First Day’s In Cali

Hey Leute,

Am 20.06.2017 bin ich von Frankfurt über Manchester nach San Francisco geflogen. Der Flug verlief ziemlich reibungslos, jedoch konnte ich in den 17 Stunden im Flugzeug so gut wie überhaupt nicht schlafen. Kurz bevor ich dann amerikanischen Boden unter den Füßen hatte wurde ich in der US Costom and Border Protection für fast drei Stunden festgehalten, befragt und musste nach der ersten Kontrolle noch zu einer Weiteren gehen und dort gefühlte Ewigkeiten warten um mein Visa anerkennen zu lassen.

Nach dem der bürokratische Teil des Tages erledigt war, hat mich ein sehr netter junger Co-Worker am Flughafen abgeholt. Und was macht man als erstes wenn man in Cali gelandet ist? Natürlich erstmal zu Starbucks gehen und einen Iced Coffee bestellen. Serviert wird das ganze im durchsichten Plastikbecher mit Strohalm und dann ganz lässig in der einen Hand den Koffer hinterher ziehen und in der Anderen das kalte schwarze Getränk halten.

Nach dem wir unseren silbernen SUV auf dem Parkdeck, zwischen den anderen riesigen Autos gefunden haben, haben wir uns dann auf den Highway begeben Richtung Soquel. Der Highway führt vorbei an grünbewachsenen Hügeln mit mediterranen Pflanzen, riesigen Seen und Bäumen, die über die breite Straße ragen. Mein erster Eindruck: Es sieht hier genauso aus wie in Italien nur mit größeren Autos.

Als wir in Santa Cruz angekommen sind (Fun Fact: Hier hat bis zu seinem Tod vor ein paar Wochen der Surfer Jack O’Neill gelebt, welcher der Gründer der gleichnamigen Marke ist) haben wir erstmal bei einem Five Guys gehalten. Dort habe ich mir um alle Klischees zu erfüllen einen ziemlich leckeren Cheeseburger mit spiced Fries besorgt. Dazu kann man sich noch eine Schale Erdnüsse mitnehmen. Geschmacklich einfach nur ein absoluter Traum.

Abends sind wir dann in meinem neuen Zuhause angekommen. Hier Leben Co-Worker, Friends (People With Special Needs) und ein Householder zusammen. Das Haus ist sehr groß und jeder hat sein eigenes Zimmer um sich zurückziehen zu können. Es gibt ein sehr großes Wohnzimmer mit Kamin und offener Küche. Wir haben einen Garten mit Hängematte und BBQ-Grill und dazu noch Anbauflächen für Obst und Gemüse. Chrysalis, das Haus in dem ich lebe, ist eins von fünf Häusern, die am Fairwaydrive entlang verteilt sind. Es gibt z.B. noch ein größeres Haus mit einer großen Halle für Festivitäten und einer riesigen Anbaufläche, sowie einem Vineyard und einem Swimming Pool.

In den letzten Tagen habe ich schon sehr viele neue Menschen kennengelernt, die auch in meinem Alter sind und hier die Community unterstützen. Ich bin schon sehr gespannt was die Zeit hier noch bringt und werde ab und zu hier den ein oder anderen Beitrag veröffentlichen. Eins sei schon mal gesagt: Die Umgebung hier ist ein absoluter Traum.

Euer Moritz

 

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Lyksicher Weg, 2. Teil – Stein, Feuer und Tayyip –

Entlang der Strandbucht gab es ein paar Hütten und alte Fischerboote an denen vereinzelt Menschen herum werkelten. Wären wir in der Hauptsaison hier gewesen, wäre wohl einiges mehr losgewesen. Die Sonne strahlte ungemein warm auf uns hinab, woran sich die nächsten Wandertage auch nichts ändern sollte. Nach einer kleinen Pause am Strand liefen wir noch ein gutes Stück weiter parallel zum Strand und dann einen Berg hinauf. Hier bezahlten wir einen kleinen Geldbetrag um uns die „Brennenden Steine“ oder auch Yanartaş (https://de.wikipedia.org/wiki/Chimaira_%28Lykien%29) anzuschauen und über den Flammen die dort direkt aus der Bergflanke kamen einen leckeren Eintopf zu kochen. An diesem außergewöhnlichen Ort hielten wir uns bis zur Dämmerung auf, trieben Unfug mit dem Feuerzeug und dem aus dem Gestein ausströmenden Gas, wobei Clara sich ein bisschen die Haare ansengte, und genossen die Tolle Aussicht auf das Meer. Der Eintopf schmeckte hervorragend wie immer und gut gesättigt und fasziniert von dem brennenden Berg stiegen wir wieder ins Tal um uns einen Schlafplatz zu suchen. Die Suche gestaltete sich etwas schwieriger, da doch einige bewohnte Hütten mitsamt Wachhunden rumstanden in deren unmittelbarer Nähe wir nicht schlafen wollten. Nachdem wir schon fast wieder am Strand angekommen waren entschlossen wir uns aufgrund der fortgeschrittenen Dunkelheit uns ohne Zelt unter ein paar Bäume ins Dickicht in Spuckweite zum lykischen Weg zu fläzen und am nächsten Tag direkt weiter dem Weg zu folgen. Es war nicht die bequemste Nacht, aber die Erschöpfung des Tages ließ mich trotzdem gut einschlummern. In Deutschland lag grade noch Schneematsch auf den Feldern und Straßen, während wir unter freiem Himmel und 1000 Sterne Aussicht unter belaubten Bäumen liegen konnten. Klasse. Zu allem Überfluss gönnten wir uns eine Flasche Roten und aßen einen Happen Brot, da es fürs Kochen schon zu spät war. In der Nacht gesellten sich noch zwei streunende Hunde zu uns, die weggescheucht wurden. Einer von beiden saß jedoch am morgen ein paar Meter von uns entfernt im Gras und sah aus als würde er auf seine Schafe acht geben. Da er nicht nach Essen bettelte und auch nicht bellte und ganz knuffig aussah ließen wir den Hund, Hund sein und Frühstückten, packten Sachen und los ging es auf den lykischen Weg. Der kleine Köter folgte uns auf Schritt und Tritt, ließ sich nicht abschütteln oder wegscheuchen und tat so als würde er dazu gehören. Wir entschlossen dann, dass es ja schon auch ganz geil ist son Fahrtenhund dabei zu haben und dass er ja bestimmt sowieso bald umkehren würde zu seinem Besitzer. Der Hund hatte nämlich ein Halsband an, jedoch ohne Adresse und Telefonnummer. Der Weg ging nun entlang der schroffen, kargen, wunderschönen Küste mit Blick auf ein strahlend blaues Meer, der Hund trottet mal vor mal hinter uns und passte auf seine „Herde“ auf. Nach einer Weile und hin und her, die auswahl an namen war groß, beschlossen wir den Hund den Namen Tayyip zu geben. Ein typischer türkischer Name und mit realen Personen der türkischen Regierung nicht in Verbindung zu bringen. Fortan schallte der Ruf : „Tayyip(Erdoğan) komm“ , oder „wo ist Tayyip“ des öfteren über die lykische Küste.

Lykischer Weg, 1. Teil -Anreise und Istanbul-

 

Ende Februar gings mal wieder für einige Tage auf Fahrt. Diesmal trieb es uns in die Türkei. Genauer auf den Lykischen Weg, der sich 500 km an der Küste zwischen Antalya und Fetiye entlang schlängelt. Der Vorschlag zu diesem Ziel kam von Stephi die über den Winter ein Semester in Istanbul studierte und zum Abschluss ihrer Zeit in der Türkei zum gemeinsamen Wandern einlud. Der Einladung folgten Clara und ich. Zu dritt sollte also der Weg beschritten werden.

Am 28. Februar ging es für Clara und mich von Frankfurt 36 Stunden mit dem Euroliner bis Istanbul. Die vielen Stunden vergingen weniger schleppend als erwartet, aufgelockert durch interessante Busbekanntschaften. Ein älterer US Amerikaner der mit all seinem Hab und Gut von Bremen nach Istanbul zog, ein Deutscher der in Istanbul studiert hatte und auf dem Weg nach Teheran war um Freunde zu besuchen und ein Kurde aus dem Nordirak der seine Familie in der Kriegsgebeutelten Heimat besuchen wollte, lieferten interessante Gesprächspartner.

Am 2. März kamen wir morgens in Istanbul an und nach Orientierung in der 20 Millionen Einwohner Metropole waren wir bald bei Stephs Wohnung angelangt. Nach Begrüßung und Kaffee gings über den Bosporus auf die europäische Seite der Stadt um die einschlägigen Sehenswürdigkeiten, wie Hagia Sophia, Blaue Moschee und Gewürzmarkt zu bestaunen. Immer wieder musste man die Einladungen der Gewürz-, Tee-, Klamotten und Süßkramhändler abweisen, die einen meist direkt auf deutsch in ihren Marktstand geleiten wollten, dankend ablehnen. Abends wurde zusammen mit Erasmusfreunden von Steph die Kneipenkultur erkundet. Der nächste Tag war verregnet, ließ sich aber bei einem ausgedehnten türkischen Frühstück im alternativen Stadtteil Kadeköy gut aushalten. Später wurden noch die Tickets für den Bus bis Kemer gebucht wo unsere Wanderung beginnen sollte. Nach Einkauf und einigen weiteren Erledigungen stiegen wir abends in den Bus und kamen 10 Stunden später am frühen Morgen in Kemer an. Mit einem Kleinbus gings nochmal einige Kilometer aus der Stadt raus. Wir ließen uns nach einer kurzen und überteuerten Fahrt an der Hauptstraße rausschmeißen, von wo eine Schotterpiste einige Km zum Meer bergab verlief. Hier Begann die Wanderung. Strahlender Sonnenschein und gefühlte 20°C trieben uns entlang von Zitronen- und Orangenbäumen weiter zum Meer und einen fast Menschenleeren Strand.