Hilfe!!

Ich habe was zum Lachen für euch und was zum verzweifeln für mich.

Ich habe gerade meinen Schlüssel für alles in der Speiskammer eingaschlossen und esme kommt erst morgen zurück!!!!!!

Gott sei dank war die andere Speisekammer noch offen wo die nudeln der Reis die Eier und auch Brot und Müsli drin sind.

Aber kein Gemüse, kein Fleisch, und kein Käse………

und ich muss noch einmal abendbrot und frühstück machen und zweimal kochen bis esme zurückkommt und ich meinen Schlüssel entschließen kann.

Aber ich muss halt improvisieren. Das wichtigste ist da ich hatte glcklicher, glücklicherweise noch nicht die Medizin eingeschlossen!!!.

Jetzt muss ich ein Pfannkuchenrezept googelm.

Ihr dürft mich jetzt auch ganz böse auslachen, ich habs verdient.

heritage day

Hallo ihr Lieben

„Heute ist heritage day, einer der vielen
Feiertage hier, weshalb natürlich nicht gearbeitet werden darf und ich somit Zeit habe was zu schreiben, bzw. euch Bilder zu zeigen.“ Zitat Max

Nun heute ist auch bei uns heritage day gewesen. Allerdings hat das nicht bedeutet, dass ich mehr zeit hatte. eher im gegenteil. Die Young-Co Worker dürfen dann nämlich den Cofeshof öffnen und alle Residents im Village mit Kuchen und Tanz beschäftigen. Zusätzlich dürfen die Young-Co worker die auf der Farm arbeiten (unter anderen ich) morgends und mittags die Tiere füttern und melken, damit die residents ihren public holiday haben. Und Clara darf, weil ihre HAusmutter diese Woche im Urlaub ist das Haus alleine schmeißen. Ach und Kuchen backen für den Coffeshop, Musik zusammenstellen, milch abholen, waschen und was halt alles so anfällt wenn auch noch die Köchin im Krankenhaus ist.

Aber ich will mich gar nicht beschweren denn es war ein wunderschöner Tag, den ich sehr genossen habe und ich merke erst jetzt, wo ich mich hinlege und alles aufzähle, dass es ja ein anstrengender Tag geesen sein muss. Aber ich hatte so viel Spaß. Beim Ferkel füttern und vorallem beim Coffeshop, weil ich mit allen residents getanzt habe und ihr solltet die Freude der residents sehen, wenn sie tanzen.

Ich finde langsam einen richtig guten weg um mit den meißten hier umzugehen, am einfachsten ist man behandelt sie wie die Pfadikinder.  Streng und blos nicht mütterlich, aber man muss mit ihnen spaßen und sie evt. zum Zähneputzten kitzeln. Vorlesen kommt auch sehr gut an. Ich lese momentan Harry Potter vor und auch wenn mir keiner von ihnen erzählen kann, was am Tag vorher vorgelesen wurde, lieben sie es.

Esme erzählt mir immer, dass ich sie behandeln soll wie Erwachsene und das ist eigentlich richtig, denn sie sind Erwachsen. Aber ich bin ja nicht die Hausmutter, ich bin der Young-Co Worker ich befinde mich in einer ganz anderen position.

Jedenfalls habe ich den Tag sehr genossen, oh das schrieb ich schon. Aber das kann ruhig zweimal gesagt werden. Zum mittagessen habe ich Frikadellen gemacht, den Residents hats zwar geschmeckt aber sie sind nicht so geworden wie ich es wollte

@ Mama: wie machst du die. ich weiß die Zutaten aber die Mengenverhältnisse?

Habt ihr vielleicht noch ideen für andere einfache relativ billige Rezepte? Meine Ideen gehen langsam aus.

Ach und was ist typisch deutsch? ich soll mal was typisch deutsches kochen.

Nun zurück zum Mittagessen, Paul hat zum ersten Mal in dieser Woche zum Mittag gegessen, dem Himmel sei Dank, die letzten mittagessen hat er nämlich immer verweigert. Nur hat er als schon alle fertig gegessen hatten und gerade niemand mehr im Raum war, einige Löffel mit Reis und Sauce an die Wände geschmissen. Eine große Sauerrei und dann hat die Krankenschwester ihm auch noch Augentropfen verschrieben, weil er meinte seine augen täten weh. Ich glaube ihm zwar nicht, aber ich stelle mich nicht gegen die krankenschwester und wenn er doch nur schauspielert werden die Tropfen nicht schaden und er bekommt wenigstens eine kleine Strafe für seine Show. Leider ist die Strafe für mich größer, denn ich muss die Tropfen geben und dann passiert es schon mal, das er schlägt und beißt und vorallem heult und schreit als würde ich ihn schlachten.

Nun soviel zu mir und meinem freien tag;)

Vielen Dank robert für die Fotos

„Outing“

Halli Hallo

Der Winter Südafrikas zeigt sich hier von seiner besten Seite und so kann ich heute schon von meinem ersten SOnnenbrand berichten.

Morgen werden es wohl 30 Grad und montags mixen wir das Kuhfutter. Das bedeutet für mich, ca 40 50kg Säcke auf einem immer großer werdenden Berg von Kuhfutter

auszuleeren. Da die Residents das nicht machen dürfen und die andere Co-Workerin die Säcke überhaupt nicht hochheben kann. Und das bei 30 Grad, Hilfe.

Aber eigentlich wollte ich von unserem Outing schreiben. Man achte auf das Wort Outing, was so viel meint, wie einen Ausfug außerhalb der Grenzen des Camphills. Ihr solltet die Menschen hier über die Outsideworld und die Outsiders reden hören. Es ist als ob das Camphill ein kleiner Planet sei und alles drumherum sind Aliens.

Nun unser Outing, wo das ganze Haus mitkam, was neben bei ein ganz schöner Akt war, führte uns in einen kleinen Nationalpark hier in der Nähe. Das eigentlich Ziel war Blumen zu betrachten aber wir haben auch einige Tiere gesehen, leider waren diese meist zu weit weg um sie zu fotografieren und wir sahen die Tiere auch erst relativ am Schluss wo mein Akku von der Kamera alle war.  Bei jeder schönen Blume, die einer aus unserem Haus sah musste ich nämlich aussteigen und sie fotografieren, was mir unzählige Kämpfe mit Dornenbüschen und einige Zecken eingebracht hat.

Und die Landschaft zeigte sich auch von seiner besten Seite, so dass ich nicht aufhören konnte Berge und das Meer zu fotografieren.


Das Outing hat auf  jeden Fall einen riesen Spaß gemacht und ich habe eine Menge verschiedener Böcke gesehen, wildbeasts (so eine art kleiner üffel, wobei klein eher in Anführungsstriche gehört), massenweise  Schildkröten und Emus, Luchse und sogar einige Zebras. Aber ich war ganz enttäuscht, dass die Zebras gar nicht richtig gestreift waren, sie sahen farblich eher aus wie Esel nur ihr Hintern war gestreift und leider, leider gab es auch keine Paviane.  Für mich war die Lektion des Tages, dass die Böcke die es hier gibt gar nicht klein sind, ich dachte immer, die hätten die Größe von Schafen oder so aber die meisten von denen sind um einige größer als Kühe.

diese Tiere sind großer als Kühe

Es war auf jedenfall sehr beeindruckend. Pause haben wie am Meer gemacht, Mit geschmierten Brötchen und Fanta und es hatte schon eine kleine Ewigkeit gedauert alle aus unserem haus in das Auto z ubekommen aber hinaus war noch schwieriger. Die sind halt alle nicht mehr

Paul und ich

sonderlich agil.

Die caregiverin, meine Hausmutter, Paul und ich

Nachdem wir wieder aus dem Nationalpark waren haben wir noch in einem Laden gehalten der auf Vogelverkauf spezialisiert, aber alles verkauft hat. Während Esme eingekauft hat habe ich mir alle wunderbar, farbigen Vögel angesehen. Es sah mehr aus wie ein Zoo, als ein Laden. Die Vögel hatten massig Platz und es gab Vögel in allen Größen und FArben, meist Papageien.

Wir sind dann noch mal ans Meer gefahren und Gloria und ich sind erstmal unfreiwillig baden gegangen, weil ich die Wellen hier einfach nicht einschätzen kann. Esme hat uns dann noch allen Eis gekauft und dann ging es wieder nach Hause.

Gestern habe ich zum ersten Mal gekocht, da es nach dem Outing etwas warmes geben sollte. Ich habe Spaghetti Carbonara gemacht und den residents hat es sogar geschmeckt, obwohl ich einige Gewürze verwendet habe. Welche zu suchen mich bestimmt eine viertel Stunde gekostet hat da hier nie, nie, nie etwas gewürtzt wird außer mit Knorrfix für Saucen zu Hühnchenfleisch. Was hier das                                                                                                                                                                           Gewütz für alles ist und wirklich in ALLES reinkommt.


Ansonsten geht es mir immer noch blendend, nur die Bremsen die langsam aus ihren Löchern kommen nerven ein wenig.

Ich hab euch lieb

Clara

Kranke Sache

Die Kapelle, und nochmal die Blumenpracht
Beim Kühe treiben

nun es sind immer unglückliche Dinge, die mir die Zeit verschaffen euch zu schreiben.

Diesmal ist es zwar kein Todesfall, aber ich bin krank. Nicht schlimm, aber mein Hals kratzt wie noch nie und ich kann nicht sprechen. Der Schmerz beim Schlucken hält mich vom schlafen ab, also schreibe ich. Blöderweise ist das Einzige, was nicht in meiner riesen Reiseapotheke ist, etwas gegen Halschmerzen. Ich habe Tabletten von Esme bekommen, aber dabei habe ich das Gefühl pures Chlor zu lutschen. Hoffentlich hilft es wenigstens. Morgen ist Gott sei Dank mein freier Tag und ich kann mich ausschlafen.

Nun ansonsten ist die letzten Tage wieder recht viel eindrucksvolles passiert. Zum Beispiel hatte ich vor zehn Minuten den ersten richtigen Kampf mit einer Schlange. Das hört sich dramatischer an an es ist, den es war eine mini, mini Babyschlage  vielleicht 15 cm lang und so dick wie mein kleiner Finger. Aber es war eine Schlange. Sie saß in unserem Badezimmer und ich musste sie rausholen, da Rita, die sie gefunden hat noch mehr Angst vor Schlangen hat als ich und morgen wenn die Residents aufs Klo gehen keine Schlange im Bad sein kann. Ich habe also versucht die Schlange in eine Tubberdose zu bekommen und sie dabei durch das ganze Bad getrieben. Die Schlange hat gezischt und sich gegen mich aufgerichtet und war echt schnell. Ich hoffe nur, dass ich nie einer größeren die Stirn bieten muss.

Ansonsten hatten wir heute abend bei mir einen netten Poker und Chillabend, leider bei mir zu Hause, deswegen konnte ich nicht gehen, aber ich fühle mich wirklich nicht so fit. Die alten Co-Worker werden uns ihr Pokerset und ihre Shisha dalassen.

Nun ansonsten haben wir gestern morgen auf der Farm, Ferkel von ihrer Mutter getrennt. Die Ferkel waren echt schon groß und mann musste sie an einem Bein zu fassen bekommen und sie dann an zwei Beinen festhalten und zum Auto tragen. Die Ferkel hingen also immer mit den Kopf nach unten und machten ein geschrei und gequieke, dass man sie manchmal aus schreck gleich wieder fallen ließ.

Da habe ich gerade das Ferkel am Hintebein erwischt
die Ferkel

Jonathan hat ein Ferkel gepackt

Ansonsten war der allmonatliche Sonntagsmarkt. Der wohl echt ganz schön sein soll, mit vielen Ständen und Marimbaband, die auch sehr gut sein soll. Aber ich habe nicht viel bis nichts davon mitbekommen, weil ich die ganze Zeit kuchen verkaufen  musste.

Wir haben Paul Geburtstag trotz Todesfall gefeiert und er hat noch immer nicht verstanden, dass Halcot nicht mehr da ist. Seit dem spielt er ununterbrochen mit seinem spielzeughandy und feiert nachts Lautstark Partys in seinem Zimmer, Jedenfalls kann ich im Nebenzimmer jeden Abend zum einschlafen tausend lautstarke „Happy Birthdays“ hören. Einmal hat Esme versucht ihn ruhig zu bekommen in dem sie ihm ein Stück Kuchen( um 12 Uhr nachts) gebracht hat und hoofte, er würde danach schlafen. Aber es hat nicht geholfen.

Und das wichtigste. Es war Halcots Beerdigung. Die Rede der Priesterin war wirklich schön und nachdem wir morgends beim Grabausheben geholfen hatten habe ich auch bics zum Schluss mitgeholfen das Grab wieder zu schließen. Eigentlich besitze ich die Kraft dazu noch nicht. Aber ich hatte irgenwie das Gefühl das tun zu müssen. Jedenfalls sitzt der Muskelkater fest in meinem Rücken und ich hoffe nicht darauf, dass er in den nächsten Tagen verschwindet.

Morgen bekommen wir unser Auto, wir oder nur Johanna und Kathrin, kommt daruf an wie ich mich fühle werden es abholen und ein paar Übungsstunden im Camphill wegen des Linksverkehrs abhalten. Das bedeutet schon wieder keine Tafelbergbesteigung.

nun ich hoffe es geht euch allen gut. Clara

gregory und ich auf der ladefläche des pickups
morgensonne und die weite des camphills
beim Holzschräddern
Das halbe Farmteam auf dem Anhänger des Traktors
so sieht es beim melken aus
Der Ngunibulle, wir haben alle schreckliche Angst vor ihm wenn wir die Kühe treiben

Impressionen

Hier ein paar Bilder für euch.

in der Reihenfolge

Ich, auf unserer Terasse, mit zwei Residents und dem Welpen

Das Farm Team, links neben mir ist Kathrin, rechts Ann-Christin(zwei der anderen Co-Worker)

mein Zimmer

die Blumenvielfalt/Masse, es ist echt beeindruckend wenn man hier ist, das Foto bringt es nicht ganz so gut rüber.

3 Wochen alte Kälbchen

Die Kühe, ich glaube Oleander und Boom, aber ich bin noch nicht sonderlich Namenfest, bei 30 Milchkühen und was weiß ich wievielen Fleischkühen.

Mein erster Sonnenaufgang, das sehe ich jeden morgen als erstes wenn ich aufwache.

Unser Wohnzimmer

Mein Haus „Acacia“, mein Zimmer ist das zweite Fenster von rechts.

Und die Pflanzen hier. Das erste Bild zeigt die Nationalblume Südafrikas „Protea“.

Rund um Kapstadt

Also hier einen Auszug aus meinem Fahrtenbuch.

Do. 26.08.2010

Heute war mein erster richtiger off-day und Mayte, Kathrin, Ann-Christin (alles YOung-Co-Worker hier) und ich wollten uns ein bisschen was von Kapstadt ansehen. Wir fuhren also um halb neun mit Uta und Christoph,(die Camphillleitung) die in die Nähe von Kapstadt wollten, mit. Wir wurden an einer „Bushaltestelle“ abgesetzt. Bis dahin lief alles gut, bis auf die kleine aber meinen Tag verändernde Frage, ob ich mir denn vorstellen könnte in der Käserei zu arbeiten. Für mich der schlimmst Workshop. Den ganzen Tag durfte ich mit einem Knäul im Magen rumlaufen und mit der Vorstellung das ganze Jahr in einem eiskalten Raum, mit einem super langweiligen Job und mit größtenteils stummen Leuten zu arbeiten. Dabei war ich auf der Farm so glücklich und die wollten mich ja auch dort haben. (Inzwischen bin ich relativ fest auf der Farm. Nur wenn keiner der anderen Co-Worker, die noch kommen in die Käserei geht muss ich wahrscheinlich halbtags in die Käserei. Also drückt mir die Daumen.)

Nachdem wir an der Bushaltestelle abgesetzt wurden , warteten wir gute 1 1/2 Sunden auf einen Bus, nur um dann festzustellen, dass wir auf der falschen Straßenseite standen (LINKSVERKEHR) und zudem keine Busse, sondern nur Minitaxen fuhren.

Ein paar Minuten später kam dann auch wirklich ein Minitaxi zur Capetown-Bus-Station in das wir alle reinpassten

Zur Erklärung: Minitaxen sind eine ziemlich aufregende und chaotische Sache aber man zahlt auch nur umgerechnet 7o cent auf 50 Kilometer. Minitaxen fahren nicht los bevor sie nicht mindestens mit einer Person überladen sind und Halten dann bei jedem Wink, ohne Rücksicht auf den Verkehr um sie herum, ca alle zehn Minuten an um weitere Fahgäste irgendwie in den kleinen Bus( meist 16 Sitzer) reinzuquetschen. Die Minitaxen fahren schrecklich, da ist nicht zu vergleichen , mit unseren Minicars. Aber da in Südafrika jeder wie eine gesengte Sua fährt scheint sich das irgenwie auszugleichen. Wenn man hier im Auto sitzt muss man jedenfalls immer für die anderen mitdenken und jeder den ich hier getroffen habe war schon in mindestens einen ziemlich schweren Autounfall verwickelt.

Das Geld in einem Minitax wird durch alle Hände nach vorne zum Fahrer gereicht und mit etwas Glück bekommt man sogar das Wechselgeld zurück.

Die Menschen die mit Minitaxen fahren sind meist schwarz oder farbig und an ihnen und an den Towships durch die man geradewegs durchfährt, bekommt man relativ eindrucksvoll eine Vprstellung von der Armut in diesem Land. Komischerweise habe ich kaum Probleme damit.

Minitaxifahren ist also an sich schon ein Abenteuer und leider auch das einzige für diesen Tag, da wir, als wir in Kapstadt angekommen waren feststellen mussten, dass wir nur noch ca. 3 Stunden Zeit hatten. Da unser Minitaxi für eine Stecke von normalerweise 20 min, ca. 1 stunde gebraucht hat.

Wir haben uns dann das WM-Stadion von außen angesehen. Der Eintritt war uns für ein leeres Stadion zu hoch. Dann haben wir und in einer riesigen Shoppingmall verirrt. Eigentlich wollten wir ein bisschen was von Kapstadt sehen aber ein paar Besorgungen hatten Priorität. Leider haben wir weder Briefmarken noch Wolle gefunden und einfach nicht mehr den Weg rausgefunden. Also haben wir beschlossen erst mal etwas zu Essen und haben ein nettes Tourinest mit Blick auf den Hafen und den Tafelberg gefunden. Wir waren so froh endlich mal festes Essen (viele haben hier halt keine Zähne)  zu uns nehmen zu können, dass uns noch nicht mal, die für Südafrika überteuerten Preise geärgert haben.

Nach dem uns ein netter Security geholfen hatte den Weg nach draußen zu finden, hatten wir sogar noch die Zeit für einen kleinen Spaziergang am Strand. Es war sehr entspannt einfach mal Nichts zu tun und die Füße ins, nebenbei eiskalte, Wasser zu halten.

Dann mussten wir auch schon wieder zurück. Leider ist es zu gefährlich sich von einem Minitaxi direkt zum Camphill zu fahren. Da man dann alleine mit den Fahrern im Bus ist und das sollte man nach Möglichkeit vermeiden. Die Freiwilligen vor uns haben damit weniger schöne Erfahrungen gemacht.  Wir leißen uns also in Atlantis, der nächsten Stadt absetzten und von einem aus dem Camphill abholen.  Danach ging es für mich und Ann-Christin sofort weiter. Denn Ann-Christins ganzes Haus ist ins nächstgelegene Kino gegeangen und ich durfte mit. Es war schön mit allen Residents einen Ausflug zu machen. Alle die mit waren sind eher etwas fitter und bis auf das alle 5 min ein anderer resident verschwand, lief allse super und da sie auch im fünfminutentakt wieder auftauchten sind wir auch wieder allesamt noch hause gekommen.

Kino ist hier übrigend spottbillig, ich werde wahrscheinlich nie wieder so oft ins Kino gehen wie hier.

An Regentagen ist es sogar üblich in drei Filme nacheinander zu gehen und wenn man dabei Biltong isst, wird man auch nicht hungrig.

Kleine Lerneinheit: Biltong sind getrocknete Fleischstreifen, die in Südafrika wie Chips gegessen werden, und in die ich schon ganz vernarrt bin. Es gibt sie aus allen möglichen Fleischsorten. Von Rind über Strauß und Springbock.

Auf Fotos müsst ihr wohl noch ein bisschen warten. Leider fehlt mir die Zeit sie hochzuladen da wir jetzt alle zusammen in die Kapelle gehen um Halcot good bye zu sagen

Good bye Halcot

Hallo meine Lieben

es ist 6 Uhr morgends und ich kann beim besten Willen nicht schlafen.

Wir hatten gerade unseren ersten Todesfall und obwohl ich Halcot nur 2 Wochen gekannt habe und er mir die meisten Sorgen und den meisten Ärger gemacht, oder vielleicht gerade deswegen, hatte ich ihn schon richtig ins Herz geschlossen. Esme ist ziemlich fertig. Natürlich, sie hat 20 Jahre lang mit ihm gelebt.

Blöderweise haben wir heute eigentlich eine Geburtstagsfeier. Wir wissen noch nicht ganz wie wir das händeln.

Nun aber von vorne.  Esme hat gestern schon gemerkt, dass es ihm richtig schlecht ging. er konnte kaum atmen und hat die Prietserin und seine besten Freunde gerufen. Da war ich allerdings schon im Bett. Esme sagt, er habe mit dem letzten bisschen Kraft noch gegen die Priesterin gekämpft, weil sie weiß gekleidet war und er gedacht haben muss sie sei ein Arzt.

Um ca. 5 Uhr hat es dann an meiner Tür geklopft, Halcot sei von uns gegangen und ob ich kommen wolle. Ich müsste sogar, da sie ein paar anrufe erledigen müsse und jemand da sein müsse falls er nur scheintod wäre. Ich habe mich also angezogen und zum ersten Mal wirklich einen Toten gesehen. Es war nicht schlimm. Nur friedlich, komisch weil er sonst immer gekämpft hat.

Ich habe seine Augen geschlossen und versucht seinen Mund zu schließen, aber das war nicht so einfach. Wir mussten ihm einen Verband um den Kopf machen, wie bei Zahnschmerzen. Die Prieterin kam nochmal und die Camphillleiterin, die eine enge Freundin von Esme ist.  Später haben wir ihn gewaschen und ihm seine liebsten Klamotten angezogen. Jetzt liegt er in seinem Zimmer und wir warten auf den Sarg.

In einer halben Stunde werde ich Frühstück machen, da Esme die ganze Nacht wach gewesen ist um bei Halcot zu sein. Ja und bis dahin ist Nichts zu tun und schlafen kann ich nicht. Ich habe irgendwie das Gefühl es sein nicht angemessen gegenüber der Situation.

Nun so viel zu meinem ersten Toten. Ich hatte nur Glück, dass ich heute nicht melken musste. Halcot wird jetzt die nächsen Tage in der Kapelle aufgebahrt damit das ganze Camphill Lebewohl sagen kann und Montag ist die Beerdigung.

Ich weiß gar nicht ob ihr das alles lesen wollt, aber es tut gut davon zu schreiben.

Ich tippe jetzt einfach noch ein paar Seiten aus meinem Fahrtenbuch für euch ab.

Guten morgen Clara

Der Alltag

Hey, da bin ich wieder und diesmal mit etwas Zeit.

Heute schreibe ich etwas über mein Leben hier im Camphill, meine Erfahrungen mit Kapstadt, den Transportmitteln und der zweitgrößten Shoppingmall Afrikas müssen bis zum nächsten Artikel warten.

Heute ist nämlich mein freier Abend, da meine Hausmutter meint sie ist zu alt um am Wochenende feiern zu gehen und deswegen kann ich das dann ja tun. Das ist natürlich super nett aber leider ist sie die einzige die so denkt, und deswegen müssen die anderen Young-Co-Worker alle Haussitten.

Ich habe beschlossen, dass es langweilig ist die alten Mail nochmal reinzustellen also bekommt ihr einen völlig neuen Text.

Manchen dürfte euch aber schon bekannt vorkommen, da ich keine AHnung habe, was ich in den Mails schon geschrieben habe.

Ich lebe hier in einem Haus mit 7 Residents, meiner Hausmutter Esme, die wirklich cool ist und einer Caregiverin.

Letztere wechselt aber jede Woche. Sie ist dafür da die Residents mogends fertigzumachen, sie zu baden, aufs Klo zu bringen und ins Bett zu bringen. Ich lebe hier nämlich in einem Carehaus.  Das bedeutet mit den schwerer behinderten Menschen. Ich habe immer noch nicht ganz rausgefunden was für Behinderungen sie haben.  Aber ich glaube, dass liegt daran das es keine klaren Bezeichnungen dafür gibt und es oft mehrere Probleme gleichzeitig sind. Paul hat zum Beisspiel Trisomie 21 und Alzheimer.

Ich habe hier ein nettes kleines Zimmer, was ich mir frei einrichten kann und auch schon recht persönlich gestaltet habe, und habe ein Bad nur für mich und meine Hausmutter. Wir haben nur eine Badewanne aber ich kann die Dusche von einem der Residents mitbenutzen.

Meine Aufgaben im Haus bestehen darin die Tabletten zu geben und einzusortieren, das Taschengeld zu verwalten, die gemeinsamen Abendessen vorzubereiten, am Wochenende zu kochen, abzuwaschen und jeden zweiten Abend Haussitten. Früstüchk muss ich nicht machen, da ich immer schon arbeiten muss wenn das Haus frühstückt.

Nichts davon fühlt sich wie Arbeit an, es ist mehr ein zusammen wohnen. Aber da es sich so anfühlt ist es schwer sich an den freien Abenden auch mal frei zu nehemen.

Im Moment esse ich jeden Tag in einem anderen Haus zu Mittag um alle aus dem Camphill kennen zu lernen. Es ist wiklich ein kleines Dorf mit Tante Emma Laden, Coffeshop, Billardraum richtigen Straßen (in ziemlich schlechtem Zustand, aber dazu später mehr) und ebenfalls eigenem Wasseranschluss. Unser eigenes Wasser schmeckt sogar reiner als das was man kaufen kann. Ich kenne jetzt ca ein 1/4 der Rresidents mit Namen und auch schon die Namen von ein paar Kühen und Hunden. (Hunde gibt es hier in rauen Massen)

Die Residents im meinem Haus sind super, aber man muss auf ein paar Dinge achtgeben. Gloria geht zum Beispiel mal ganz gerne an der Wäscheleine shoppen. Die Freiwillige vor mir hat dadurch 18 Unterhosen verloren und so manch ein T-schirt.  Gloria ist auch der Grund, warum ich immer mein Zimmer abschließen muss. Eine andere sache ist, dass ich mich nie, nie , nie neben Paul setzen darf, sonst fängt er aus unerfindlichen Gründen an zu weinen. Esme sagt das sei Sympathie und wenn man bei Halcot nicht aufpasst wenn er schlechte Laune hat, bekommt man gut und gerne mal eine gewischt. Außerdem muss ich jedes bisschen Essen wegschließen, weil wir eine Diabetikerin im Haus haben, die ihre Finger nicht vom Essen lassen kann. Es ist sogar so schlimm, dass sie in einem gesonderten Raum essen muss.

Momentan machen wir uns riesige Sorgen um Halcot, den King und Troublemaker. Er hat im Moment heftige Probleme mit seiner Lunge und ist viel zu schwach um aufzustehen. Esme glaubt er könnte im sterben liegen, für mich wäre das richtig schlimm, weil ich ihn schon richtig ins Herz geschlossen habe. Esme will ihn aber auch nicht in ein Krankenhaus geben, weil er bei fremden Leuten nur um sich schlägt und die Atemmaske immer und immer wieder abziehen würde.

Nun das wars erst mal von meinem Haus. Kommen wir zu meiner Arbeit.

Ich arbeite wie Max auf der Farm. Aber bei uns geht es hauptsächlich um Kühe. Ich muss jede Woche und jedes dritte Wochenende melken und das heißt jedes mal um 5.00 Uhr aufstehen. Ansonsten geht es erst um 7 Uhr los. Um 8 Uhr ist dann Meeting, wo wir im Kreis stehen und jeden Tag ein anderer Text vorgelesen wird. Es sind sehr christliche Danksagungen und um 10 Uhr ist dann schon wieder bis 10.30 Uhr Teetime. Wenn man gemolken hat hat man nach dem Meeting sogar noch Früstückspause. Um 12.00 Uhr geht man zum Lunch um dann von 14-17 Uhr zur abwechslung mal ohne Pause zu arbeiten.

Die Arbeitszeiten sind vielleicht gant gechillt, aber die Arbeit ist nicht ohne und vor allem körperlich der anstrengend.

Montags machen wir immer Kompost und nachdem man drei ganze Felder voll Heu auf einen misthaufen geschaufelt hat, merkt man was man getan hat. Auch das Waldroden, was wir im Moment ständig machen erfordert verdammt viel Kraft, die ich eigentlich noch nicht habe, und ist zudem auch noch gefährlich. Ich habe schon einen baum auf den Kopf bekommen und Kathrin, die andere Co-Workerin auf der Farm mit der ich mich nebenbei blenden verstehe, hat sogar schon zwei Bäume abgekriegt.

Außerdem muss das ganze Holz an Ort und Stelle verbrannt werden und da ich am besten Feuer machen kann, sitze ich immer mitten in den riesigen, teil nassen, Holzhaufen und habe mir jetzt schon mindesten 10 mal die Hände verbrannt. Gestern ist plötzlich Wind aufgekommen und wir mussten einige lebendige Bäume notfällen, weil sie ebenfalls Feuer gefangen hatten.

Melken ist dagegen echt eine ruhige Arbeit und macht mir einen riesigen Spaß. ich liebe das Geräusch der Melkmaschine und den Geruch und die Wärme der Kühe. Aber beim Kühe zusammen treiben muss man immer auf den Bullen Acht geben. Heute hat er mich zum ersten Mal angegriffen, aber ich war schnell genug und die Kühe treten bein melken ordentlich aus. Vorallem bei fremden Händen, also bei mir. Ich habe schon ziemlich blaue Beine aber bis jetzt hatte ich Glück.  Die Co-Worker vor uns haben schon mal einen Zahn verloren oder sind so fest getreten worden, dass sie unter der nächsten Kuh lagen.

Ihr merkt, ich kann nur froh sein wenn ich lebend zurückkomme, aber es ist alles gar nicht so schlimm wie es klingt. Die kleinen Blessuren gehören zur Arbeit dazu, genauso wie das ständig in Kuhscheiße rumlaufen. Aber es macht reisigen Spaß und die Residents die auf der Farm arbeiten sind ziemlich fit. Es ist schön auch etwas mit den weniger schwer behinderten Menschen zu tun zu haben. Und es gibt schon einige runniggags. Chuck fragt jedenfalls jeden, zu jeder Zeit ob man ihn heiratet( at 6 o´clock at the chapel) und somit bin ich jetzt bei meinem gefühlten 100ten Heiratsantrag und David ist ständig am tanzen. Außerdem müssen Kathrin und ich uns alle 10 min Witze über unsere nicht vorhandenen Muskeln anhören.

Die Hälfte der Arbeitszeit verbringt man hinten auf der Ladefläche des Farmpickups. Es ist ein riesen Spaß mit all den lustigen Farmleuten hinten zu sitzen, sich den Wind ins Gesicht wehen zu lassen und jedesmal die Weite des Landes zu spüren. Hinzukommt, dass man alle zwei Meter durch tiefe Schlaglöcher bzw. Krater fährt und jedesmal in die Luft fliegt. Man muss sich in jedem Fall gut festhalten. Und nätürlich ist die Arbeit mit den Schweinen, Babyschweinen, Hühnern und Kälbchen immer super. Nächste Woche kommen wahrscheinlich wieder drei neue Kälbchen zur Welt.

Farmarbeit zusammengefasst bedeutet, melken, mist schaufeln, Zäune aufstellen, mist schaufeln, baüme verbrennen, feuerholz machen,mist schaufeln, bäume verbrennen, Tiere füttern, melken, mist schaufeln, Abwassertanks auspumpen, mistschaufeln…………

Gut ich hoffe ihr habt eine grobe Vorstelung meiner Arbeit hier.

Wie gesagt Berichte über Kapstadt, Menschen, Verkehsmittel andere Co-Worker………. und Fotos werden nachkommen

Bis dahin

Clara

ieder

Halli Hallo

Hey, test , test

ich bin jetzt auch hier.

Und es schein zu klappen. Leider habe ich gerade sehr wenig Zeit, weil ich jetzt gleich in einem anderen Haus zum Essen eingeladen (Juhuu, das ist ein Haus in dem ale Zähne haben, das heißt ich muss keine Matsche essen) bin und dann ganz schnell auf die Farm muss.

Aber es ist ja bald Wochenende und da kann ich dann ein bisschen mehr schreiben und zumindest die alten Mails reinstellen. Aber erwartet nicht zu viel. Es ist Marktwochende und ich muss Gemüseputzen und von die Nacht von Samstag auf Sonntag Brot/Kuchen backen und wenn ich Pech hab muss ich morgen früh melken.

Mir geht es hier immer noch fantastisch.

Ja der Rest kommt später.

Viele liebe Grüße Clara