Essen in Malachite


Manchmal, wenn einer der Residents es wirlich schafft noch Nachmittags daran zu denken, dass er einen zum Essen eingeladen hat, schafft es einer sogar seine Hausmutter zu fragen ob das geht.

Letzte Woche, war wiedermal eine dieser seltenen Begebenheiten und so ging ich Monatag zum Essen nach Malachite.

Malachite ist momentan ein sehr stressiges Haus, dort sind gerade neue Hauseltern eingezogen, die die Residents noch nicht kennen, ein Baby wurde geboren und auch Mayte wohnt dort erst seit ein paar Wochen.

Ich war also recht erstaunt, wie gut das Abendessen wurde.

Als ich ankam, setzten sich auch alle gleich an den Tisch und bevor ich richtig hinsehen konnte war meine Teetasse voll, drei Brotscheiben lagen auf meinem Teller und Anke hielt mir Butter, Marmelade, Labaneh, und Käse ungefähr alles gleichzeitig vors Gesicht.

Ich entschied mich vorerst für den Käse und bedankte mich artig, als mir Jaques schon den Kuchen von gestern auf meinen Teller.

Ich fand mich also damit ab heute gemästet zu werden und lächelte in mich hinein über so viel Übereifer.

Gleich zwei Minuten später wurde ich Zeuge einer mir schon von Mayte beschrieben, offensichtlich jeden Tag erneut passierenden Szene. Jaques hatte sein brot getoastet und verbrannte sich beim Toast herausnehmen seine Finger. Unverzüglich fing er lauthals, auf abwechselnd Afrikaans und Englisch, zu fluchen und regte sich erst beim zweiten gegessenen toast etwas ab. In dem Moment war die zweite Portion aber schon im Toaster und die Szene wiederholte scih erneut.

Keiner schenkte ihm Beachtung, aber ich konnte nicht umhin mich zu wundern, wie er bei soviel Ärger jeden Abend nicht schon an einem Herzinfakt gestorben war.

Auf der anderen Seite gab Rosline Befehle, Das tut sie gerne. Aber sie soll es nicht und Karin ist deswegen sauer. Um Mayte bein schlichten zu helfen und nebenbei Rosline den Mund halten zu lassen, frage ich Rosline nach dem Tee.

Sie hört nicht. Ich frage lauter. Nach ein zwei weiteren versuchen. Schreit nun auch Mayte, direkt in Roslines Ohr. „Rosline, tea please.“ während sie sich vor Lachen den Bauch hält, weil sie mein Ablenkungsmanöver genießt. Leider nimmt das die ernsthaftigkeint aus dem ganzen Schlichtungsversuch. Aber der Streit ist jetzt erst mal vergessen, da jeder interessiert die total verwirrte Rosline, anschaute, die von der Situation der beiden in Lachen aufgelösten Co-Worker neben ihr, plus der Aufgabe, den tee zu reichen vollkommen überfordert war.

Irgendwie war ich jetzt in Stimmung und nur um sie aus ihrer erstarrung zu wecken nahm ich die Butterschale und tat so, als würde ich es ihr ins gesicht patschen.

Jedenfalls war das der Plan. Allerdings löste sich Rosline schon vorher aus der Erstarrung und landete mit der nase in der Butterschale.

Der ganze Tisch platzte vor Lachen auch Rosline.

Mich selbst in Entschuldigungen üb erschlagend, während ich kaum Luft holen konnte vor Lachen, und gleichzeitig Rosline die Butter aus dem Gesicht wischend beobachtete ich mit zunehmender Besorgnis Lizzys Gesicht, das die Farbe einer Aubergine annahm während sie ununterbrochen in ihren Teller giggelte und einfach vergass Luft zu holen.

Mayte die das anscheinend schon kannte winkte ab, Gefahr bestehe, erst wenn sie gräulich anlaufen würde.

Einige Minuten später verstand Rosline, dass sie einen viel größeren Vorteil aus der Situation ziehen würde, wenn sie wütend spielen würde, als wenn sie lacht. Sie spielte beleidigte leberwurst. Aber ich machte da nicht mit. Bei jeder spitzen bemerkung gegen mich, wurde sie einfach durchgekitzelt und darüber vergaß sie schnell das beleidigt sein und das Abendessen wurde weiterhin durchgelacht, und Jaques fluchte zwischendurch.

Lizzy giggelte sogar noch beim Abwasch, aber ihr Gesicht behielt konstant Auberginefarben. Es bestand also kein Gruund zur Sorge.

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