Paul

Da war Paul noch fit.

Als ich zum ersten Mal ganz am Anfang des Jahres Acacia betrete, stellt mir Esme gelich nach Halcot, Paul vor. Er habe Downsyndrom und Alzheimer in fortgeschrittenem Stadium und es würde von nun an wohl bergab mit ihm gehen. Aber erst Mal war Paul ganz fit. Bis Punkt 17. uhr war er leise aber dann redete er den ganzen rest des Tages. Radio Atlantis nannten wir das. Jeder war Pauls Freund, er umarmte jeden mit Freude und liebte es mit uns vorm Fernseher zu tanzen. Ich lernete ihn zu lieben. Aber es wurde immer schwieriger mit ihm. Er weinte oft stundenlang, weil er merte, dass er sich zum Beispiel die schürsenkel nicht mehr binden konnte und im November verlor er den Sinn für den Raum um ihn her. Er traute sich nicht mehr ohne Hand durch die Gänge und weigerte sich strickt das Esszimmer zu betreten, da ihm der Durchgang zu eng und dunkel war.

Er schlief Nachts nicht mehr durch, wanderte herum und fiel regelmäßig aus dem Bett. Er räumte jede Nacht sein Zimmer ub, zog sein Bett ab und fing bald auch an alle Klamotten einfach von ihm zu reißen. Es war eine Menge Arbeit. Aber Paul hatte diese Art, dich einfach anzulächeln und die ganze Welt war in Ordnung. Er flitete immer noch mit allen weiblichen Lebewesen und wenn Paul lachte, dann war es als ob ihm Nichts auf der Welt lieber wäre, als genau da zu sein wo er ist, mit genau den Menschen die gerade da waren. Ich gewönte mir an ihm jedesmal wenn ich nach Hause kam einen Kuss auf die Stirn zu geben und er dankte es mir immer mit einem Lächeln oder einem für ihn so typischen. „I like you. Your my friend“.

Als er irgenwann im Dezember verlernte zu essen, meinte Esme er würde nicht mehr lange bei uns bleiben. Am 25. 12 hatte er seinen ersten Schlaganfall. Er schlief den ganzen Tag durch und konnte danach auch nicht mehr laufen. Am 2.01 kam dann der zweite und diesmal dachten wir es sei vorbei. Er war jetzt halbseitig gelähmt, konnte nicht mehr schlucken und er war so schwach, dass wir die Prieserin für die letzte Ölung riefen. Da auf die schnelle niemand zum messdienern da war, bot ich an es zu tun. Und in seinem stillen Zimmer mit Kerzenschein hielt ich das Öl währen die Priesterin die Gebete sprach. Es war ein schöner firdvoller Moment der Ruhe, und auch Paul bekam etwas ruhiger. Wir wacjten die nächsten zwei nächte an seinem Bett, wir würden ihn nicht allein gehen lassen. Doch Paul wurde stärker. Wie wissen wir nicht. Wir bekamen kaum essen in ihn hinerin. Seine schwester war nun fast jeden tag da. Wir verbrachten stunden um ihm einen becher joghurt einzuflößen und Paul wurde stärker. SO stark, dass er wieder lächen konnte, und wenn man sich zu ihm runterbeugte bekam man immer ein küsschen aud die wange.

Paul blieb im bett. Wir schliefen nachts abwechselnd bei ihm im zimmer um ihn alle 3 stunden zu drehen. Damit keine bettwunden entstünden. Seine Zunge blieb gelähmt. Schlucken war schwer. Alles wurde püriert. Immer saß jemand bei ihm. Tagsüber die anderen Residents im haus, Nachts wir. Wir wurden müde, aber was half sich zu beklagen. Man kam nach Hause und das erste was man tat war zu sehen ob Paul noch da war. Es ist nichts unheimliches einen sterbenden menschen im Haus zu haben. Es bringt Ruhe und Freiden und eine gewisse Portion Nachdenklichkeit mit ins Haus.

Mitten in dieser Zeit war mein urlaub geplant. Ich fuhr trotzdem. Der tote Paul würde es mir nicht verdenken. Aber als ich zurückkam war paul immer noch da. Aber viel schwächer. Abgemagert bis auf das lezte gramm fett. Er hatte die letzte woche nichts gegessen. Die Priesterin kam nun jeden Tag. Wir mochten sie nicht, Paul auch nicht. Jeden Abend rieten wir ihm in der Nacht zu sterben denn morgen sei reglind wieder da, und zählten ihm auf wer dort oben alles auf ihn wartete. Aber es half nichts. Paul ist ja auch taub.

Alle sin Acacia drehte sich nur noch um Paul, alles lief auf Sparflamme. Und dann eines Tages merkten wir, dass es nun wirklich zu ende ging. Zwei weitere Nächte wachten wir ale zusammen an seinem Bett. Füllten die Nächte mit Erinnerungen an den gesunden Paul und unsere Bäuche mit Mitternachtspfannkuchen.

Dann in der Mittagspause, ich telefonierte gerade mit Winnies mama, weil ich winnie eigentlich fragen wollte wie die erste Abiprüfung gelaufen war. Rief esme er sei gegangen. Dem war nicht so, weitere 10 minuten, saßen Esme Grita und ich an seinem Bett, hielten seine Hände und begleiteten ihn bei den lezten verzweifelten Atemzügen. Paul hat gekäpmft, gekämft bis zur letzten sekunde. Es war nicht schön mit anzusehen, er ist nicht friedlich gestorben. Geweint hat keiner. Wir hatten inm den letzten 3 Monaten Zeit genug gehabt und mental zu verabschieden. Der Tod war eine Erlösung, nicht nur für ihn auch für uns. So mies es klingt.

Wir wuschen ihn, und schlossen seinen Mund und seine Augen. Wir bekamen es nicht hin, dass er friedlich ausah. Einer seiner Zähne schaute immer hervor. Der Sarg wurde mit Thymian, rosmarin und Lavender ausgestoft und trotzdem beschlossen wir ihn noch vor ablauf der üblichen 3 tage aufbahrungszeit zu beerdigen.

Die beeredingung war sehr schön. Wir alle kamen in alltagsklamotten, wir hörten tolle geschichten über paul und ich schaufelte das Grab so lange zu, bis mir ein paar tränen kamen. Sie taten gut aber sie wären nicht nötig gewesen. Paul weiß auch ohne Tränen, dass ich ihn geliebt habe.

Das du mir gelehrt hast die Angst voem Altern und vorm Tod zu verlieren, dafür danke ich dir, Paul.

2 Gedanken zu „Paul“

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