere Tour ein wenig weiter und bereiteten uns darauf vor noch einen Campingplatz weiter zu fahren also noch einmal gut 2 Stunden mehr paddeln. Aber das Wetter sollte ja gut sein also alles keinProblem…

Wir erreichten den ersten Campingplatz und machten dort eine kleine Mittagspause – Muesliriegel und n‘ Stueck Schoki als kleiner Energie Schub.  Denn wir liessen uns nicht nur auf dem Fluss treiben sondern paddelten auch recht ordentlich und die Aussicht die wir die ganze Zeit geniessen konnten machte einfach Hunger. Farne und Steilhaenge mit wunderhuebschem scheinbar Naturbelassenen Urwald saeumten den Weg am Fluss. Nicht zu vergessen auch die hunderte von wilden Ziegen die ueberall auf irgendwelchen Steinvorsprungen sassen und am grasen waren oder einfach nur doof in die Gegend guckten.

Wir kamen am naechsten Camp vorbei und danach sollte es eigentlich auch nicht mehr sonderlich weit sein bis zu unserem Campinggelaende. Auch die Fluesse die von links und rechts kamen deuteten darauf hin, dass wir es bald geschafft haben sollten. Schliesslich setzte auch langsam aber sicher die Daemmerung ein und wir wunderteten uns wo den nun unser Camp seie.

Mit dem letzten Licht des Tages sahen wir dann endlich ein Schild, zwar kaum mehr zu lesen was darauf stand aber wir fanden einen Platz zum anlegen und auch eine Schutzhuette wo wir unser Nachtlager im mehr dunklen als hellen aufschlugen. Wir stellten dann auch fest, dass wir wohl an dem einen Camp vorbei gefahren waren und inzwischen noch eins weiter gekommen waren. Landungspunkt zur „Bridge to Nowhere“ direkt neben dem Mangapurua Camp. Egal weiter wollten wir diesen Tag definitiv nicht, also kochten wir noch schnell unsere Nudeln und legten uns dann schlafen. Auf das wir am naechsten Tag es ganz gemuetlich angehen lassen koennen.

Der naechste morgen kam und wir entschlossen uns, da wir ja so viel Zeit haben, einen kleinen Abstecher zu der Bruecke zu machen die irgendwann nach dem ersten Weltkrieg erbaut wurde, da man Soldaten weite Teile des Gelaendes als Farmland anbot und somit sich auch einige Farmen ansiedelten. Inzwischen ist aber davon nicht mehr viel uebrig  und somit steht eine solide Steinbruecke mitten im Wald und wird nurnoch von einigen Wanderern und Fahrradfahrern genutzt. Wieder zurueck an unserem Kanu luden wir die Faesser wieder ein und machten uns auf eine gemuetliche Paddeltour. Das Wetter war bestens und so liessen wir uns mehr treiben und genossen die Sonne und die wunderschoene Landschaft, alsdas wir uns wirklich ins Zeug legten um zu paddeln. Mittag machten wir diesesmal an einem Camp wo gleichzeitig auch eine alte Maori Versammlungsstaette liegt. Leider waren von denen keine Anwesend und so schauten wir uns nur ein wenig um und bestaunten das „Maorihaus“ welches genauso wie der Pfahl davor mit huebschen Schnitzereien verziert war. Weiter ging es den Fluss hinunter und am spaeten Nachmittag erreichten wir auch diesmal Planmaessig das naechste Camp welches ein wenig oberhalb des Flusses lag und einen Blick auf selbigen Bot. Sowie auf die Steilwand auf der anderen Seite des Flusses. Ein wirklich schoener Platz in der Mitte vom scheinbaren nirgendwo, umgeben von Wald, Farnen und dem Fluss.

Der letzte Tag war dann wieder sehr entspannt. Nicht ganz so strahlend blauer Himmel wie am Vortag aber immernoch relativ warm und ab und an zeigte sich auch einmal die Sonne. Das einzige spektakulaere an diesem Tag war vermutlich eine Ecke auf dem Fluss mit ein paar etwas staerkeren Stromschnellen, die wir aber ohne grosse Probleme meisterten. Da wir aber am morgen kurz vorm Ablegen Besuch bekamen von der Schulklasse, beschlossen wir ein wenig zu warten um zu sehen, wie diese die Stromschnellen meistern. Eigentlich relativ gut, wenn man von den zwei drei Kanus absieht die bei denen gekentert sind. Hilfe war aber nicht von noeten und so zogen wir weiter dem Ende unserer Tour entgegen. Dort kamen wir auch ohne weitere Vorfaelle an und mussten sogar noch einige Zeit warten bis wir von unserem Bootsvermieter wieder eingesammelt wurden.

Alles in allem eine wieder einmal sehr schoene Tour, anders wie die vorherigen und damit wieder auf ihre eigene Art und Weise genial!  Unsere 10. Mehrtagestour, ganz nebenbei bemerkt. Vermutlich unsere letzte, ehe es nachhause geht. Aber wer weiss das schon so genau 😉

Also man liest sich

und gruesse vom anderen Ende der Welt an euch alle da draussen!

Robert und Timo

Unsere wahrscheinlich letzte Tour :-)

Tadaa,

da sind wir wieder. Live und direkt auf euern Bildschirm.

In den letzten Tagen haben wir schon wieder so einiges erlebt und erlaufen.

Von Te Anau ging unsere Reise per Bus und tramping nach Wanaka. Ein kleiner Ort an einem blauen See inmitten schoener Berge.

Nachdem wir hier angekommen  und die Zelte auf dem Campingplatz aufgestellt waren gings wie immer erstmal einkaufen und den Ort so ein wenig auskundschaften. Wie es der Zufall so wollte trafen wir da im Supermarkt die 2 Franzosen mit denen wir ganz am Anfang im Nordland rumgereist waren.

Die beiden Frenchies arbeiten hier schon seit einem Monat und leben mit ganz vielen anderen Nationalitaeten in einer WG im Ort.

Da wurden wir von den beiden auch direkt fuer den Abend in die Wg zum essen und Neuseelandstories austauschen eingeladen. War ganz lustig.

Nun zu etwas voellig anderem. Wir hatten ja eigentlich vor keine groessere Wandertour mehr zu machen, aber irgendwie konnten wir es nicht lassen. :-).

Wir haben hier die ganzen Berge geshen und dachten uns, das es ja eigentlich ne Schande ist nicht mal auf einen raufgestiegen zu sein.

SO begab es sich, dass Timo und Robert ins Doc Center gingen und sich  eine 4 Tagestour raussuchten. Und Hossa, das war ne Tour.;-).

Nachdem wir  uns noch einen Tag in Wanaka aufhielten und ein wenig mit gemieteten Kajaks auf dem See rumschipperten, ging es am darauffolgenden Tag per laufen und trampen bei Nieselregen in Richtung „Aspiring Nationalpark“, der 51 km von Wanaka entfernt beginnt. Mit dem trampen hatten wir nicht so viel Glueck,  was dazu fuehrte, dass wir ca. 20 km liefen und 30 km mit 3 verschiedenen Leuten  bis zum Anfang des Wandertracks trampten. Da hatte man dann schon ma nen bissel was gelaufen, bevor der Weg ueberhaupt losging. Schon ziemlich fussmuede gings dann aber in aufklarendem Wetter und atembereaubender Landschaft richtung erste Hut, an der wir unser Zelt 200 m  abseits aufschlugen und somit „Freedomcamping“ betriben und somit auch nichts bezahlen mussten.

Die in diesem Gebiet ansaessigen Keas liessen uns zum Glueck in ruhe schlafen und betrieben keine zerstoerungsorgien mit unseren Zelten. Allerdings pirschte sich kurz von ins bett gehen mehrmals ein sehr unscheues Possum an unsere Zelte heran was nach einiger Zeit dazu fuehrte dass wir mit Steinen ins dunkle warfen und hofften das Possum zu treffen und es somit entgueltig zu verscheuchen. Wer jetzt denkt : “ oh das arme Possum…“ Die sind hier echt ne Pest. Schaetzungen gehen davon aus dass es in Neuseeland bis zo 70 Millionen Pussums gibt die  die einheimische  Pflanzen und die Vogelwelt(Eier) auffressen. Das nur am Rande. Wie auch immer. keine Ahnung ob wir getroffen haben, auf jedenfall kam das Tierchen nicht wieder.

Am naechsten Morgen wachten wir bei blauem Himmel  und sehr kuehler Luft auf. Auf gehts zur Liverpool Hut auf 1065 metern Hoehe. Anfangs ging es ueber weitlaeufige Grasebenen mit den Bergen rechts und links von uns in den himmel ragend immer gradeaus dem Flusslauf folgend.

Dann wurde es ziemlich steil und mit einiger kraxelei kamen wir oben an einer kleinen roten Huette an. Was fuer ne Aussicht !

Dort richteten wir uns ein und setzten Tee auf. Nach uns trudelten noch 6 weitere Personen ein ,die solange der Tee reichte, etwas angeboten bekamen und ihn dankbar annahmen. So macht man sich in Neuseeland ganz schnell Freunde in den Huetten ;-).

Jo. Essen , schlafen, aufwachen. Nachste tag. Kaiserwetter !

Was ne Aussicht!

Den ganzen Weg wieder runter und zurueck zur Aspiring Hut. Dort ne kleine Pause gemacht und dann den unglaublich anstrengenden und langen Aufstieg auf den Cascadesaddel begonnen. Long story short, wir waren irgendwann oben. Mit vor anstrengung zitternden Gliedern genossen wir die noch tollere Aussicht. Auf die auf 2- 3000 meter hohen gletscherbedeckten Berggipfel um uns drumherum und auf das unter uns liegende Tal.

Habe ich schon erwaehnt dass die Aussicht einfach irre war!

Nach einem kurzen Abstieg sur anderen Seite dort die Zelte aufgeschlagen und angefangen uns mit Energienahrung wie Nuessen und Schokolade vollzustopfen.

Zelte aufgebaut, Tee gekocht, Essen gekocht, pennen gegangen.

Die Nacht war ziemlich kalt. trotz schlafsack inlet und angelassenen klamotten war es nicht zu warm im Schlafsack. Aber was einen nicht umbringt macht einen ja bekanntlich nur haerter ;-).

Am naechtsen morgen war dann auch der Tuempel neben uns mit ein wenig Eis bedeckt, genauso wie Teile der Zeltplane.

Sachen gepackt und den Absteig begonnen. Unten agekommen noch 2 Stunden ueber die Ebenen gelaufen und am Parkplatz direkt ne Mitfahrgelegenheit bis nach Wanaka bekommen. Hier sind wir jetzt wieder und geniessen das immer noch gute Wetter.

Liebe gruesse um die  Welt,

Timo und Robert.

Eine Tour ohne klaren Weg

Hallo zusammen

gerade sind wir wiedergekommen von einer wirklich unglaublichen Tour. Meiner Meinung nach eine der besten die wir bis jetzt gemacht haben, vielleicht sogar die beste ueberhaupt. Aber so etwas wirklich zu sagen ist immer schwierig, da jede Tour auf ihre eigene Art und Weise natuerlich einzigartig ist.

Um direkt im Vorfeld den Titel des Beitrags zu erklaeren: Wir hatten, wie schon angekuendigt, uns hier im Fjordland wieder eine nette Tour heraus gesucht. Hollyford und Pyke wollten wir in einem Abwasch erledigen. Hollyford eine normale Wanderroute wie es in Neuseeland hunderte gibt. Pyke – naja sagen wir ein wenig anspruchsvoller. Hoher Grad an Fitness und Erfahrung vorausgesetzt genauso wie die Faehigkeit einem Weg anhand von einer Karte und dem was einem die Natur so bietet zu folgen. (das hat man uns im Visitor Center gesagt und uns vor dem Track gewarnt…) Ganz so schlimm sollte es nicht werden aber nun wollen wir mal langsam los legen und in die genauere Beschreibung gehen….

Los ging es von Te Arnau – der Center des Fjordlands. Die beiden Touren beanspruchen eine minimale Zeit von 9-10 Tagen, da wir aber bei schlechtem Wetter mit ueberflutungen der Fluesse zu rechnen haben, hatten wir fuer weiter 4 Tage Essen eingepackt. Also alles in allem ein Essensvorat von 14(!!) Tagen. Reis und Nudeln im Ueberfluss dazu Tueten Sossen und jeden zweiten Tag eine Dose mit Nahrungsergaenzung –  den einen Tag „baked beans in tomato souce“, den anderen ein wenig Mais, Erbsen oder corned beef.

Nach nur sehr kurzer Zeit warten wurden wir von einem sehr netten Israeli augesammelt der uns direkt bis zum Start des Tracks brachte und uns somit, von der Hauptstrasse zum Beginn des Tracks, eine 18km Tour ersparte. Guter Laune und mit gutem Wetter im Ruecken ging es also los. Nach guten zwei Stunden machten wir eine kurze Rast an einer Hut um einen Muesli riegel zu essen und kurz die Trinkflaschen wieder aufzufuellen. Dort trafen wir dann auch Joshi mit dem wir spaeter noch einen weiten Teil des weges laufen sollten, aber dazu spaeter mehr.

Also weiter zur naechsten Hut. Alles in allem war dieser Tag mit gut und gerne 5-6Stunden ein relativ moderater Tag durch das Neuseelaendische Dschungelparadies im Fjordland. Der Weg erinnerte an diesem Punkt mehr einem Highway als einem wirklichen Wanderweg. Trotzdem erhielten wir einen kleinen Eindruck was uns auf dem Weg weiter erwarten sollte. Glocken klare Fluesse, wunderhuebsche Wasserfaelle und die, wie schon fast von Neuseeland bekannte, unberuehrte Natur. Am spaeten Nachmittag kamen wir dann also an der Hut an und kochten dort unser Essen. Dort kommt man dann ein wenig mit den Leuten ins Gespraech um so zu hoeren wie die Tracks sind und was so die einzelnen vor haben und schon gemacht haben. Wie es der Zufall so wolte treffen wir auf ein aelteres Ehepaar aus Auckland, die vorhaben den Pyke zu laufen und danach den Hollyford Track. Jetzt hiess es fuer uns, was tun. Eigentlich wollten wir uns auf dem Hollyford erst ein wenig einlaufen, um danach uns der grossen Herausforderung Pyke zu stellen, aber auf der anderen Seite haben wir so noch zwei Leute mehr zur Hand die uns auf dem Weg begleiten und mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn man sich mal nicht sicher ist wo es weiter geht mit dem Track.

Wir haben uns nach langen hin und her ueberlegen dazu entschieden mit den beiden zu  laufen, auch weil uns der Hut-Warden fuer die naechsten 3 Tage gutes Wetter vorraus gesagt hat. (nein, er kann das nicht an den Wolken lesen, sondern hat via Funk den aktuellen Wetterbericht angefordert) Wow, drei Tage, das ist genau die Zeit die man bei gutem Wetter braucht den Pyke zu bewaeltigen!!! Gute Vorraussichten das macht natuerlich die Entscheidung ein wenig einfacher.

Dem See vor der Hut folgend ging es also richtung Norden und wenn ich hier schreibe dem See folgend, dann meine ich das mehr als nur Wort woertlich. Denn der einfachste Weg auf der Route ist bei geringem Wasserlevel durchs Wasser oder an der Boeschung entlang und so kommt es direkt in der ersten halben Stunde vor, dass wir uns durch Huefthohes Wasser schlagen und ueber Stock und Stein steigen/klettern um ans Ende des Sees zu gelangen.

Von da ging es dann weiter einem maerchenhaft schoenen Pfad folgend, der manchmal auch mehr oder weniger frei Schnauze war, bis man das naechste orangene Dreieck irgendwo an einem Baum entdeckte(orangenes Dreieck ist hier in Neusseeland so das Symbol fuer Wanderwege. Die haben das eigentlich alle als „Wegweiser“) Von dort ging es dann weiter durch sogenanntes Black Swamp Land frei uebersetzt schwarzes Sumpf Land. Naja wieder ueber Kniehohes Wasser, aber diesmal mit Schlamm und Sumpf gefuellt. Ein Jump’n’Run von einem Flachs Bueschel zum naechsten. Leider schneiden einem diese Pflanzen teilweise ein wenig in die Finger, aber man lebt nur einmal und was einen nicht umbringt macht einen nur haerter. (nein, keine Sorge keine tiefen Schnitte nur kleine Kratzer – klingt wahrscheinlich schlimmer als es wirklich war). Tja, der Rest der Strecke waren mehr oder weniger trockene Flussbette und weiterer Matsch sowie Wald in seiner natuerlichsten Formen mit unzaehligen Farnen und einem Anblick, dass man alle zehn Meter stehenbleiben moechte um noch mehr von allem in sich aufzunehmen.

Der naechste Tag fuehrte als aller erstes ueber einen Fluss. Dieser wurde aber nicht durchwahrtet sonder ueberbrueckt. Nein nicht mit einer Bruecke, nicht mal mit einer Haengebruecke sondern mit einer Kiste die an einigen Stahlseilen haengt und mit einer Kurbel bewegt wird… Absolut abgefahrenes Teil und einfach ein grosser Spass am fruehen morgen.

Und danach ging es wieder weiter durch schon mehr oder weniger bekanntes Hinterland. Teils durch Waelder, teils durch historische Weidegruende… (vermutlich hat die letzte Kuh da gute 50 Jahre zuvor gegrast, was beim alter Neuseelands seitdem Europaer hier wandeln schon relativ alt ist…) Auch die ein oder andere kleine Querung eines Fluesschens stand wieder auf dem Programm. Uebrigens haben wir uns die neuseelaendische Methode angewohnt einen river zu Crossen. Tevas sind von gestern. Wanderschuhe trocknen wieder, also mittendurch statt nur dabei – oder so 😀

Das Highlight sollte dann am Ende des Tages kommen die Querung des Pyke Rivers an einer Stelle die bekannt dafuer ist bei Regen unpassierbar zu sein (so wie schon einige Teile zuvor, aber egal) Also diese Stelle passiert und dort dann unsere Zelte aufgeschlagen. Das Ehe Paar aus Auckland ist noch weiter zur naechsten Hut gewandert. Alles in allem hatten die Beiden wohl einen etwa 11 Stunden Tag(Hut ab davor, dass sie das durchgezogen haben). wir haben uns mit unseren etwa 8,5 begnuegt. Die Zelte sollten ja schliesslich auch nicht umsonst eingepackt sein. Und eine schon so gut wie vorbereitete Feuerstelle, eine Holzbank + Tisch will schliesslich auch genutzt werden und nicht nur eines sehnsuechtigen Blickes gewuerdigt werden.

Der naechste Tag war dann im Vergleich zu den vorherigen schon fast langweillig. Wir folgten einer alten Strasse, durch den Wald, wo Rinder und Kuehe und sicherlich auch eine Quads drueber gebraust sind. Zumindest waren die „Fahrrinnen“ fuer uns sehr deutlich im Boden zu erkennen, womit wir auch recht wenig auf die Dreiecke achteten und trotzdem an der naechsten Hut ankamen. Dort trafen wir dann auch unsere Reisegefaehrten, das Ehepaar, wieder und im Laufe des Nachmittags tauchte auch Joschi dort auf, der den Hollyford laufen wollte und sich dann mit uns an der Hut treffen. Voller Freude den Pyke geschafft zu haben beschlossen wir dort eine weiter Nacht zu bleiben. Diese Entscheidung hat sich wieder als sehr gut herrausgestellt und wir hatten eine wahnsinnig tolle Zeit, bestehend aus Aale fangen, Muscheln sammeln und ein wenig auszuspannen.

Aber irgendwann muss es weiter gehen also auf Richtung Hollyford Track. Diesmal ohne Aucklaender, dafuer mit Wuerzburger. Auf dem Weg zur naechsten Hut machten wir dann an ein paar Felsen halt um uns einen kleinen aber sehr, sehr, sehr, sehr, sehr schmackhaften Imbiss zu kochen bestehend aus Paua Muscheln in Knoblauch und Oel gebraten. Danach liefen wir noch an einer Robben Kolonie vorbei und konnten einige Baby Robben sehen. Trotzdem versuchten wir moeglichst einen gewissen Abstand zu halten um die Tiere nicht mehr zu stoeren als unbedingt noetig.

Naechste Hut neues Glueck. Kochen, schlafen, wandern, kochen und schlafen. Zwischendurch wieder wunderbare Landschaft. Das naechste Highlight sollte eine Hut sein, die auf einer kleinen Insel liegt, am Fusse eines Sees. Natuerlich auch nur bei gutem Wetter zu betreten und moeglichst schnell wieder zu verlassen ehe die Fluesse wieder steigen.

Ehm, Nein! Wir hatten uns vorgenommen da wieder 2 Naechte zu verbringen und vielleicht wieder ein wenig Fisch zu fangen oder einfach nur eine gemuetliche Kugel zu schieben.

Aber es kommt halt alles anders als man eigentlich denkt. Der erste Abend war noch relativ ruhig. Zwischendurch kamen ploetzlich einige Jaeger herein die sich, nachdem sie erfuhren, dass wir auch noch den gesammten naechsten Tag da bleiben wuerden, fuer den naechsten Abend ankuendigten.

Also der naechste Tag kam und die Jaeger auch. Mit Sack und Pack wie man so schoen sagt. genauer gesagt waren sie einige der Knalltueten, die diese Idylle mit der Lautstaerke ihrer Jetboote zu zerstoeren drohten. Aber alles in allem echt super Jungs. Am Abend tauchte dann auch noch eine weiter Truppe Jaeger auf und ein etwas verwirrt scheinender aelterer Wanderer.

Das Resumee des Abends: Wir hatten koestlichstes frisches Reh, frisch gereucherte Forelle und eine sehr amuesannte Jetboot Tour um die Insel fuer umsonst, bei der das Boot alles andere als geschohnt wurde. Aber SaftyFirst natuerlich Rettungswesten angehabt und das einzige was dann ein wenig schief ging war der Versuch das Boot ueber ein Kiesbett zu „schiessen“, aber schieben hilft! Haetten wir das ganze ueber einen richtigen Veranstalter gemacht, haette das vermutlich einige viele Dollars gekostet… Alles in allem war es am Ende eine sehr witzige kleine Party, die wir so absolutes nicht erwartet haetten.

Als wir dann weiter wollten bekamen wir sogar noch eine Mitfahrgelegenheit auf den Jetboots – ersparte uns ein klein wenig Strecke durch noch mehr Schlamm. Und wir erhielten dafuer einen etwas anderer Blick auf den Fluss und die Berge drum herum.

Tja und das soll eigentlich auch schon unsere Tour im grossen und ganzen gewesen sein. Noch einmal eine weitere Nacht in einer Hut und dann der heutige Tag mit verdammt viel laufen zur Strasse. Erst gute 2 Stunden auf dem Wanderweg und dann noch einmal 18km vom Strassenende zur Hauptstrasse. Summa sumarum etwas mehr wie 25km.

Aber nun sind wir wieder  gut in Te Arnau angekommen und nach einem guten Essen haben wir den Abend ausklingen lassen und freuen uns darauf, was uns noch hier in Neuseeland erwartet, ehe es dann irgendwann im April heisst: Segel setzen Richtung heimischer Hafen…

Also bis dahin

Gruesse vom anderen Ende der Welt

Robert und Timo

PS: Ist spaet, also wer grobe Rechtschreib und oder sonstige Fehler findet darf sie behalten!

Der Koenig des Waldes …. Stuart Island

Moin popoin..

Hier ein neues Lebenszeichen aus NZ.

Nach dem wir uns bei gutem Wetter aus den Catlins per tramping nach Invercargill( heassliche Stadt) begeben hatten, ging die Reise von dort, nach Aufstockung der Lebens- und Genussmittel mit der Personenfaehre nach Stuart Island. Die Ueberfahrt dauerte mit dieser Speedbootfaehre nur etwas weniger als eine Stunde, die wir aber sehr genossen, da es doch ein paar hohe Wellen gab und wir natuerlich die gesamte Ueberfahrt drausssen verbrachten. Mit 60 dollar war das gar nicht so billig, was uns auf die Idee brachte auf der Rueckfahrt doch einen Fischer zu fragen ob er uns nicht zurueck auf die Suedinsel bringen moechte.

Um das schon mal vorweg zunehmen, es hat nicht geklappt. Dafuer haben wir Geld im pup gelassen in dem wir erfuhren, dass die naechsten Tage kein Fischer Rausfaehrt.

Naja wie auch immer. Zurueck zur Ankunft.   Wirsind in der einzigen Siedlung der Insel, Oban(280 Einwohner), angekommen und haben die Zelte bei einem Backpackers aufgeschlagen. Essen kochen usw….

Am naechsten morgen gings dann ins doc center um eine passende Strecke fuer uns rauszusuchen, nicht zuuuu lang und nicht zu einfach. Nach einiger Recherche und guter Beratung durch einen doc Ranger  entschieden wir uns fuer den southern circuit, der als der schwerste der 3 zu laufenden routen der Insel gilt.

War eine 6 tagestour.

Ganz grob beschrieben wars eine megatolle tour mit groestenteils sehr sehr sehr schlammigen, sumpfartigen wegen , einigen Hohenmetern, die wir auf der Insel nicht erwartet hatten, unglaublich artenreicher Pflanzenwelt und teils sehr zutraulichen Voegeln. Uns war das glueck auch so hold, dass wir 5 Kiwis zu gesicht bekamen, die wirklich sehr urzeitlich aussehen und groesser sind als man erwartet. Weitere higlights waren die 107 gestrandeten Pilotwahle an der Masonbay die von 4 Forschern in weissen Ganzkoerperanzuegen auseinandergenommen wurden und eine wundertolle Strandbucht , mit einer winzigen doc huette die sehr nach Piratenversteck ausschaut( bojen und netze hingen ueberall rum und sogar ne haengematte aus einem fischernetz ). An diesem „Pitratenversteck “ lag auch eine Angelschnur mit Haken die wir an einam nahegelegenem flusslauf ausprobierten und es schafften unser Abendessen mit einem in oel und Knoblauch angebratenen Fisch zu bereichern. Am naechsten Tag gings lustig weiter mit seafood.

Die in der  naechsten Huette hausenden Jaeger sagten uns, dass man bei Ebbe  hervorragend Miesmuscheln „ernten“ kann. Sie hatten nicht zuviel versprochen. An diesem Tag schlugen wir uns den Magen mit zig toepfen frischgegarter Muscheln direkt aus dem Meer voll und machten abends noch ne schmacko Muschelsuppe zu den Nudeln draus. Die Jaeger waren wirklich lustige Zeitgenosse, die uns sogar einige Brocken gebratenes cornedbeef gaben und am Morgen einen Kaffee unter die Nase hielten.

Sie hatten leider kein Glueck bei der Jagd, ansonsten waeren wir vermutlich noch in den genuss von Rotwild gekommen.

Der Rueckweg ging dann  nicht nur durch 20 cm. tiefen Schlamm  sondern durch hueft tiefen Sumpf. Zum Glueck hatten wir gutes Wetter, andernfalls waere diese Etappe sehr ungemuetlich geworden. Auch waren die zuvor gekauften Gamaschen eine grosse Bereicherung.

War eine der abwechslungsreichsten Touren bisher, die allerdings groesstenteils von Schlamm bestimmt war und uns mit Etappen von 20 km und 9 stunden laufen teils einiges abverlangt hat.

Nach dem wir wieder auf der Suedinsel angelangt waren, machten wir uns auf Ins Fjordland, indem wir uns nun befinden. Genauer gesagt in Te Anau. Unglaublich touristisch, Reisebusse mit alten Menschen ueberall … wies halt so ist.

Wir haben die naechste Tour schon wieder vor uns. Wir werden ueber 10-14( je nach Wetter) Tage den Hollyford und Pyke Big Bay Route laufen. Dies soll dann die letzte grosse Wanderung und somit nochmal eine Hammertour fuer uns hier in Neuseeland werden. Danach lassen wir es dann vermutlich ein wenig ruhiger angehen…

🙂 we’ll see

liebe gruesse ,horridoh

Timo u, robert

PS:“ Koenig des Waldes“ ist die Bezeichnung, die der Kiwi bei den Maori hat.

Weiter gehts in den Catlins

Nachdem wir mit dem Nakedbus weiter gefahren sind nach Balclutha, kam da erst einmal die grosse Enttaeuschung. Unsere geplante Tour durch die Catlins koennen wir nicht so machen wie wir es eigentlich vorhatten – es gibt einfach keinen wirklichen mehrtages Wanderweg durch die hiesige Gegend. Aber wir wollten uns davon nicht die Laune verderben lassen und trotzdem unsere Tour machen. Also weiter zum naechsten kleinen Oertchen und schauen was es da so alles gibt.

Also naechste Station Owaka. Hier haben wir einen kleinen Ausflug zum Strand gemacht und einige Seeloewen aus naechster Naehe knipsen koennen. Ziemliche Wuchtbrummen die Viecher… (Erreichen ein Koerpergewicht von um die 350kg)

Okay einige dicke Tiere die am Strand rumliegen sehen, dafuer kann man auch an die Nordsee fahren – also weiter gehts. Daumen raus und weiter warten. Und nach wenigen Minuten stoppt auch ein Campervan – Wohnmobil (Bis jetzt sind das die gewesen, die immer fleissig weiter gebrettert sind…) ! Ein Englaender der hier ein bisschen durch die Catlins faehrt und sich ein paar Sachen anschauen will, aber wenn wir kein Problem damit haben ab und an mal fuer nen Fotostop anzuhalten sollten wir doch reinspringen. Gesagt getan! Und so kamen wir dann in den Genuss uns noch an diesem Tag die Cathedral Caves anzuschauen. Riessige vom Meer in den Fels gespuehlte Hoehlen, die von ihren Dimensionen ein wenig an die hohen Decken von Kirchen erinnern… Ende der Reise war dann fuer uns Curio Bay.

Hier haben wir einen traumhaften Campigplatz gefunden der zur Haelfte auf einem Kliff steht und man in der Bucht vor einem einige Hector Delphine beobachten kann. Und wir hatten sogar mehr als einmal das Glueck dies auch zu tun. Viel mehr wie die Finnen hat man zwar nicht sehen koennen aber immerhin – besser als nichts! Da uns dieser Campingplatz so sehr gefallen hat sind wir dort noch zwei weitere Naechte geblieben und haben am naechsten Tag einen Ausflug zum Slopes Point gemacht.

Wir haben schliesslich den noerdlichsten Punkt der Nordinsel gesehen und somit versteht es sich ja auch irgendwie fast von alleine, dass wir den suedlcihsten Punkt der Suedinsel uns auch anschauen. Aber irgendwie waren wir ich ein klein wenig enttaeuscht. Viel mehr als ein Schild mit zwei Wegweisern(einer zum Suedpol und einer zum Equator) ist dieser Punkt naemlich nicht. Umgeben von eingezaeunten Weiden wo ein paar Schafe drauf stehen…

Gestern haben wir dann uns ncoh mal einen Tag gegoennt um am Strand zu liegen ein wenig Hackisack zu spiele oder einfach nur Musik zu hoeren und den Wellen zuzuschauen und ab und an mal einen Blick auf eine der Finnen der Delphine zu erhaschen. 

Waehrend wir uns dann also mal einen Kaffee holten erfuhren wir auch von dem Erbbeben in Christchurch. Hier haengen heute alle Fahnen auf Halbmast. Uns ist Gott sei Dank ncihts passiert!

Hier heisst wir sind nicht mehr in der Bay sondern in Invercargill um uns bald auf die Reise zu begeben nach Stuart Island, denn da soll es noch einen recht schoenen mehrtages Track geben den wir gerne „erwandern“ wollen.

Bis dahin, schoene Gruesse vom anderen Ende der Welt

Robert und Timo